<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-5351322396797697631</id><updated>2012-01-27T00:34:13.597+01:00</updated><title type='text'>ETHIKOnomie</title><subtitle type='html'>das philosophische Fundament der Wirtschaftswissenschaft</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://ethikonomie.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5351322396797697631/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ethikonomie.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Emile LeFant</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13295162325040332686</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='27' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4lNMWsR59I/AAAAAAAAABQ/tjZmHMMbXMc/S220/self+portrai+klein.bmp'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>4</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5351322396797697631.post-6727133096309158263</id><published>2010-04-09T21:06:00.039+02:00</published><updated>2010-05-05T17:15:57.591+02:00</updated><title type='text'>1,2,3, ... - ETHIK!</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-size: x-large;"&gt;&lt;b&gt;1,2,3,... - Ethik!&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine 'blöde' Frage: was sind die natürlichen Zahlen? Also die Zählzahlen 1, 2, 3, ... , die jedes Kleinkind zu lernen imstande ist – das soll eine philosophische Frage von Gewicht sein? Und gar etwas mit Ethik zu tun haben?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Antwort: Ja. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht dabei unter Anderem um die Bedeutung solcher Begriffe wie „Unendlich“, aber auch um das Verständnis von „Wahrheit“ und noch einige andere, in unserer Kultur und Wissenschaft, aber auch im Alltagsleben und in der Ethik höchst wichtige Wörter, ja sogar um den Begriff&amp;nbsp; "Freiheit". Es handelt sich bloß scheinbar, nur auf den flüchtigen Blick, um eine Angelegenheit nur der Mathematik. Tatsächlich haben wir es hier mit dem grundlegenden Problem sämtlicher Wissenschaften zu tun, ein Problem, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von den Philosophen und Wissenschaftstheoretikern zu lösen versucht wurde – inzwischen scheint man es aber resigniert zur Seite gewischt zu haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Was ist das Problem?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beschreiben wir ein Beispiel aus der Mathematik, es ist die sogenannte „Kontinuumshypothese“: mathematisch etwas laienhaft ausgedrückt, stellt sie die Behauptung auf, dass die Menge der natürlichen Zahlen (also der Zahlen, mit denen wir zählen: 0,1,2,3,.... ) nicht weniger und nicht mehr „mächtig“, nicht weniger, aber auch nicht mehr umfangreich ist als die Menge der reellen Zahlen (das sind die Dezimalzahlen, z.B. &amp;nbsp; 1,1234;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; 3,1415926;&amp;nbsp;&amp;nbsp; 50000,48723094823742743...) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man also beide Mengen „durchzählt“, jeweils jedes Element mit einer Nummer, einer „Kardinalzahl“ benennt, dann behauptet die Kontinuumshypothese, dass beide Zählreihen nicht unterschiedlich umfangreich sind. Laienhaft betrachtet denkt man leicht, dass es natürlich mehr reelle Zahlen geben muss als natürliche Zahlen, da man jeder natürlichen Zahl ein Komma anfügen und dann x-beliebig viele weitere natürliche Zahlen und Zahlenfolgen dahinter schreiben kann. Nur durch Anfügen eines Kommas an eine natürliche Zahl kann man aus ihr unendlich viele -'ohne Ende' - reelle Zahlen machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Problem ist eigentlich schon aus der Antike bekannt als die Paradoxie vom Wettlauf des Achilles mit der Schildkröte: Die Schildkröte bekommt einen Vorsprung, und nach dem Startsignal holt Achill erst einmal die Hälfte des Vorsprungs auf; während dessen hat die Schildkröte aber auch schon eine Wegstrecke zurückgelegt, deren Hälfte Achill erst wieder einholen muss, während dessen die Schildkröte wieder ein Stück...usw. Bekanntlich ist diese Paradoxie leicht aufzulösen, sobald man die Infinitesimalrechnung erfunden hat. Jetzt benötigt man aber die Zahl „unendlich“ - und die Frage ist: ist „unendlich“ eine Zahl? Gibt es das „aktual Unendliche“? Oder sollte man von einem „potentiell Unendlichen“ sprechen, also von der Vorstellung ausgehen, dass man immer weiter zählen kann, ohne Ende? Auch dieser Streit währt schon seit der Antike. Aristoteles entschied sich für das Potential-Unendliche, die Platoniker, z.B. der heilige Augustinus, sahen das Aktual-Unendliche als göttlich an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurt Gödel und Paul Cohen zeigten, dass die Kontinuumshypothese innerhalb der Mengenlehre weder beweisbar noch widerlegbar ist, und so nimmt man sie, weil man sie benötigt, als unbewiesenes „Axiom“ in die Mengenlehre auf (Zermelo-Fraenkel mit Kontinuumshypothese, "ZF+CH"). „Unbewiesen“ heisst: man kann weder behaupten, das Axiom sei wahr, noch, es sei falsch. Will man ein Axiom „beweisen“, oder seine Verwendung legitimieren, muss man auf eine andere, 'übergerdnete' Theorie zurückgreifen. Und will man diese „Meta“-Theorie überprüfen, steht man vor dem gleichen Problem der Legitimität ihrer Voraussetzungen: man braucht wieder eine Metatheorie der nächsten  Stufe usw. usf.. Oft verzichtet man darauf, eine solche nicht endende Treppe zu betreten und beruft sich auf "Plausibilität" der vorausgesetzten Annahmen, der Axiome. Dabei übersieht man jedoch, dass auch schon die Erläuterung, warum man diese oder jene Annahme für plausibel hält, ja sogar schon die Formulierung der Annahme allein, sich auf theoretische Zusammenhänge stützt - auch unreflektierte Alltagserfahrungen und Gemeinplätze gehören dazu, sie verbergen sich in der 'natürlichen' Umgangssprache. Man stützt sich also auf Vor-Urteile, manchmal auf die Vorwegnahme eines gewünschten oder 'sinnvoll' erachteten Ergebnisses der fraglichen Theorie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kann man möglicherweise dem Problem entfliehen, indem man beweist, dass die Menge dieser gestuften Theorien in sich vollständig und widerspruchsfrei ist? - Das wäre die Voraussetzung dafür, dass man die jeweils zu gewinnenden Schlussfolgerungen aus dieser theoretischen Stufenpyramide als „wahr“ oder als „falsch“ zu beurteilen wären, und dass man sich, sobald man sie im Leben, in der Technik und Industrie, aber auch z.B. in der Wirtschaftspolitik oder im Recht anwendet, zuverlässig das erzeugen, was man argumentativ „bewiesen“ hat. Im 'wirklichen Leben' will man sich nicht der Methode "Versuch und Irrtum" aussetzen. Zumindest wenn es um das Leben anderer geht, wäre das ersichtlich unmoralisch - diesen Vorgriff auf die methodische Begründung ethischer Aussagen möchte ich mir hier erlauben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Durch &lt;b&gt;Kurt Gödels berühmten „Unvollständigkeitssatz“&lt;/b&gt; (1931) wurde dieses Problem bei der Begründung von Theorien nach dem Meta-Theorie-Konzept als unlösbar  bewusst: die Mengen- bzw. Typenlehre, die Bertrand Russel zur Begründung der Mathematik entwickelt hatte, kann ihr Versprechen nicht halten. Die Mathematik hat eine 'black box' ganz am Anfang ihrer Methodik. Man weiss nicht was drin ist, wie in der Losbude greift man blindlings hinein und arbeitet mit dem, was man dabei erwischt hat. Wie kann man sich dann jemals sicher sein, ob die erarbeiteten Ergebnisse solcher Theorien wahr, richtig und zuverlässig sind? Der Mathematiker Leopold Kronecker hatte darüber schon im 19. Jahrhundert geklagt: „Die ganzen Zahlen hat der liebe Gott gemacht, alles andere ist Menschenwerk“. Sollen die Mathematikstudenten ihre ersten Semester etwa in der theologischen Fakultät verbringen? Oder sollte man sich nicht lieber um die wissenschaftliche Begründung der ganzen Zahlen kümmern?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In genau dieser Weise haben&amp;nbsp;&lt;i&gt;sämtliche Wissenschaften, nicht nur die Mathematik&lt;/i&gt; dieses black-box-Problem, solange man das Begründungsproblem für ihren jeweiligen Bereich nicht gelöst hat. So etwa in der Psychologie: "Intelligenz ist, was der Intelligenztest misst" - ist das wirklich eine intelligente Anfangsdefinition? Oder in der Ökonomie: Was ist "Geld"? Was ist "Kapital"? Was ist "Markt"? usw.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist die genuine Aufgabe der Philosophie, solch blosse Plausibilitäten an der terminologischen Basis, den Begriffen am Anfang der verschiedenen Wissenschaften zu ersetzen durch eine &lt;i&gt;objektive Methode der Wissenschaftsbegründung&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das&lt;b&gt; Begründungsproblem &lt;/b&gt;ergibt sich aus dem üblichen Vorgehen: man entwirft eine Theorie, indem man erste Begriffe definiert, also per Umgangssprache Aussagen  behauptet, Fachbegriffe und Regeln festlegt, mit denen aus den Anfangsbehauptungen neue Erkenntnisse erschlossen werden. Danach entwirft man eine zweite Theorie auf „höherer“ Ebene, mit der man überprüft, ob die erste Theorie in sich geschlossen und widerspruchsfrei ist. Nur wenn diese beiden Bedingungen erfüllt sind, kann man auf die erarbeiteten Schlussfolgerungen vertrauen. Jetzt stellt sich aber die Frage: wie steht es um die Vertrauenswürdigket der Theorie zweiter Ordnung? Also entwirft man eine Theorie dritter Ordnung, mit der man die Theorie zweiter Ordnung auf Vollständigkeit und Widerspruchsfreiheit überprüft...und so weiter, ad infinitum. Angenommen, die Theorie, sagen wir, 10. Ordnung stellt fest, dass die Theorie 9. Ordnung fehlerhaft ist – damit fällt das ganze Kartenhaus zusammen. In der Gegenwwart begegnen wir allenthalben dem Vorschlag, auf eine kausalistisch andere Ebene überzugehen. Kommt das Finanzsysstem in die Krise, sollen nun die Verhaltenswissenschaften zur Begründung der Ökonomie herangezogen werden und sich mit dem Verhalten der Börsenjunkies befassen; für die Verhaltensforschung wieder ist derzeit beliebt der Verweis auf genetisch verankerte Denk- und Verhaltensweisen. So sucht man etwa auch den Ursprung der Zahlen in irgendwelchen "Zahlgenen". Aber, nicht vergessen: auch die Genetik wäre methodisch&amp;nbsp; zu begründen... und dann gibt es auch noch eine Wissenschaftssoziologie, die sich der Frage widmet, warum Forscher sich mit diesem oder jenem Thema beschäftigen - wie steht es mit den Wissenschaftssoziolgen?... usw., usf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die &lt;b&gt;philosophische Lösungsstrategie&lt;/b&gt; für das Begründungsproblem ist: man muss mit den je eigenen Argumentationsmitteln einer Theorie prüfen können, ob sie selbst vollständig und widerspruchsfrei ist. Die Theorie soll sich aus sich selbst begründen lassen. Da liegt die Crux: Gödels Unvollständigkeitssatz sagt, man kann entweder das eine oder das andere – aber niemals beides zusammen, sowohl die Vollständigkeit als auch die Widerspruchsfreiheit der Theorie mit deren eigenen Mitteln beweisen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Konsequenz ist: man ist auf den Glauben verwiesen, dass die unbegründet – willkürlich gesetzten Anfangsbehauptungen einer Theorie „irgendwie vernünftig“ seien. Und nur auf der Basis dieses Glaubens kann man den Schlussfolgerungen „vertrauen“. Wissenschaftlern kommt so der Status des Priesters zu, weil die Begründung der Wissenschaften selbst nicht wissenschaftlichen Gewissheiten folgt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist kein kleines Problem – ein grosses Problem ist es, dass die Glaubensfundierung des Wahrheitsbegriffs ignoriert wird. Ein Beispiel von der grössten Maschine der Welt, dem Large Hadron Collider bei Genf. Bei den Experimenten sollen Schwarze Löcher entstehen, die dich, mich, die ganze Menschheit, die Welt und auch den LHC ins Nichts, in eine Singularität einsaugen könnten. Einige, die von Physik mehr verstehen als ich und wahrscheinlich auch du, äussern die Befürchtung, der LHC könnte sich als Doomsday-Maschine erweisen.&amp;nbsp; Andere, die von Physik ebenfalls mehr verstehen als du und ich und der grössere Teil der Menschheit, behaupten dagegen, diese Befürchtung sei unberechtigt, womöglich lächerlich. Für keine dieser Behauptungen liegt ein notariell beglaubigter Wahrheitsbeweis vor, es wäre wahrscheinlich auch schwierig, einen befähigten Notar ausfindig zu machen. Immerhin liegt die Wahrscheinlichkeit, mit der die Entstehung und der Weiterbestand kleiner Schwarzer Löcher von den&amp;nbsp; Experimentatoren "geschätzt" wird (1 : 10.000.000), um ein Vielfaches höher als die Wahrscheinlichkeit eines Jackpots im Lotto (1 : 140.000.000).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bedenklich ist: nicht einmal das höchste deutsche Gericht sah sich befugt, über diese Berechtigung zum göttlichen Lottospiel zu entscheiden und überlässt das Schicksal der Welt damit dem absolut, durch eine überstaatliche Immunität des CERN ausserhalb jeder Rechtsordnung (höchst erstaunlich! siehe Video!) agierenden 'freien' Genius der Wissenschaftler.&lt;br /&gt;&lt;object height="360" width="580"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/ZAQOPG1_nhQ&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1&amp;amp;rel=0&amp;amp;color1=0xcc2550&amp;amp;color2=0xe87a9f&amp;amp;border=1"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/ZAQOPG1_nhQ&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1&amp;amp;rel=0&amp;amp;color1=0xcc2550&amp;amp;color2=0xe87a9f&amp;amp;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="580" height="360"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;Schon einmal, vor der Erprobung der ersten Wasserstoffbombe, gab es Befürchtungen, es könnte die Atmosphäre in Brand gesetzt werden. Hoffen wir, dass es auch diesmal gut geht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;object height="364" width="445"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/_TjYobXKebM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0xe1600f&amp;color2=0xfebd01&amp;border=1"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/_TjYobXKebM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0xe1600f&amp;color2=0xfebd01&amp;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="445" height="364"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;Darf man die Existenz der Welt dem Wissensdurst, den Beteuerungen und Plausibilitäten derjenigen anvertrauen, die von ihren Experimenten begeistert sind? Auch wenn man deren Ernsthaftigkeit und Seriosität in keiner Weise anzweifeln möchte – es liegt ja nicht an der Egomanik der Genfer Forscher, sondern an der axiomatischen Grundlage ihrer Wissenschaft, somit letztlich an blosser Plausibilität. Muss man als Wissenschaftler  - und als Nachbar von Wissenschaftlern - glauben und hoffen? &lt;br /&gt;&lt;object height="364" width="445"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/rYMbIhI8nm4&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0xe1600f&amp;color2=0xfebd01&amp;border=1"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/rYMbIhI8nm4&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0xe1600f&amp;color2=0xfebd01&amp;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="445" height="364"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Was nun -  ist die Wissenschaft, als eine Instanz verstanden, die das schöpferische Leben der Menschen untereinander friedlich-verträglich, nämlich unter dem Prinzip der Allgemeingültigkeit gestalten hilft, zu retten? Wie ist die Freiheit der Wissenschaft zu verstehen? Muss man sie, wieder&amp;nbsp; hierarchisch, unter Kuratel von Sicherheitswächtern stellen - oder stimmt etwas nicht an dem "solipsistischen" bzw. "individualistischen" Freiheitsbegriff? Was hat die Freiheit des Individuums mit der aufklärerischen Forderung nach Allgemeinheit zu tun?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;b&gt;***&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Der Philosoph und Mathematiker &lt;b&gt;Paul  Lorenzen&lt;/b&gt; hat in seiner „Metamathematik“ (1962) eine wichtige Lösung ausgearbeitet für die Bewältigung des Problems der Begründung von Wissenschaft, der Begründung ihrer Fähigkeit zur Allgemeingültigkeit. Wenn auch diese Lösung sich auf die Mathematik fokussiert, so gibt sie doch die Leitlinien für die Lösung auch in anderen Wissenschaften. Die Grundidee dabei ist: eine Terminologie wird von 'unten' aufgebaut, letztlich aus einem vorsprachlichen Bereich heraus, aus der Praxis. Man muss sich dann nicht auf eine vorausgehende, der jeweiligen Theorie übergeordnete Sprachebene verlassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Absicht Lorenzens bei seinem konstruktivem Ansatz der "Metamathematik" war, einen Ausweg zu zeigen aus dem Dilemma, das für die Wissenschaften durch Gödels Satz entstanden war. Dieser Ausweg sollte nicht&amp;nbsp; axiomatisch sein - denn die axiomatische Herangehensweise ist ja gerade die Ursache für das erkenntnistheoretische Dilemma aus dem Unvollständigkeitssatz. "Axiomatisch" kann man die Probleme mit der Kontinuumshypothese leicht wegdefinieren - man muss sie ja nur über das Auswahlaxiom&amp;nbsp; zur Mengenlehre&amp;nbsp; hinzunehmen, damit ist die Welt für die Mathematiker scheinbar wieder in Ordnung. Das heist aber doch: nachdem man innerhalb der Mengenlehre (Zermelo-Fraenkel) das Kontinuum der reellen Zahlen nicht beweisen kann, setzt man es, per Axiom, als zwar plausible, aber dennoch als unbegründete und unbeweisbare Voraussetzung - Punkt !, fertig !, sozusagen 'par ordre du mufti'.&amp;nbsp; Dieses ist das philosophisch absolut Unbefriedigende an der axiomatischen Vorgehensweise, die Allgemeingültigkeit von auf solche Art aufgebauten Theorien beruht allein auf der Gefälligkeit ihrer Voraussetzungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die methodischen Grundsätze einer&amp;nbsp; „konstruktiven“ Vorgehensweise à la Lorenzen sind: gehe vor Schritt für Schritt, ohne zirkelhafte Bezugnahme auf  Wörter, die einem, aus der Alltagssprache, schon 'auf der Zunge' liegen, aber noch nicht in der Reihenfolge des Aufbaus von unten   in ihrem Gebrauch festgelegt wurden. Im Falle der Mathematik sind diese ersten Begriffe – die Zählzahlen. Kommt dann noch die formale Logik dazu, kann der weitere Aufbau der Arithmetik problemlos durchgeführt werden. (Übrigens: auf die hierzu benötigte Logik – genauer: Prädikatenlogik 1. Ordnung - kann man sich verlassen, denn diese erfüllt die Gödelschen Kriterien von Vollständigkeit und Widerspruchsfreiheit nach eigenen Kriterien)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was also sind die Zählzahlen 1,2,3,...?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da die Mathematik, wie alle Wissenschaften, nicht mit der Alltagssprache, sondern mit einer exakten Kunstsprache („Orthosprache“) arbeitet, muss sie diese ihre Artefakte bewusst, wissend was sie da tut, herstellen, synthetisieren. Natürlich bedient man sich dabei der Alltagssprache, aber nur zur Erläuterung und Umschreibung dessen, was man da an der Tafel in der Vorlesung oder im Labor macht – die Anfangsbegriffe und ihre inhaltlichen Bedeutungen für die jeweilige Wissenschaft jedoch müssen  in einer Weise festgelegt werden, die „prinzipiell“ ohne inhaltlichen Rückgriff auf die Bedeutung der Alltagswörter auskommt. So, als würden quasi sprachlose Menschen 'ab ovo', frisch aus dem Ei des Klapperstorchs geschlüpft, ihre eigene Kunstsprache miteinander entwickeln. Das klingt schwierig, deshalb scheint die Philosophie auch die schwierige Aufgabe zu haben, sich wie Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen zu sollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht aber auch ganz einfach. Lorenzen schlug folgende Handlungsanweisung vor, um die Zählzahlen zu konstruieren: &lt;br /&gt;Mach einen Strich I&lt;span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;/span&gt;, dann noch einen dazu II , dann noch einen dazu&amp;nbsp; III , usw..    Allgemein gesprochen: befolge die Vorschrift:    &lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;=&amp;gt; I&amp;nbsp; ;&amp;nbsp; n =&amp;gt; nI &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Man muss dann nur noch lernen, dass es nicht darauf ankommt, welche Form diese Zählzeichen haben, ob krumme oder gerade Striche, oder Kringel, auch dass es nicht darauf ankommt, ob sie auf die Tafel oder in den Sand gezeichnet wurden, ob sie als Wörter ausgesprochen werden, ob sie „eins hin, zwei im Sinn“ vielleicht nur als stille Vorstellung im Kopf kreisen, ob sie in den Computer eingegeben werden und dort  in Form elektrischer Plus-Minus-Zustände festgehalten sind etc. pp.  Wenn man von der konkreten, materiellen Form dieser Zählzeichen zu „abstrahieren“ gelernt hat, dann weiss man, was die natürlichen Zahlen sind, was der „Begriff“ der Zahl ist. Man weiss das, wenn man gelernt hat, was der „Nachfolger“ einer beliebigen vorgegebenen Zahl n ist, wie dieses&amp;nbsp; n+I&amp;nbsp; zu konstruieren sei (deshalb „konstruktive Mathematik“). Und damit weiss man z.B., wie man mit dem Wort „unendlich“ umzugehen hat: man kann „prinzipiell“ immer weiter machen, über Äonen hinweg, ausser, es geht einem vorher die Luft, die Kreide oder das Leben aus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt jedoch noch philosophische Kritik an diesem „Abstrahieren“ von der Gegenständlichkeit der Zählzeichen: es ist nicht eindeutig genug in Bezug auf die philosophisch-aufklärerische Forderung nach "Allgemeinheit". Dies hängt auch damit zusammen, dass die Konstruktion der Zahlen einer Regel folgt – wer stellt diese auf, und gibt es dazu noch weitere Begründungen, ausser, dass sie trivial-selbstverständlich erscheint? Was unterscheidet, philosophisch, diese Regel positiv von den Peano-Axiomen, die ja auch – in der von den Konstruktivisten kritisierten „axiomatischen“ Vorgehensweise - Regeln zur Definition des „Nachfolgers“ sind? Die axiomatische Begründung kommt für Lorenzen deshalb nicht in Frage, weil die Formulierung der Axiome willkürlich-unbegründet ist und auf die natürliche Sprache als einer Metasprache zurückgreift. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um diese Frage zu beantworten, möchte ich, anstatt von „Abstraktion“ von „Verallgemeinerung“ sprechen. Abstrahieren heisst ja: etwas weglassen. Was? Wer trifft, wie begründet man die dazu nötigen Entscheidungen über die Relevanz des weg zu Schneidenden und über das zu Belassende? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter Verallgemeinerung dagegen verstehe ich den Perspektivwechsel weg vom Objekt, hin zum Subjekt, die Aufhebung der Subjekt-Objekt-Gegensätzlichkeit. Nicht das Objekt wird abstrahiert, sondern das Subjekt verallgemeinert sich und seine Beziehung zum Objekt - damit gewinnt es ein, allen Subjekten gemeinsames, Objekt. Die Tätigkeit, hier also die Tätigkeit des Konstruierens der Zähl-Zahlen, soll von Leuten durchgeführt werden, die sich ihr Verhältnis zu ihren Diskurspartnern selbst so gestalten, dass es keinen Unterschied macht, welcher von den Teilnehmern welchen Diskursschritt durchführt. Das heisst, sie sollen sich gegenseitig vertreten, repräsentieren können. Sie könnten, ohne dass dadurch für einen der Betroffenen das Ergebnis sich verändert, etwa auslosen, wer welchen Schritt unternehmen soll. Erst dann, wenn wir diesen Schritt zur Verallgemeinerung unserer Anschauungen durchgeführt haben, können wir uns darauf verlassen, dass die von uns erzeugten Wörter und Unterscheidungen „objektiv“ sind – das heisst, es ist gleichwertig, ob du oder ich oder ein anderer die Rechnung oder die Argumentation durchführt – sie ist von jedem nachvollziehbar (und auf Denkfehler zu überprüfen, die man dann einvernehmlich korrigieren könnte). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu müssen wir die Tätigkeit des Zahlen Konstruierens durch Striche machen im Rahmen einer Interaktion durchführen, in der die Rollen der Beteiligten nach gewissen Regeln verteilt und getauscht werden. Die Ausgangslage dabei ist: einer, auf der Initiativseite, übt die Konstruktionstätigkeit aus, der andere, auf der Responsseite, überwacht die Einhaltung der Konstruktionsregel. Es gibt dabei nur eine &lt;b&gt;Konstruktionsregel&lt;/b&gt;, diese gibt dem Diskursteilnehmer, der jeweils auf der Initiativseite ist, vor, was er zu tun hat. Sie besagt:&lt;br /&gt;&lt;b&gt;„Mache das Gleiche, was dein Vorgänger getan hat“&lt;/b&gt;. Sie gilt für alle Teilnehmer unverändert gleich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man sieht, dabei ist nichts „Materielles“ vorgeschrieben. Es ist eine allgemeine Regel, die für jeden gleichermassen gilt, und deren Einhaltung vom jeweiligen Gegenüber eingefordert wird. „Materiell“ wird nur vorausgesetzt, dass es ums Striche machen geht; das könnte man auch abändern, etwa: Äpfel in den Korb legen – es geht um das Zusammenführen von irgendwelchen diskreten Gegenständen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir werden überrascht sein zu sehen, dass sich, je nach den Regeln der Positionsverteilung im Diskurs, völlig unterschiedliche Zahlensysteme ergeben – obwohl alle nur dieselbe Konstruktionsregel befolgen. Wir bekommen dann unterschiedliche Zahlbegriffe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das heisst:&lt;b&gt; die Struktur der sozialen Ordnung, und nicht die Konstruktionsregel bestimmt den Zahlbegriff ! &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;***&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Beginnen wir mit dem ersten Diskursspiel, in dem jeder Schritt von einem anderen Teilnehmer ausgeführt wird.&lt;br /&gt;Sie spielen den Diskurs in einer hierarchischen transitiven Reihenfolge durch: der Erste im Diskurs mit dem Zweiten, der Zweite mit dem Dritten usw. Der Turnus wird geschlossen, sobald der erste Teilnehmer noch einmal die Initiative ergreift und wieder mit dem letzten Spieler spielt. Der erste Initiator nimmt also eine herausgehobene Stellung ein: er bestimmt den Anfang und das Ende, und er ist zweimal auf der Initiativseite aktiv. Im Unterschied zu allen anderen Teilnehmern ist er nie auf der Responseseite, jene dagegen sind alle je einmal auf der Responseseite und einmal auf der Initiativseite. Das sind die Regeln der transitiven Relation. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Erste Initiator bestimmt damit souverain den Anfang und das Ende der entstehenden Zahlenfolge, ihre Länge. Ob sie „Unendlich“ wird, hängt von seiner Willkür ab. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tätigkeitsanweisung an den jeweiligen Inhaber der Initiativseite lautet, wie bereits gesagt:&lt;br /&gt;„Mache das Gleiche, was dein Vorgänger getan hat“. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit hat jeder Teilnehmer die gleichen 'Rechte', keiner wird bevorzugt oder benachteiligt, sobald das Spiel begonnen hat. Alle sind gleich, und insofern kann sich keiner beschweren. Das ist ein elementarer ethischer Grundsatz dafür, dass die Ergebnisse auch für alle Teilnehmer als verbindlich angesehen werden können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Anfangsschritt sieht dann so aus: &lt;br /&gt;Der erste Initiator findet eine Situation vor, die leer ist. Dazu fügt er einen Strich.  Ergebnis ist: 1&lt;br /&gt;Da der erste Initiator  keinen Vorgänger hat, ist er frei, zu wählen, was er tut. Er hätte auch mehr Striche machen können, er hätte Kieselsteine hinlegen können, was auch immer ihm einfällt - er ist in dieser Position, als erster Initiator, Souverain. Aber wir wollen mit der Minimalleistung zufrieden sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit prägt der erste Initiator der Diskurse jedoch die Tätigkeiten seiner nachfolgenden Spieler. Da es aber keine Vorschrift gibt, welcher Mitspieler die erste Position einnehmen sollte, ist dieser 'Vorteil' beim ersten Spieler irrelevant. Er ist nicht begründbar – denn vor Beginn des Spiels zur Erzeugung der Zahlen können die Teilnehmer an diesen 'Zahlenmacherspiel' ja noch nicht zählen -, deshalb aber auch nicht angreifbar oder widerlegbar – er fungiert wie ein Axiom. Ein weiteres Ergebnis ist damit schon erkennbar: dieses „Axiom“ bestimmt – aufgrund der Logik der Transitivität – dass derselbe, der den Anfang bestimmt, auch das Ende bestimmt. In ihm liegt die Bestimmung der „Unendlichkeit“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wollen den ersten Spieler deshalb vor die alphabetische Reihe der Diskursteilnehmer stellen und nennen ihn DAM.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der nächste Diskursteilnehmer ADAM, der im ersten Diskursschritt auf der (kontrollierenden) Responseseite war, wechselt nun auf die Initiatorseite. &lt;br /&gt;Dort macht er dasselbe, was sein Vorgänger DAM in seinem Durchgang getan hat: er fügt die Null (die Ausgangszahl des Vorgängers) und die Eins (die Ergebniszahl des Vorgängers) zusammen – Ergebnis: 1. Allgemein gesagt: er addiert die beiden Zahlen (Ausgangs- und Ergebniszahl) seines Vorgängers, das Ergebnis ist seine neu gebildete Zahl. Diese neue Ergebniszahl, zusammen mit seiner Ausgangszahl, wird dann von seinem Diskurs-Nachfolger wieder zusammengefügt, womit die neue Zahl des Diskurs-Nachfolgers entsteht.&lt;br /&gt;Im dritten Durchgang kommt nun Bedam, der den zweiten Durchgang auf der Responseseite überwacht hat, auf die Initiatorseite; er macht dasselbe, was sein Vorgänger tat: er fügt die Striche (Ausgang und Ergebnis) seines Vorgängers (hier: ADAM) zusammen. Ergebnis: 2&lt;br /&gt;Im vierten Durchgang kommt CEDAM, der Bedam überwachte, auf die Initiatorseite, er macht dasselbe, das sein Vorgänger CEDAM tat: er fügt die Striche seines Vorgängers, hier: BEDAM, zusammen. Ergebnis: 3. So geht das Spiel weiter – ohne erkennbares, bennennbares Ende. Es können 'unendlich' viele Diskursschritte mit 'unendlich' vielen Teilnehmern durchgeführt werden – bis der erste Initiator die Folge schliest, indem er die Initiative gegenüber dem bis dato letzten Teilnehmer ergreift. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einer Übersicht zusammengestellt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;a) Die diskursive Erzeugung der hierarchischen Zahlen  (FIBONACCI-Folge)&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die &lt;b&gt;Konstruktionsvorschrift für die Initiativseite lautet:    &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;„Mache das Gleiche, was dein Vorgänger gemacht hat“&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Respondent überwacht kritisch die Ausführung dieser Vorschrift, gekennzeichnet durch das Fragezeichen „?“.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; TRANSITIVITÄT&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Tätigkeit&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #cc0000;"&gt;  Respondent&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Initiator&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;Ergebnis&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span style="background-color: #fce5cd; color: #cc0000;"&gt;&lt;span style="background-color: white;"&gt; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&lt;/span&gt; ADAM &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; DAM&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span style="color: #cc0000;"&gt;&lt;span style="background-color: #fce5cd;"&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; -Zahl&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Vorgabe &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &lt;b&gt;0 &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt; ?  &lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Vorgabe+Hinzu &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt; 0 + I =&amp;gt; I &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;     &lt;b&gt;1&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &lt;span style="background-color: #fce5cd; color: #cc0000;"&gt;BEDAM &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; ADAM&lt;/span&gt; &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Vorgabe&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt; I &lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;b&gt;?  &lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Vorgabe  +Hinzu&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp; 0 + I =&amp;gt; I&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;           1&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; (wie Vorgänger)&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;span style="background-color: #fce5cd; color: #cc0000;"&gt;CEDAM&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; BEDAM&lt;/span&gt; &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Vorgabe &amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp; I &lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt; ?  &lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Vorgabe + Hinzu &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&lt;b&gt; I + I =&amp;gt; II&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; 2&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; (wie Vorgänger)&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &lt;span style="background-color: #fce5cd; color: #990000;"&gt;DEDAM&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; CEDAM &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Vorgabe &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;b&gt;II &lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;b&gt;?  &lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Vorgabe + Hinzu&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;b&gt;II + I =&amp;gt; III&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;          3&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; (wie Vorgänger)&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #fce5cd; color: #990000;"&gt; EFDAM &amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; EDAM &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp; Vorgabe &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;b&gt;II &lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;b&gt;?  &lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp; Vorgabe + Hinzu &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &lt;b&gt;II + III =&amp;gt; IIIII &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;      5&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; (wie Vorgänger)&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;span style="background-color: #fce5cd;"&gt;.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; 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&lt;span style="background-color: #fce5cd; color: #990000;"&gt;Ω-DAM&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; DAM&lt;/span&gt; &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp; Vorgabe &amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; II...+IIIII...&lt;/b&gt; &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp; ?  &lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;Vorgabe + Hinzu&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt; II... + IIIII... =&amp;gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; (wie Vorgänger)&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &lt;b&gt;IIIIIII.... &lt;/b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;b&gt;Ω&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ergibt sich die „FIBONACCI-Folge“ mit den Zahlen:  &lt;br /&gt;0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, 233, 377, 610, 987, 1.597, ......&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Zahlen als Begriffe&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wollen nun das Diskursspiel verändern in Bezug auf die Platztauschregel der Diskursteilnehmer. Der Gegenstand des Spiels, die Handlungsanweisung an den jeweiligen Spieler auf der Initiatorseite bleibt jedoch wie im obigen Spiel: &lt;br /&gt;„Mache das  Gleiche, was dein Vorgänger gemacht hat!“. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Platztauschregel schreibt jetzt vor, dass je zwei Diskurspartner in zwei aufeinader folgenden Diskursen ihre Positionen in symmetrischer Weise miteinander tauschen. Jeder ist also mit demselben Partner einmal in der Initiativ-, und einmal in der Responseposition.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die so erzeugte soziale Symmetrie zwischen den Diskursteilnehmern löst die Identität der Reihenfolge der Diskursteilnehmer mit der Reihenfolge der Diskursschritte auf. Jetzt kann kann im transitiven Dirkursdurchgang jeder Diskursteilnehmer beliebig in jeden Diskursschritt eintreten, weil die Spieler sich, als Folge der erzeugten sozialen Symmetrie zwischen ihnen, sich gegenseitig repräsentieren können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wird die Einordnung in den Diskursverlauf, wie eben, allein durch die Regel der Transitivität bestimmt, dann ist das Ergebnis der Tätigkeit eines jeden Teinehmers, je nach der Rangstelle, an der er seinen „turn“ durchführte, verschieden von der eines jeden anderen - obwohl er ja dieselbe Regel wie alle anderen befolgt hat: „Mache das Gleiche, was dein Vorgänger gemacht hat“! Das scheint erstaunlich; jeder Teilnehmer ist durch die von ihm erzeugte Fibonacci-Zahl identifizierbar.  Die Reihenfolge des Eintritts eines Diskursteilnehmers ist nicht vorbestimmt – sie kann von jedem selbst bestimmt werden. Diesbezüglich gibt es keine Regel; die alphabetische Reihenfolge unserer Spieler Adam, Bedam,... soll eine solche Reihe nicht suggerieren. Sie  ist nur darstellungshalber, als Teil der erläuternden  „Parasprache“ gewählt, mit der ich, der Schreiber, dir, dem Leser, darstelle und umschreibe, was hier gespielt wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es entsteht so ein erstaunlicher Unterschied in den entstehenden Zahlenfolgen, und dieser Unterschied  hängt nur davon ab, ob das „Diskursballett“ die soziale Symmetrie der Teilnehmer erzeugt oder nicht und die transitive Ordnung der Diskurse unter der Voraussetzung durchgeführt wird, dass sie sich gegenseitig repräsentieren können (was aber keine Pflicht ist). Den Diskurs unter vorausgehender Symmetrie können wir "&lt;b&gt;Dialog&lt;/b&gt;" nennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter der Voraussetzung der sozialen Symmetrie zerfällt die transitive Hierarchie unter den Teilnehmern. Der erste Initiator nimmt daher auch keine privilegierte Stellung ein, weder am Anfang, noch am Ende. Auf diesen Aspekt werden wir später, als sehr interessant,  zurückkommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;b) Die dialogische Erzeugung der Zahlen: die natürlichen Zahlen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die &lt;b&gt;dialogische  Konstruktionsvorschrift für natürliche Zahlen&lt;/b&gt; lautet, wie oben auch: &lt;br /&gt;&lt;b&gt;„ Mache das Gleiche, was dein Vorgänger gemacht hat!“&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Respondent überwacht kritisch die Ausführung dieser Vorschrift, gekennzeichnet  durch das Fragezeichen „?“.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt; SYMMETRIE&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #cc0000;"&gt; Respondent&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Initiator&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;span style="background-color: #f4cccc;"&gt;BEDAM &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; ADAM&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; -&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt; ? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp; I&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #f4cccc;"&gt; ADAM&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; BEDAM&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt; -&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;b&gt;? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt; I&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dieser sozialen Symmetrie des ADAM und des BEDAM ergibt sich deren gegenseitige Vertretungsfähigkeit. In diesen beiden ersten symmetrischen Diskursen hat jeder von ihnen einen Strich gemacht. Wenn nun einer von diesen beiden, für sich selbst oder in Repräsentanz des anderen, im nachfolgenden transitiven Durchgang in den nächsten Diskurs mit CEDAM eintritt, so wird er, egal ob er als ADAM oder als BEDAM agiert, einen Strich machen – in Befolgung der Regel: „Mache das Gleiche wie ein Vorgänger“. Denn aufgrund ihrer nunmehr geltenden sozialen Gleichheit ist die Aktion des ersten Akteurs die maßgebende Aktion, die Bezugsaktion für alle Nachfolger, die sich dieser Selbstverallgemeinerung unterzogen haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es entsteht nun aber auch eine symmetrische Beziehung mit dem CEDAM. Denn statt der transitiven Diskursabfolge (ohne vorausgehende Symmetrie zwischen ADAM und BEDAM) mit den einseitigen Positionsverteilungen, bei denen ADAM ausschliesslich auf der bevorteilenden Initiativseite, und CEDAM nur auf der passiven Responsseite vorkommt (beachte die grau unterlegten Positionen!):&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Positionsverteilung&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;b&gt;TRANSITIVITÄT&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; (ohne vorausgehende Symmetrie)&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #cc0000;"&gt;&amp;nbsp; Respondent &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; Initiator&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; BEDAM &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #d9d2e9;"&gt; ADAM&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #cfe2f3;"&gt;&amp;nbsp; CEDAM&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; BEDAM&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #cfe2f3;"&gt;&amp;nbsp; CEDAM&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #d9d2e9;"&gt; ADAM&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ergibt sich jetzt, wegen der gegenseitigen Repräsentation von ADAM und BEDAM in den ersten beiden Durchgängen der transitiven Diskursabfolge folgende Veränderung in Bezug auf die Positionseinnahme von CEDAM und ADAM:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Positionsverteilung&lt;br /&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&lt;b&gt; TRANSITIVITÄT&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; (mit vorausgehender Symmetrie)&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #cc0000;"&gt; Respondent &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; Initiator&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;span style="background-color: #cfe2f3;"&gt;CEDAM &amp;nbsp; &amp;nbsp;&lt;/span&gt; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; A-B-DAM &lt;br /&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; A-B-DAM&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;span style="background-color: #cfe2f3;"&gt;CEDAM&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; ...usw... ...usw...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das heisst, nun ist die Symmetrie zwischen ADAM, BEDAM und CEDAM im Rahmen der transitiven Abfolge „automatisch“ hergestellt; von nun an können diese drei sich gegenseitig vertreten – damit setzt sich diese Verallgmeinerung der Diskursteilnehmer auf jeden weiteren hinzutretenden Spieler fort:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #cc0000;"&gt;&amp;nbsp; Respondent &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; Initiator &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;span style="background-color: #d9d2e9;"&gt;CEDAM&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; A-B-DAM &lt;br /&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; A-B-DAM&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #d9d2e9;"&gt; CEDAM&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;span style="background-color: #6fa8dc;"&gt;DEDAM&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; A-B-C-DAM &lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; A-B-C-DAM&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #6fa8dc;"&gt; DEDAM&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; ...usw... ...usw...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;CEDAM wird dann ebenso vertretungsfähig und vertretungsberechtigt gegenüber seinen Vorgängern ADAM und BEDAM, so dass auch CEDAM dann bei seinem nachfolgenden Diskurs auf der Initiatorseite einen Strich hinzufügt. Dies setzt sich dann fort bei DEDAM usw. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Durch die Symmetrie zwischen den Diskursteilnehmern bleibt es jetzt also unbeachtlich, wieviele Striche jeweils als Ausgangsbasis in einem Diskursdurchgang am Anfang standen – die Vorschrift: „Mache das Gleiche wie dein Vorgänger!“ hat sich 'materialisiert' auf „mache einen Strich hinzu!“. Wir haben nun also eine Begründung für die Nachfolger-Konstruktionsvorschrift Lorenzens&amp;nbsp; n =&amp;gt;&amp;nbsp; nI . &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aufgrund der entstandenen allgemeinen gegenseitigen Vertretungsfähigkeit und Vertretungsberechtigung können wir nun, im weiteren transitiven Diskursverlauf, die Namen der jeweiligen Spieler weglassen und uns auf die Benennung der Position „Initiator“ bzw. „Respondent“ beschränken. Die Spieler spielen als „allgemeine Person“ N, so dass man diese Benennung eigentlich weglassen könnte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Erzeugung der natürlichen Zahlen durch &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; TRANSITIVITÄT &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; bei implementierter Symmetrie&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #cc0000;"&gt; Respondent &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; Initiator  &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;span style="background-color: #f4cccc;"&gt;NOMEN &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; NOMEN &lt;/span&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Ergebnis&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp; n  &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;b&gt;?   &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; I &amp;nbsp; &lt;/b&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt;  nI&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: #f4cccc;"&gt; NOMEN &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; NOMEN&lt;/span&gt;  &lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; nI&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; ?   &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; I &amp;nbsp; &amp;nbsp; &lt;/b&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&lt;b&gt;  nII&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;span style="background-color: #f4cccc;"&gt;NOMEN &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; NOMEN &lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp; nII  &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp; ?   &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; I&amp;nbsp;&lt;/b&gt; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;b&gt;&amp;nbsp;  nIII&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; ...... usw.... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Durch die Herstellung der sozialen Symmetrie zwischen den Diskursteilnehmern durch diese selbst entsteht ein Diskursverlauf, der die Folge der natürlichen Zahlen erzeugt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist also ersichtlich ein bedeutsamer Unterschied zu der allein transitiven Diskurschoreographie, bei der die Folge der Fibonacci-Zahlen entsteht - obwohl die Anweisung an die Diskursteilnehmer „Mache das Gleiche was dein Vorgänger gemacht hat!“ in beiden Fällen identisch ist und keinen Unterschied vorabdefiniert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Unterschied wird vor allem deutlich beim „Unendlichen“: Bei der individualistischen Erzeugung der Zahlenfolge war der Erstinitiator DAM für die Beendigung der Folge zuständig – wann immer sein souverainer Wille es will. Die übrigen Teilnehmer ADAM, BEDAM,... können die Folge nicht beenden. Daher entsteht die Vorstellung von dem, was dieses Ende sein könnte, als etwas, das im Willen des DAM existiert. Die direkte Analogie zum Schöpfergott ist evident. So können wir aber auch verstehen, warum Aristoteles für das Potential-Unendliche plädierte: er hatte ja den persönlich gedachten Gott ersetzt durch das „erste unbewegte Bewegende“ (πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον), das die geschaffene Welt den Menschen überlässt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der Symmetrie zwischen den Diskursteilnehmern verschwindet die Vorzugsposition, die dem ersten Initiator zukommt, sie geht auf alle Teilnehmer über – auch seine „Lizenz“ zur Beendigung der Folge geht auf alle Teilnehmer über, jeder ist im Besitz der „Endlizenz“. Damit ist die Frage der Beendigung durch ein allgemeines Verfahren bestimmt, das jeder, der den allgemeinen Zahlbegriff beherrscht, anwenden kann – weil er den Begriff der Zahl kennt. Anfang und Ende ist etwas geworden, das der Menschenwelt zugehörig ist, es ist vom Himmel auf die Erde 'umgesiedelt' – durch die von den Menschen selbst, in der sozialen Symmetrie des Diskurses realisierte Ethik der Gleichheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau genommen ist die Konstruktion der Zahlzeichen und ihrer Verallgemeinerung in Zahlbegriffe noch nicht Mathematik. Aber sie ist Teil der Metamathematik (http://de.wikipedia.org/wiki/Metamathematik), welche die Grundlagen der Mathematik in einer konsistenten Theorie ausarbeiten will, die dem von Gödel aufgezeigten Dilemma entgeht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe gezeigt, dass die Vorarbeit für die Metamathematik, die man eigentlich „Protomathematik“ nennen sollte, auf einer ethischen Basis beruht: die Gleichgeltung der Konstruktionsvorschrift für alle Diskursteilnehmer, und zugleich die zusätzliche Selbstverallgemeinerung der Teilnehmer durch die gegenseitige Zuteilung einer symmetrischen Position im Diskursverlauf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Verfahrensweise bei der Herstellung der Positionsgleichheit ist eine Anwendung der Ethik von Adam Smith (Theory of Moral Sentiments). Seine „Sympathy“ ist die Fähigkeit zum symmetrischen Positionstausch, die sich über den „neutralen Dritten“ in der Transitivität fortsetzt, bzw. die den „neutralen Dritten“ zum Repräsentanten aller menschen werden lässt – weil die Art seiner einbeziehung in den Diskursverlauf sich mit jedem anderen Menschen ebenfalls durchführen lässt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir können daran sehen, dass die modernen Wissenschaften nur begründet werden können, wenn wir die Ethik der sozialen Gleichberechtigung einschliesslich der ausdrücklichen gegenseitigen Anerkennung dieser sozialen Gleichberechtigung als Basis nehmen. Nur auf dieser ethischen Basis können die wissenschaftlichen Allgemeinbegriffe begründet werden. Die expertenabhängige „Glaubensgrundlage“, die mit der axiomatischen Methodik verbunden ist, wird hinfällig. Die Protomathematik ist dafür ein Beispiel, das den Weg für andere protowissenschaftliche Begründungen in allen Fachwissenschaften aufzeigt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;****&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;KARL JASPERS: Die Verantwortung zur Freiheit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;object height="360" width="580"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/ZH8nuI27Vsg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0xe1600f&amp;color2=0xfebd01&amp;border=1"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/ZH8nuI27Vsg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0xe1600f&amp;color2=0xfebd01&amp;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="580" height="360"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5351322396797697631-6727133096309158263?l=ethikonomie.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ethikonomie.blogspot.com/feeds/6727133096309158263/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5351322396797697631&amp;postID=6727133096309158263' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5351322396797697631/posts/default/6727133096309158263'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5351322396797697631/posts/default/6727133096309158263'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ethikonomie.blogspot.com/2010/04/123.html' title='1,2,3, ... - ETHIK!'/><author><name>Emile LeFant</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13295162325040332686</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='27' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4lNMWsR59I/AAAAAAAAABQ/tjZmHMMbXMc/S220/self+portrai+klein.bmp'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5351322396797697631.post-2291890900012566318</id><published>2010-03-01T21:23:00.044+01:00</published><updated>2010-04-04T18:21:16.439+02:00</updated><title type='text'>WÖRTER MIT MUSIK - Der herrschaftsfreie Diskurs als Methode</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;b&gt;Was haben Sprache und Ethik miteinander zu tun?&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;1&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der „Logischen Propädeutik“ (1967), der „Vorschule des vernünftigen Redens“ hatten die Erlanger Philosophen Wilhelm Kamlah und Paul Lorenzen einen angenehm simplen „Anfang der Philosophie“ vorgeschlagen: die Einführung von Wörtern durch Zeigen auf eine Sache und dem gleichzeitigen Aussprechen des zugeordneten Wortes – die „hinweisende“ oder „deiktische Definition“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Durch Beispiele („dies ist ein Fagott“) und Gegenbeispiele („nein, das ist kein Fagott, sondern ein Saxophon“) wird, je nach Bedarf, so lange geübt, bis der Schüler das Wort (den „Prädikator“) richtig anwendet. Der Schüler hat damit ein Stück „Sprachkompetenz“ erworben.&lt;br /&gt;Wir haben also ein Schüler-Lehrer-Modell. Was aber, wenn der Schüler störrisch ist? Wenn ihn der autoritative Lehrplan nicht interessiert? Wenn er das Fagott verachtet, seine Gitarre auspackt und singt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;We don't need no education&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;We don't need no thought control&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;Hey, teacher, leave them kids alone!&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;object height="265" width="320"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/MAe_w9a_IN8&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/MAe_w9a_IN8&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="320" height="265"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Um zu vermeiden, dass Wörter „bricks in the wall“ werden, mit denen der Geist von aussen eingemauert wird, sollte dem Lehreifer des Lehrers der Lerneifer des Schülers gegenüberstehen. Der Lehrer ist auf das fragende Interesse, die „Kritik“ des Schülers angewiesen – eine Selbstverständlichkeit, ja Trivialität für jeden begeisterten Pädagogen. Mit seinem kritischen Interesse gibt der Schüler dem Lehrer seine "Anerkennung" - ein zentraler Begriff in der Sozialphilosophie Hegels.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere Aufgabe ist es nun, eine Methode zu finden, welche die Gleichberechtigung von "Schüler" und "Lehrer" erzeugt und sicherstellt. Wir brauchen eine soziale Symmetrie beim Wörter Erfinden oder Neuerfinden oder Umdefinieren oder Korrigieren oder ihrer Bedeutungklärung usw. usf. Diese soziale Symmetrie der Sprechenden und Hörenden wird erzeugt durch Regeln für den Rollentausch zwischen der Lehrer- und der Schülerrolle. Welches sind diese Rollentauschregeln für dieses 'Diskursballett'? Darum&amp;nbsp; geht es im Folgenden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Machen wir uns ein Bild von der anfänglichen Lernsituation. (Um uns aus dem Streit über das gewünschte Instrument herauszuhalten, nehmen wir die Violine.) &lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;img border="0" height="273" kt="true" src="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wSMyQSA6I/AAAAAAAAAGU/Hq1LVnCzO_8/s320/Dialog+1.bmp" width="320" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Die Einführungssituation gliedert sich in drei Interaktionsschritte: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;(1)das Darauf-Zeigen des Initiators&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;(2)das fragende Interesse des Respondenten &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;(3)die Nennung des Prädikators durch den Initiator. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Erst durch den zweiten Schritt in dieser Interaktion, die Anerkennung,&amp;nbsp;kommt die Zuordnung von Gegenstand und Prädikator zustande. Ohne gegenseitige Anerkennung gibt es keine Sprache. (In der konkreten Schulstunde kann man sich das etwa so vorstellen: der Schüler schaut interessiert und fragt: „was ist denn das?“ Er kann auch mit skeptischem Unterton lästern: „was soll denn das wieder für ein Ding sein?“ usw. - aber: er muss auf die Initiative eingehen, sie durch sein Interesse respondieren, sie "reflektieren", sonst ist diese gescheitert, es gelingt dem Initiator nicht, den Gegenstand zu benennen.) Die Zeigegeste kann durch eine Kennzeichnung (etwa „mein Instrument“) oder durch einen Eigennamen ersetzt werden (etwa „Aurea“, eine Violine, die Stradivari im Jahr 1710 baute). &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wS69te4uI/AAAAAAAAAGc/9aaQltbX58w/s1600/Aurea+Violine.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" kt="true" src="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wS69te4uI/AAAAAAAAAGc/9aaQltbX58w/s320/Aurea+Violine.bmp" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Das Ergebnis ist ein „Elementarsatz“: Aurea ε Violine.&lt;/div&gt;( „ε“ steht für „ist“ aus griechisch estin, sein. Damit haben wir schon ein äusserst komplexes Philosophenwort, das „Sein“ auf einen simplen Ursprung zurückgeführt. Das „Sein“ ist die Ansammlung all der Dinge im Weltenchaos, die wir unterscheiden, die wir „erkennen“, weil wir sie benennen können. Oft wird „Sein“ verwechselt mit „Materie“, dem Insgesamt aller unterscheidungsfähigen Dinge, die aber nicht, eventuell noch nicht, unterschieden sind).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Elementarsatz heisst Elementarsatz, weil er das atomare Element für die Zusammensetzung komplexer Sätze, den Zusammenbau von Satzmolekülen durch logische Operatoren ist. Logische Operatoren sind Verbinder von Elementarsätzen wie etwa UND, ODER, WENN-DANN, aber auch der „Negator“ NICHT usw. &lt;i&gt;(Bsp.: "draussen ε Regen UND draussen ε kalt") Selbstverständlich können auch bereits zusammengesetzte „Satzmoleküle“ weiter zusammengesetzt werden (Bsp.: WENN (&lt;draussen draussen="" kalt="" regen="" und="" ε=""&gt; &lt;/draussen&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;draussen ε Regen UND draussen ε kalt) &lt;/i&gt;&lt;i&gt;&lt;draussen draussen="" kalt="" regen="" und="" ε=""&gt;DANN draussen ε Glätte).&lt;/draussen&gt;&lt;/i&gt; Umgekehrt ist der Elementarsatz das Ergebnis einer logischen Analyse, in der komplizierte Aussagen so lange aufgegliedert werden, bis am Ende ein Elementarsatz steht, über dessen Wahrheit dann empirisch, durch Nachprüfen in der 'Wirklichkeit' entschieden werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Empirische Forschung ist demnach der gleiche Vorgang wie die Einführung neuer Wörter und Unterscheidungen; dabei macht es auch keinen Unterschied dahin, ob nur Wörter, die bereits in Gebrauch sind, neu überprüft werden. Empirie als Wissenschaft ist nur dadurch etwas komplizierter, dass man den Zusammenhang eines Wortes (bzw. der damit bezeichneten Situation/Gegenstand) mit anderen Situationen explizit darstellt. Das kann eine Situationsbeschreibung sein, etwa die der Vesuchsanordnung im Chemielabor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor man also mit empirischer Forschung in einer beliebigen Fachwissenschaft beginnen kann, muss erst entprechende theoretische Vorarbeit geleistet werden. Diese besteht in der Zergliederung komplexer theoretischer Aussagen und Hypothesen auf logisch einfache, atomare Sätze. Die UND, ODER,... werden aus der ursprünglichen Situationsbeschreibung herausanalysiert. Der Forscher fragt, nachdem er auf etwas Merkwürdiges aufmerksam wurde, sich über etwas wunderte, wie der Schüler, „dieses ist...was?“, um dann diesem unbekannten Phänomen, es benennend, unterscheidend, auf die Spur zu kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;2 Der herrschaftsfreie Diskurs&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die „Logische Propädeutik“ von Kamlah und Lorenzen hatte zum Ziel also weniger, eine simple pädagogische Anweisung für den Sprachunterricht zu liefern, sondern eine Methodik zur Begründung von wissenschaftlicher Terminologie zu entwickeln. Wissenschaftliche Fachbegriffe müssen von einer grossen wissenschaftlichen Community in gleicher Weise verstanden werden. Es genügt hier nicht, dass zwei Leute sich auf den einvernehmlichen Gebrauch von Wörtern einigen, das wäre private Sprache. Der Gebrauch von (wissenschaftlichen) Prädikatoren muss durch weitere „Prädikatorenregeln“ eindeutig normiert werden. &lt;br /&gt;Unter „Prädikatorenregel“ verstehen Lorenzen/Kamlah zusätzliche Vereinbarungen zu den eingeführten Wörtern, die vor allem dazu dienen, die Trennschärfe gegenüber anderen eingeführten Wörtern darzustellen. Etwas, das als weiblich prädiziert wurde, darf nicht als männlich prädiziert werden. Kann man daran zweifeln? Wie ist es mit Chimären? Greift diese Festlegung auf eine Kontradiktorik von männlich und weiblich nicht in die Problematik der sexuellen Identität ein?&lt;a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32268/1.html"&gt;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32268/1.html&lt;/a&gt; Was ist ein Busch, was ein Baum? (Der Hobbygärtner weiß, dass ein verwilderter Zwetschgenbaum kaum von einem Busch zu unterscheiden ist.) Wer legt diese Prädikatorenregeln fest? Und woher kommt dessen Autorität? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Beispiel für die Dominanz beim Bestimmen über die Wortbedeutungen1: - diesmal geht es um das Cello: In den turbulenten Tagen der deutschen Wiedervereinigung wollte ein britischer Straßenmusikant mit seinem Instrument im Gepäck die Grenzkontrollen der Deutschen Demokratischen Republik nach Westberlin passieren. Dabei entwickelte sich mit den Grenzbeamten folgende kafkaeske Diskussion über die Berechtigung, ein Instrument als Cello zu bezeichnen, das nicht wie ein herkömmliches Cello aussieht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der englische Musikant schilderte, etwas radebrechend, in einem Fernsehinterview sein Erlebnis: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;“Ich packe den Cello aus, und ähm.. sie sagt: ‚das ist überhaupt kein Cello. Es gibt einfach zuviel Saiten da‘.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;(Interviewer:) Wieso? &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Es gibt 19. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;(Interviewer:) Und wieviel hat ein Cello Saiten?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Es gibt normal vier. Dann ich sage, ja, ich weiss, es ist nicht normal, aber es ist mein Cello, ich habe es selbst gebaut. So kommt zehn Minuten später die Boss von diese Frau, es sagt: ‚Das ist kein Cello‘. Ich sage: ‚ja ich weiss, aber... komm, fahren Sie da drüber, es klingt‘. Kommt die Hauptboss von die Boss. Er sagt mir ganz kurz: ‚Da, gehen Sie rüber‘&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;(Interviewer:) Wohin?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;In diese Untersuchungszimmer. So wir gehen zusammen dahin, Tor schliessen, und er fragt mir: ‚Was machen Sie?‘ Ich sage: ‚ich bin Musiker, ich habe in der DDR gespielt und ich gehe einfach in West‘. So er sagt mir: ‚Bitte, auspacken‘. So, schon wieder. Er sagt: ‚Das ist kein Cello. Und Sie sind kein richtiger Musiker‘. Ich habe... bei diese Zeit ich habe Angst. Und dann, plötzlich, aufstehen, weg, Tor wieder geschlossen. 10 Minuten später, nein, vielleicht länger, kommt 4 Leute zurück. Die Zwei, die ich schon gesehen habe, ihn, und noch eine neue. Das, offensichtlich, ist ein cello-playing policeman. Sie haben ihn gesucht. Jetzt kommt die alles vier, sitzen hinter die Tisch: ‚Spielen Sie bitte!‘ Keine Bewegung im Gesicht, grau, kalt. ... Vierzig Minuten da ich habe gewartet, ich weiss nicht. Kommt zurück der Hauptboss, und er sagt mir ‚ja, ok, sie können gehen‘. Ich sage ja, wunderbar, ganz toll, o.k., mein Pass bitte! Er sagt: ‚nein, Sie bekommen kein Pass zurück‘. Also bin ich da, in Mitte Friedrichstrasse Bahnhof, ganz allein. Und es war wie ein schwarz Loch. Kann ich weitergehen? Ohne Pass? Kann ich zurückgehen? Ich muss in West! Dann nach den 5 Minuten oder so kommt Frau von Zoll, und sie sagt: ‚komm!‘. Und wir gehen zusammen ganz andere Richtung, nach Westberlin. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;(Interviewer:) Dienstweg...&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Ja,ja. Und... ähm... mein Pass, zurück, und dann plötzlich bin ich da im Westen.”&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist aber nicht nur diese ins Absurde gesteigerte Karrikatur von real existierender Definitionsmacht, die die partikularistische, willkürliche Festlegung von Wortbedeutungen, den „Begriffen“, als ungenügend erscheinen lässt.&lt;br /&gt;Der Philosoph &lt;span style="color: red;"&gt;Jürgen Habermas&lt;/span&gt; kritisierte an der „Erlanger Schule“ diese partikularistische Art und Weise der Normierung des Wortgebrauchs und der Wortbedeutung durch "lehrerhaft", einseitig bestimmte Prädikatorenregeln. Das Schüler-Lehrer-Modell ist ihm weit erntfernt von einem universalistischen Begriff des „Begriffs“. Habermas setzt dagegen seine Vorstellung eines „herrschaftsfreien Diskurses“, durch den die gleichberechtigte Verteilung der Definitionsmacht auf alle Betroffenen gesichert werden soll. Hier geht also die Ausbildung kommunikativer Kompetenz einher mit der ethischen Forderung nach sozialer Gleichberechtigung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei möchte ich Habermas recht geben. Insbesondere der Übergang von Prädikatoren zu wissenschaftlichen Termini darf nicht von der Beliebigkeit und subjektiven Entscheidung der direkt an dieser Festlegung Beteiligten abhängen. Es ist ja auch die Frage: wie und wodurch sind diese Beteiligten zu ihrer Definitionsmacht gekommen? Was legitimiert sie dazu, Wortbedeutungen festzulegen, die wir für unseren Sprachgebrauch übernehmen sollen? Wie jeder Machtpolitiker weiss, ist die „Besetzung von Begriffen“ ein Schlüssel zur Macht. Worte strukturieren die Welt und unsere Wahrnehmung von der Welt; Worte transportieren die Machtverteilung, die bei ihrer Definition anwesend war, in alle Situationen ihres weiteren Gebrauchs. Deshalb wollen Diktatoren gerne alleine bestimmen, wie und was ihren Unterworfenen berichtet wird – damit diese ihre Unterwerfung im eigenen Sprachgebrauch bestätigen, wie in George Orwells „Neusprech“. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fremde Subjektivität zu realisieren heisst: wir tun Dinge, die wir eigentlich nicht tun wollen, wir handeln neurotisch. „Kommunikative Kompetenz“ besteht gerade darin, solche eingeschleuste fremde Subjektivität aus dem eigenen Sprachgebrauch, der eigenen Wahrnehmung der Welt, das ist: aus der eigenen Psyche, zu verbannen. Kommunikative Kompetenz bedeutet: habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Kommunikative Kompetenz bedeutet: erkenne dich selbst! Kommunikative Kompetenz bedeutet: das Projekt der Aufklärung zu realisieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch eine wissenschaftliche Terminologie kann eine solche ursprüngliche Machtverteilung transportieren, wie wir am Beispiel des Begriffs „Markt“ in der wirtschaftswissenschaftlichen Terminologie sehen können – in der einen Theorietradition (österreichisch-neoliberal) ist der „Markt“ definiert als eine Veranstaltung zur Ausübung gesellschaftlich-struktureller Macht, dagegen in der anderen Theorietradition (angelsächsisch-neoklassisch) als eine Veranstaltung zur Neutralisierung struktureller Macht, als ein herrschaftsfreier Diskurs zur Herstellung sozialer Gleichberechtigung – nicht zu verwechseln mit materieller „Gleichmacherei“.&lt;i&gt; (siehe: Freiheit? -&amp;nbsp; Markt oder nicht Markt, nicht Macht oder Macht, das ist die Frage.)&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;Da Wilhelm Kamlah und insbesondere Paul Lorenzen sich selbst immer vehement gegen jede Axiomatik, das beliebige, „nicht begründete“ Vorabdefinieren von Fachtermini in den Wissenschaften gewandt haben, ist es wohl ganz in ihrem Sinn, hier Abhilfe zu schaffen durch ergänzende Prädikatorenregeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paul Lorenzen selbst hat in seinen Spätschriften einen Weg angedeutet: die Herstellung von Allgemeinbegriffen durch Abstraktion, durch Anwendung der Äquivalenzrelation. Die Äquivalenzrelation ist eine Methodik der logisch-mathematischen Relationentheorie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Äquivalenzrelation setzt sich zusammen aus drei Teilrelationen, die ich hier in aller Abstraktheit nur kurz (und nur für Fachleute) anführen möchte, bevor sie illustriert dargestellt wird: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1)Reflexivität: X bezieht sich auf X (Adam bezieht sich auf Adam)&lt;br /&gt;2)Symmetrie: X bezieht sich auf Y UND Y bezieht sich auf X&lt;br /&gt;3)Transitivität: WENN X bezieht sich auf Y,&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; UND Y bezieht sich auf Z&amp;nbsp;,&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;DANN X bezieht sich auf Z&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wenden diese Regeln der Äquivalenzrelation an, indem wir sie als eine Art Choreographie für die Positionswechsel der Beteiligten hernehmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Darsteller in diesem „Definitionsballett“ sind: Adam, Bedam, Cedam. Es gibt zwei Positionen: die Initiativposition (rechts) und die Responseposition (links). Die erste Szene dieses Definitionsballets ist, wie oben bereits gesehen: Adam in der Initiativposition, Bedam in der Responseposition.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;Definitionsballett, 1. Szene: (Reflexivität)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;img border="0" kt="true" src="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wSMyQSA6I/AAAAAAAAAGU/Hq1LVnCzO_8/s320/Dialog+1.bmp" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;In dieser Szene wird ein „Elementarsatz“ erzeugt, wie bereits beschrieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danach tauschen Adam und Bedam ihre Positionen: Adam geht aus der Initiativposition in die Responseposition, Bedam aus der Responseposition in die Initiativposition.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bedam zeigt dabei aber nicht auf dieselbe Violine, 'Aurea', auf die Adam gezeigt hatte. Es ist also nicht so, dass sie beim Positionswechsel auch den Gegenstand übergeben hätten. Es geht ja gerade darum, einen „Allgemeinbegriff“ zu erzeugen, nicht einen Eigennamen. Ein Eigenname ist nur einem einzelnen Gegenstand zugeordnet ( 'Aurea' eben nur dieser einen Violine von Stradivari); ein Allgemeinbegriff, ein Prädikator dagegen ist verschiedenen Individuen in gleicher Weise zugeordnet. Ein Prädikator bezeichnet eine „Klasse“ oder eine “Menge“ von Dingen. Ausserdem soll durch den Perspektivwechsel bewirkt werden, dass die unterschiedlichen, individuellen und subjektiven Sichtweisen auf die Welt und die Dinge in ihr harmonisiert werden. In unserer szenischen Darstellung sind die subjektiven Sichtweisen Adams und Bedams auf die Welt jeweils durch „ihr“ Instrument symbolisiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir nehmen daher für die Aufführung unseres Definitionsballets an, dass Bedam ebenfalls ein grosser Künstler ist, der das Glück hat, auf einem weiteren berühmten Instrument von Stradivari, der 'King George' spielen zu dürfen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;img border="0" kt="true" src="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wS69te4uI/AAAAAAAAAGc/9aaQltbX58w/s320/Aurea+Violine.bmp" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;Die 'King George' ist durch ihr Schicksal ein wahres Individuum. König George II schenkte sie einem seiner Offiziere, der sie so liebte, dass er sie immer bei sich trug – selbst in der Schlacht von Waterloo. Leider nimmt die Brutalität des Krieges keine Rücksicht, auch nicht auf die allerfeinsinnigsten Künstler, der Soldat wurde getötet, doch die „King George“ überstand das Gemetzel unbeschadet.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;Definitionsballett, 2. Szene (soziale &lt;/span&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;Symmetrie)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;1. Step und 2. Step&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wWf3GU_aI/AAAAAAAAAGk/TRw7X65mUB4/s1600-h/Dialog+2.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="145" kt="true" src="http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wWf3GU_aI/AAAAAAAAAGk/TRw7X65mUB4/s200/Dialog+2.bmp" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wWyhUvvkI/AAAAAAAAAGs/V8ZbQQFL570/s1600-h/Dialog+3.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="145" kt="true" src="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wWyhUvvkI/AAAAAAAAAGs/V8ZbQQFL570/s200/Dialog+3.bmp" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Durch diesen Positionswechsel begeben sich Adam und Bedam in eine symmetrische soziale Position zueinander. Ihre Interaktion wird symmetrisch-gleichberechtigt.&lt;br /&gt;Durch diese selbst erzeugte, gegenseitig gewährte Gleichberechtigung hat jeder der beiden die gleiche Chance, seine „Sicht der Dinge“ aus der Initiativposition in die zu vereinbarende Bedeutung des Prädikators einzubringen und mit diesem dann kommunikationsfähige Elementarsätze zu bilden – und ebenso hat jeder der beiden die gleiche Chance, die gegenseitige Initiative durch seine kritische Stellungnahme in seinem Sinne zu lenken und zu korrigieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beziehen wir uns noch einmal auf das Lehrer-Schüler-Modell, das von Pink Floyd in „The Wall“ als ein Einmauern von Gedanken durch Wörter als Backsteine kritisiert wurde. Die 2. Szene des Definitionsballets entspricht dann einem, dem kritisierten entgegengesetzten pädagogischen Konzept des Projektlernens. Dabei wird nicht einseitig, bürokratisch-administrativ, „von oben“ der Lehrplan bestimmt und, untermauert mit der Bedrohung durch schlechte Noten 'durchgezogen', sondern die Schüler selbst entwickeln ihre eigene Initiative zum Lernen aus eigenen Interessen und Bedürfnissen; der Lehrer unterstützt sie bei der Verwirklichung, wobei er natürlich auch seine pädagogische Steuerung und Zielrichtung einbringt. Der Schüler hat ebenso wie der Lehrer die gleichberechtigte Befugnis, die Initiativposition eines Lerndiskurses zu besetzen; ihre gegenseitige Anerkennung ist symmetrisch, als Gleichberechtigung zueinander.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach diesem Tanzschritt „Symmetrie“ haben sich beide, Adam und Bedam, gegenseitig gesichert, dass sie das Wort „Violine“in identischer Weise gebrauchen, dass sie durch die beiden Elementarsätze &lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wYI-a3GRI/AAAAAAAAAG0/1jX10Hm7fkQ/s1600-h/Aurea+Violine.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="101" kt="true" src="http://1.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wYI-a3GRI/AAAAAAAAAG0/1jX10Hm7fkQ/s200/Aurea+Violine.bmp" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;„'Aurea' ε Violine“ (initiiert durch Adam und bestätigt durch Bedam)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;und&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wYWvJ-zgI/AAAAAAAAAG8/0pFbTdaphVY/s1600-h/king+george+Violine.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="101" kt="true" src="http://3.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wYWvJ-zgI/AAAAAAAAAG8/0pFbTdaphVY/s200/king+george+Violine.bmp" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;„'King George' ε Violine“ (initiiert durch Bedam und bestätigt durch Adam)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;den Prädikator, den &lt;span style="color: red;"&gt;Allgemeinbegriff „Violine“&lt;/span&gt; erzeugt haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Allgemeinheit, für die dieser Allgemeinbegriff nun unmissverständliche Kommunikation ermöglicht, ist jetzt aber immer noch eine geschlossene Gruppe: Adam und Bedam. Die kommunikative Kompetenz gilt bis hierher allein in der „Kleingruppe“ aus Adam und Bedam. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie kann diese kommunikative Kompetenz universalisiert werden, so dass die Verständigungsfähigkeit für alle möglichen hinzukommenden Sprecher und Hörer gelten kann, also für eine potentiell unendliche Kommunikationsgemeinschaft?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;Definitionsballett, 3. Szene (soziale Transitivität)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Eigentlich“ hat die soziale Transitivität drei Steps:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.Szene, Step 1&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wa-8P-LLI/AAAAAAAAAHE/c-6mrbsZe5A/s1600-h/Dialog+3.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="145" kt="true" src="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wa-8P-LLI/AAAAAAAAAHE/c-6mrbsZe5A/s200/Dialog+3.bmp" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;3.Szene, Step 2&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wbMyHc_SI/AAAAAAAAAHM/_uzv9DmWxIg/s1600-h/Dialog+4.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="140" kt="true" src="http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wbMyHc_SI/AAAAAAAAAHM/_uzv9DmWxIg/s200/Dialog+4.bmp" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;3.Szene, Step 3 &lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wbelMEgiI/AAAAAAAAAHU/ogkl0JsoPys/s1600-h/Dialog+5.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="140" kt="true" src="http://1.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wbelMEgiI/AAAAAAAAAHU/ogkl0JsoPys/s200/Dialog+5.bmp" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;Wie man sieht, sind die Teilnehmer an diesem Diskurs nicht gleichberechtigt.Adam steht zwei mal auf der Initiativposition, sowohl gegenüber Bedam als auch gegenüber Cedam. Cedam dagegen steht immer nur in der Responseposition, sowohl gegenüber Bedam als auch gegenüber Adam. Bedam ist ein Vermittler zwischen dem Hauptinitiator Adam und dem Dummen in der Runde, Cedam. First come, first served, den letzten beissen die Hunde. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Damit wird die zu definierende Wortbedeutung einseitig dominiert von den Interessen Adams; Bedam darf seine Interessen ebenfalls initiativ einbringen, jedoch eingeschränkt gegenüber nur Cedam. Cedam muss damit zufrieden sein, was ihm Adam und Bedam zugestehen – oder er muss sich dem Diskurs ganz verweigern. Diese Benachteiligungen gelten aber nur für den Fall, dass wir die soziale Transitivität isoliert und unabhängig von der sozialen Symmetrie betrachten.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Wird jedoch die 2. Szene (&lt;span style="color: red;"&gt;soziale Symmetrie&lt;/span&gt;) durchgespielt, &lt;span style="color: red;"&gt;bevor&lt;/span&gt; die 3. Szene (&lt;span style="color: red;"&gt;soziale Transitivität&lt;/span&gt;) des Definitionsballetts durchgespielt wird, dann verändert sich die Situation vollständig. Falls sie gegenseitig schon antizipieren, dass sie die 1.Szene syymmetrisch wiederholen werden, ist gleich, wer die Initiative ergreift. Falls dies nicht antizipiert wird, kann es nach der 1.Szene dennoch problemlos durchgeführt werden. Nach dem Durchgang "Symmetrie" ist es dann völlig ohne Bedeutung, in welcher Reihenfolge Adam oder Bedam in die Szenerie der sozialen Transitivität eintreten – denn sie haben sich bereits in der 2. Szene ihr gegenseitiges Einverständnis hergestellt. Weil sie sich ihre Sichtweisen gleichartig gemacht haben, können sie sich gegenseitig vertreten, sich repräsentieren gegenüber Cedam. Zur Einübung des Prädikators „Violine“ ist es egal, ob Cedam zuerst die Violine 'Aurea' oder die Violine 'King George' gezeigt und benannt wird, und es ist auch egal,ob Cedam zuerst mit der subjektiven Sichtweise des Adam oder der des Bedam konfrontiert wird – diese sind ja bereits harmonisiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;Definitionsballett, 3. Szene (soziale Transitivität nach Symmetrie - REPRÄSENTANZ))&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wcRNaNVxI/AAAAAAAAAHc/m5jrObbOm4Y/s1600-h/Dialog+6.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="145" kt="true" src="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wcRNaNVxI/AAAAAAAAAHc/m5jrObbOm4Y/s200/Dialog+6.bmp" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;ODER&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wccZnZICI/AAAAAAAAAHk/X9uxw_WvWXY/s1600-h/Dialog+7.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="145" kt="true" src="http://1.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wccZnZICI/AAAAAAAAAHk/X9uxw_WvWXY/s200/Dialog+7.bmp" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;Wenn es Adam und Bedam nun gelingt, mit Cedam ein Einverständnis über die Bedeutung des Wortes „Violine“ herzustellen, dann können sie davon ausgehen, dass ihnen (oder jedem von ihnen) mit jedem anderen Diskurspartner gelingen wird. Sie haben ihre Kommunikationsgemeinschaft auf potentiell unendlich viele „Tanzpartner“ erweitert. Der Prädikator „Violine“ ist zu einem universellen Allgemeinbegriff geworden. Diese Universalisierung kann jeder vornehmen, der sich durch soziale Symmetrie die Fähigkeit geschaffen hat, sich repräsentieren zu lassen bzw. andere repräsentieren zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das muss nun nicht heissen, dass ein solcher "Universalbegriff" ins Lexikon geschrieben wird und auf alle Zeit unveränderlich ist. Nein - er kann jederzeit wieder an den Anfang der ganzen Prozedur geholt werden. Entscheidend für eine universelle Sprache sind nicht die einmal erzeugten und dann in Stein gemeisselten Zeichen. Es ist die Fähigkeit der Sprechenden, sich jederzeit auf die Universalisierungsprozedur einzulassen, das Verallgemeinerungsballett neu zu tanzen. Dazu braucht es nur die Bereitschaft zur sozialen Symmetrie gegenüber jedem.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Genau dies wollte schon &lt;span style="color: red;"&gt;Adam Smith&lt;/span&gt; in seiner Ethik, der "&lt;span style="color: red;"&gt;Theory of Moral Sentiments&lt;/span&gt;" uns zeigen: eine einfache Methode zur Verallgemeinerung unserer individuellen, subjektiven Gedanken und Blickweise auf die Welt. Dazu, sagte er,&amp;nbsp;brauchen wir Sprache und mit der Sprache gelingt es uns, unsere "sympathy"&amp;nbsp;dadurch zu zeigen, dass wir uns in die Rolle des Anderen versetzen, die Dinge aus seinem Blickwinkel betrachten - uns in eine symmetrische Beziehung zu ihm stellen. Danach können wir, auch im Streitfall, einem "neutralen Dritten", dem "unbeteiligten Beobachter" gegenübertreten -&amp;nbsp; auch hier wieder mit der Antizipation der Bereitschaft zur sozialen Symmetrie. Auf diese Weise werden wir unsere Meinung verallgemeinern, so dass sie von jedem Beliebigen nachvollziehbar wird und allgemeine Zustimmung erhalten kann.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5351322396797697631-2291890900012566318?l=ethikonomie.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ethikonomie.blogspot.com/feeds/2291890900012566318/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5351322396797697631&amp;postID=2291890900012566318' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5351322396797697631/posts/default/2291890900012566318'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5351322396797697631/posts/default/2291890900012566318'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ethikonomie.blogspot.com/2010/03/worter-mit-musik.html' title='WÖRTER MIT MUSIK - Der herrschaftsfreie Diskurs als Methode'/><author><name>Emile LeFant</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13295162325040332686</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='27' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4lNMWsR59I/AAAAAAAAABQ/tjZmHMMbXMc/S220/self+portrai+klein.bmp'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4wSMyQSA6I/AAAAAAAAAGU/Hq1LVnCzO_8/s72-c/Dialog+1.bmp' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5351322396797697631.post-4224083622631889647</id><published>2010-03-01T19:22:00.028+01:00</published><updated>2010-03-05T19:38:19.749+01:00</updated><title type='text'>Gödel, Popper und die Empirie</title><content type='html'>Wissenschaftliche Hypothesen sind „Allaussagen“. Sie haben die Form &lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;„Für ALLE x gilt: x ε P“. &lt;/div&gt;Allaussagen unterscheiden sich von subjektiv-partikulären Einzel-Aussagen, die man etwa aufgrund seiner aufs Persönliche eingegrenzten Lebenserfahrung machen kann, wie z.B. die Bauernregeln über das Wetter. &lt;br /&gt;Beispiel für eine solche Allaussage: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Adam behauptet:&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&amp;nbsp;Für ALLE Schwäne gilt: &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;'dieser Schwan' ε weiss. &lt;/div&gt;Umgangssprachlich ausgedrückt behauptet Adam also: Schwäne haben immer weisse Federn, und implizite behauptet er mit: es gibt keine Schwäne mit grünen, roten, blauen oder schwarzen Federn.&lt;br /&gt;Wie kann Adam so etwas behaupten? Der Philosoph Karl Raimund Popper sagt: Adam darf das, einfach so, es kann ihm keiner verbieten, die Gedanken sind frei, Adam macht nur Gebrauch von seiner natürlichen Freiheit. Erst wenn ihm irgendjemand beweist, dass er mit seiner Behauptung falsch liegt, darf er es, als wissenschaftliche Aussage, nicht mehr behaupten.&lt;br /&gt;Um Wissenschaft vom bloss-so-daher-Reden zu unterscheiden, legt Popper dem Wissenschaftler noch eine Zusatzaufgabe vor: er muss eine Methode darstellen, mit der man seine Behauptung empirisch überprüfen kann, d.h., mit der man sie als falsch nachweisen könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie geht eine solche „Falsifikation“ einer generellen Allaussage oder Hypothese? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- „Alle Schwäne“ heisst: ohne Ausnahme alle Schwäne. Also machen sich Bedam, Cedam, Dedam,... auf, ein einziges Gegenbeispiel zu finden, um Adams Behauptung zu überpdüfen und dabei möglicherweise zu widerlegen. Das geht in unserem Beispiel ohne Labor, ohne statistische Berechnungen, ohne komplizierte Messapparate, ohne Large Hadron Collider.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bedam zeigt auf diesen:&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4vhRqm7EmI/AAAAAAAAAFU/Uj4xLecApeE/s1600-h/schwan1.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="121" kt="true" src="http://3.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4vhRqm7EmI/AAAAAAAAAFU/Uj4xLecApeE/s200/schwan1.bmp" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Adam hat recht, der Schwan ist weiss.&lt;br /&gt;Seine Behauptung ist weiterhin legitim.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Cedam zeigt auf diesen:&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4vhbICWQ1I/AAAAAAAAAFc/D74U2Kds-SE/s1600-h/schwan2.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" kt="true" src="http://4.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4vhbICWQ1I/AAAAAAAAAFc/D74U2Kds-SE/s320/schwan2.bmp" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Adam hat recht, der Schwan ist weiss.&lt;br /&gt;(und göttlich weise noch dazu)&lt;br /&gt;Seine Behauptung ist weiterhin legitim.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dedam zeigt diesen:&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4vhmmpaxvI/AAAAAAAAAFk/PQMIl4WMvhY/s1600-h/schwan3.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" kt="true" src="http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4vhmmpaxvI/AAAAAAAAAFk/PQMIl4WMvhY/s320/schwan3.bmp" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Adam: uuups... ich gebe meine Behauptung auf &lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;– WENN das wirklich ein Schwan ist! &lt;br /&gt;(es könnte sich ja z.B. um eine Inkarnation des Teufels oder wer weiss was sonst handeln...)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Nachweis, dass es sich bei dem schwarzen Vogel 'wirklich' um einen "Schwan" handelt, muss auf einer tieferen Ebene geführt werden. Die Ebene, auf der die behauptete Allaussage über die Schwäne bisher fundiert war, war die Ebene des Merkmals „Farbe des Federkleids“. Dass diese Merkmalsebene nicht das entscheidende definitorische Kriterium für den Allgemeinbegriff „Schwan“ liefert, wurde gerade nachgewiesen - durch welche Merkmale definiert man aber diese Vogelart? Im Augenblick der Falsifikation bricht uns dieses Wort weg - wir wissen jetzt nicht, worüber wir reden. Wenn wir das Wort "Schwan" weiter verwenden wollen - und die reale Unterscheidung einer Tierart - dann müssen wir eine neue Definitionsebene finden, die sowohl schwarze als auch weisse Exemplare zulässt. Dazu müssen wir umsteigen – auf eine tiefer liegende Merkmalsebene. Man muss ja wissen, worüber man redet, nachdem die Falsifikation den bisherigen Allgemeinbegriff "Schwan"&amp;nbsp;ins Wanken gebracht&amp;nbsp;hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was also ist das notwendige und hinreichende Merkmalskriterium für „Schwan“, wenn es nicht die Federn sind? Das scheint uns, bei diesem Beispiel,&amp;nbsp;nicht weiter problematisch zu sein: Biologen sagen uns: Kriterium kann z.B. die Paarungsfähigkeit dieses schwarzen Schwans mit einer weissen Schwänin sein, es kann auch z.B. ein Genvergleich sein. Als Ergebnis sollte ein Merkmal bestimmt werden können, durch das der Allgemeinbegriff „Schwan“ festgelegt ist und das die empirische farbliche Vielfalt dieser Vogelart zulässt. Das scheint uns alles plausibel - doch Vorsicht! Wir greifen hier auf ein Vorwissen zurück,&amp;nbsp;das bei diesem trivialen Beispiel unproblematisch ist. Ganz anders stellt sich diese Frage in unbekannten Forschungsbereichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: #990000;"&gt;&lt;b&gt;Soweit also die berühmte Poppersche Falsifikationstheorie. &lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist dieser Kritische Rationalismus ausreichend als Methode der Wissenschaft?&lt;br /&gt;Die Bedingung, dass eine&amp;nbsp; „neue Merkmalsebene“ für die gültige Falsifikation einer generellen Allaussage mitbezeichnet werden muss, wird landläufig gerne übersehen. Das eigentliche philosophische Problem dabei ist: diese Merkmalsebene wird, ganz wie in Russels Mengenlehre, wie eine Matrjoschka aus der grösseren gezaubert. In welcher Art Beziehung stehen diese Merkmalsebenen zueinander? Sind es Kausalbeziehungen? Sind es Klassifikationsbeziehungen? Leicht bietet sich dabei ein naiver Reduktionismus an: der Wirtschaft liegt die Psychologie zugrunde, der Psychologie die Physiologie, der Physiologie die Chemie, der Chemie die Physik zugrunde...bis man auf die zündende Idee kommt, dass eine heutige Wirtschaftskrise sich per "Theorie von Allem" aus dem Urknall herleiten lassen könnte... Das heisst: aus der Situation einer gelungenen Falsifikation heraus stolpert man ganz unschuldig in eine naive Ordnungsvorstellung der Welt, in eine metaphysische Ontologie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber die moderne Wissenschaft wollte sich doch gerade von der Metaphysik verabschieden, oder?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Später in seinem Leben kam Popper auf die Idee zu behaupten, dass die freiweg behaupteten generellen Allaussagen aus einer Art überindividueller, fast metaphysischen Sphäre entnommen werden, der „Dritten Welt“ der Ideen, der gedanklichen und kulturellen Artefakte; heute könnte man sagen: aus dem Google-Universum. Dort führen die Ideen einen selektiven Kampf ums Überleben, sozusagen um das Google-Ranking... Eine Frage zum Nachdenken: unterliegt die Hypothese der Dritten Welt auch der Faslsifikationstheorie? Wie sähe die Methode aus, mit der diese Hypothese Falsifikationsversuchen zu unterwerfen wäre?&lt;br /&gt;Es war aber genau diese Problematik der hierarchischen Stufen der Allgemeinbegriffe, um deren Lösung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gerungen wurde – und denen Popper, wie etwa&amp;nbsp;die&amp;nbsp;Mitglieder des "Wiener Kreis"- Philosophen, Logiker, Mathematiker,&amp;nbsp;entkommen wollte. Oder hat&amp;nbsp;Popper die Probleme nur verdrängt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;&lt;b&gt;Der Kritische Rationalismus - eine Lösung, die nicht geht - und warum Gödel daran schuld ist...&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Wir stehen vor der Situation: Eine Behauptung, die nicht begründet ist, als allgemein gültig behaupten zu dürfen. Das hat etwas mit dem Begriff der Wahrheit zu tun – denn mit den Worten „das ist wahr!“ können wir ja einen Anderen verpflichten, uns Glauben zu schenken und entprechennd unserer Behauptung zu handeln. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie transformiert man also eine unbegründete Behauptung in eine wahre, allgemeingültige Behauptung? Wie erzeugt man Wahrheit?&lt;br /&gt;Dieses Problem hatte man gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch in der Mathematik. Aber man hatte das Problem nicht nur in der&amp;nbsp;Mathematik, sondern in allen Wissenschaften.&amp;nbsp;Die alte Metaphysik hatte ihre Glaubwürdigkeit verloren, die Zahlen waren nun auch nicht mehr, wie aus der pythagoreischen Tradition, eigenständige Wesenheiten mit mythischen Eigenschaften, sondern nur noch Worte. Was bedeuten diese Zahlworte? Das ist entscheidend für die ganze Mathematik, also auch dafür, ob&amp;nbsp;z.B. ein Physiker&amp;nbsp;den Berechnungen über ein Atomkraftwerk vertrauen darf. Der Mathematiker Leopold Kronecker hatte das Problem formuliert: „Die ganzen Zahlen hat der liebe Gott gemacht, alles andere ist Menschenwerk“. Wissenschaft&amp;nbsp;will sich&amp;nbsp;jedoch, nach ihrem Anspruch, nicht auf die Klugheit Gottes verlassen, die im Glauben erschlossen wird. Wissenschaft will ALLES selber wissen.&lt;br /&gt;Anders als Kronecker (der selbst ein früher Vorläufer des sog. "Konstruktivismus" in der Mathematik&amp;nbsp;ist, wie er dann von Paul Lorenzen realisiert wurde) beschritt man in der Folge den formalistischen Weg. Das heisst: im Rahmen von formalen Systemen, allein auf der formalen Logik aufbauend, sollten Beweismöglichkeiten für die Wahrheit von ursprünglich unbegründeten Behauptungen, den Axiomen, erzeugt werden. Damit, hoffte man, könnte man um die Frage: "was sind die natürlichen Zahlen?" herumkommen, das würde sich innerhalb dieses formalen, rein logischen&amp;nbsp;Systems dann ergeben. Für die anderen Wissenschaften nennt man diese Bemühungen "Wissenschaftstheorie".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit könnte man erreichen, dass man sich nicht in einem sozialen Zusammenhang, einem Dialog, über "empirische" Wahrheitsbelege einigen muss. Man könnte auf den Dialog, d.h. auf die Herstellung der dialogischen Symmetrie verzichten und gleich den individualistischen Machtdiskurs der sozialen Transitivität ansteuern. (siehe Blog "Wörter mit Musik"). Wenn der Wahrheitsbeweis einer Behauptung auch individualistisch, eben durch&amp;nbsp;einsames logisches Nachdenken innerhalb des eigenen Kopfes,&amp;nbsp;zu erbringen ist, dann kann man auch mit voller Berechtigung durch den so, individualistisch erschlossenen Besitz der Wahrheit 'rationale' Verpflichtungen gegenüber anderen aussprechen. Das ist eine Grundidee des sogenannten „methodischen Individualismus“. Dass sich diese theoretischen Mühen schwerpunktmässig auf dem Gebiet der Mathematik abspielen, tut nichts zur Sache – wenn es dort gelingt, Theorien ausschliesslich formal zu begründen, gelingt es auch auf anderen Gebieten der methodisch fundierten Erkenntnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch die Mühen mehrerer Jahrzehnte waren umsonst. &lt;br /&gt;Fast jeder neue Versuch zur Lösung dieses Problems, erlebte, kaum erdacht, seinen Ruin. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der englische Philosoph, Logiker und Mathematiker Bertrand Russel zerstörte mit der „Russelschen Antinomie“ dem Erfinder der heutigen Logik, Gottlob Frege, die frohe Hoffnung, ihm sei die&amp;nbsp;Begründung der Mathematik aus der formalen Logik durch eine 'naive' Mengenlehre gelungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Russell präsentierte nämlich das Paradoxon vom Dorfbarbier, der alle rasiert, die sich nicht selbst rasieren. Problem: die Rasurbedürfnisse des Barbiers selbst passen nicht in diese Regel - wer also rasiert den Dorfbarbier?. &lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4voY1b0KlI/AAAAAAAAAF0/5UgRgDphODs/s1600-h/paradox.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" kt="true" src="http://1.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4voY1b0KlI/AAAAAAAAAF0/5UgRgDphODs/s320/paradox.bmp" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Russel selbst wollte das Problem lösen, indem er – um in seinem Bild zu bleiben – einen zusätzlichen Barbier anstellte, der diejenigen in fremden Dörfern rasiert, die sich nicht selbst rasieren, dort aber alle jene rasieren, die sich nicht selbst rasieren.... Er entwarf also eine „Typentheorie“, eine hierarchische Stufung von solchen Regeln. In der Stufe 1 spricht man über&amp;nbsp;die Ursprungsgegenstände; in der Stufe 2 spricht man über die Stufe 1 und ihre Inhalte,&amp;nbsp;aber nicht über die Stufe 2 selbst; in der Stufe 3 spricht man über die Gegenstände der Stufe 2 und Stufe 1, aber nicht über die Stufe 3 selbst, usw... (Man erkennt die Struktur des Argumentierens in sozialer Transitivität: die Elite macht der&amp;nbsp;Plebs Vorschriften, aber nicht&amp;nbsp;sich selbst, s. Blog "Wörter mit Musik") Die Theorien werden ineinander verschachtelt wie Matrjoschkas.&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;img border="0" kt="true" src="http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4vlEN5gCkI/AAAAAAAAAFs/y5qUmOLYup4/s320/matroschka.bmp" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left" class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;Es blieb aber unklar, ob die umfangreiche Mengenlehre Russels aus der "Principia Mathematica" selbst, in sich, widerspruchsfrei ist. Die Frage der Widerspruchsfreiheit und Vollständigkeit ist aber das A und O einer jeden formallogischen Theorie. Sind diese beiden Bedingungen nicht&amp;nbsp;erfüllt, könnte man mit der Theorie alles Beliebige 'beweisen' &amp;nbsp;- und wer alles beweisen kann, beweist nichts, "ex falsum quodlibet". Denn: was man in die formale Theorie hineinsteckt, sind ja völlig beliebige, unbewiesene "Axiome". Also: erst nach dem Nachweis der inneren Widerspruchsfreiheit &lt;span style="color: #cc0000;"&gt;und &lt;/span&gt;der Vollständigkeit einer formalen Theorie kann man mit dieser wahre Aussagen erzeugen.&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;Der Mathematiker David Hilbert hatte sein umfangreiches "Hilbert-Programm" verkündet, mit dessen Einlösung er&amp;nbsp;die nötigen Nachweise für &amp;nbsp;Russels „Principia Mathematica“ mit einer Metamathematik erbringen wollte – kaum aber war die Druckfarbe getrocknet, veröffentlichte sein Schüler Kurt Gödel seinen „Unvollständigkeitssatz“. &lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Dieser Gödelsche Unvollständigkeitssatz besagt: eine&amp;nbsp;formale, axiomatische&amp;nbsp;Theorie kann&amp;nbsp;&lt;span style="color: red;"&gt;NIEMALS &lt;/span&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;mit ihren eigenen Argumenten, mit ihren eigenen Sprachmitteln&lt;/span&gt;&amp;nbsp;auch beweisen, dass sie selbst sowohl vollständig als auch widerspruchsfrei ist – also die beiden notwendigen Bedingungen erfüllt, die eine formale Theorie zur Theorie machen. Man kann entweder die Vollständigkeit beweisen oder die Widerspruchsfreiheit - aber nicht beides zusammen. &lt;br /&gt;Es geht um die Frage der Allgemeingültigkeit von Aussagen. Eine Aussage ist genau dann allgemeingültig, wenn sie formal beweisbar ist – das ist die Ausgangslage. Allgemeingültigkeit heisst: Wahrheit. Aber es geht dabei um solche&amp;nbsp;Aussagen, die zuerst willkürlich behauptet werden, um dann im Rahmen eines Systems bloss formaler Schlussfolgerungen als widerspruchsfrei mit allen anderen Aussagen, die&amp;nbsp;dieses System erzeugen kann,&amp;nbsp;bewiesen zu werden. Die Widerspruchsfreiheit einer Aussage mit den anderen Aussagen ist der Wahrheitsbeweis (in Bezug auf dieses System); daraus ergibt sich die Allgemeingültigkeit einer Aussage. Aus einem unvollständigen System jedoch können alle möglichen Aussagen wiederspruchsfrei abgeleitet werden – diese sind dann wertlos, weil beliebig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;img border="0" height="211" kt="true" src="http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4vomuWiHlI/AAAAAAAAAF8/pQ1njxbGz4M/s400/peanuts.bmp" width="400" /&gt;&lt;/div&gt;Also braucht man, ausser den Beweis der Widerspruchsfreiheit,&amp;nbsp;auch den Beweis der Vollständigkeit dieses Systems, will man den Anspruch auf Allgemeingültigkeit der abgeleiteten Aussage aufrecht erhalten. Beide Beweise müssen inerhalb des Systems erfolgen, nicht von aussen, nicht von einem anderen System. Denn dieses müsste ja selbst auch erst geprüft werden, durch ein weiteres, und so weiter und so fort, ad infinitum. Matrjoschka-System.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gödels Unvollständigkeitssatz hat eine, auch heute noch nicht vollständig erkannte Sprengkraft für alle "axiomatischen" Wissenschaften. "Axiomatisch" sind alle Theorien, die mit irgendwelchen "Definitionen" beginnen, um dann daraus weitere Schlussfolgerungen abzuleiten. Gehen wir in der Unibibliothek durch die Reihen verschiedener Fachbereiche und blättern in den Lehrbüchern, dann bemerken wir: so wird es praktisch überall gemacht., insbesondere auch in den Sozialwissenschaften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei wird übergangen, dass Gödels Unvollständigkeitssatz &lt;span style="color: red;"&gt;endgültig und definitiv&lt;/span&gt; alle Hoffnung zerstörte, jemals auf eine rein formalistische Methodik aus unbegründeten Anfangsbehauptungen (Axiomen) Wahrheiten, oder gar empirisch bestätigbare Wahrheiten, Aussagen über die Welt da draussen&amp;nbsp;erzeugen zu können. Die "Erlanger Schule" hat erst für einige wenige Wissenschaften eine Lösung angeboten (Logik, Mathematik, Physik, Chemie).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider wird diese Konsequenz aus dem Unvollständigkeitssatz nicht in die Wissenschaftstheorie und -methodik eingearbeitet - das aber ist die Aufgabe einer wirklich metaphysikfreien Wissenschaft. Stattdessen mystifiziert man gerne: etwa die Welt als ein&amp;nbsp;"endloses geflochtenes Band"&amp;nbsp; (vgl. Douglas R. Hofstadter: Gödel, Escher, Bach)).&amp;nbsp;Solche selbstbezüglichen Schleifen sind&amp;nbsp;ästhetisch wunderbar - "wir fahrn,fahrn, fahrn auf der Autobahn, dann schalten wir das Radio an, aus dem Lautsprecher klingt es dann: wir fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn" aber kaum tauglich für eine argumentierende Vernunft.&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;object height="265" width="320"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/68C-r9kSLNE&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1&amp;amp;"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/68C-r9kSLNE&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1&amp;amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="320" height="265"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/div&gt;Dieser harte Schlag Gödels gegen den "logischen Positivismus" war die Ausgangslage, aus der heraus &lt;span style="color: #990000;"&gt;Popper&lt;/span&gt; seine &lt;span style="color: #660000;"&gt;&lt;b&gt;Falsifikationstheorie&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; entwarf. Seine Idee: Wenn man schon nicht die Wahrheit einer Behauptung beweisen kann, dann darf man, aus reiner Plausibilität, Genialität&amp;nbsp;und Lebenserfahrung heraus behaupten was man will, bis die Falschheit dieser Behauptung bewiesen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuvor hatte sich Popper in einer bekannten Kontroverse mit dem Philosophen und Logiker Rudolf Carnap gestritten.&amp;nbsp;Carnap hatte, durch Gödels Unvollständigkeitssatz, ebenfalls Schiffbruch erlitten mit seinem Versuch, den (formal-)„logischen Aufbau der Welt“ darzustellen. Übrigens war auch Wittgenstein von Gödels Satz betroffen und änderte sein Philosophieren komplett - schwieg aber erst einige Jahre und dachte gründlich nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carnap versuchte es nun von neuem mit einem „Physikalismus“. Grundidee dieses Physikalismus ist, durch &lt;span style="color: #cc0000;"&gt;Protokollsätze&lt;/span&gt; möglichst genau eine Beobachtung von den realen, physischen Dingen aufzunehmen (wer , wann, wie lange usw. hat "da draussen" was genau beobachtet). Aus diesen – zwecks Beweisbarkeit und Nachvollziehbarkeit gut dokumentierten – Einzelbeobachtungen sollten dann durch "Induktion" allgemeine Aussagen und Allgemeinbegriffe gebildet werden, sozusagen der Rohstoff der Wissenschaften. Dabei nimmt man eine Reihe von Einzelaussagen: Dieser Schwan hier ist weiss, UND jener Schwan dort ist weiss, UND der Schwan da drüben ist weiss, UND ...,UND... Man verbindet viele Einzelaussagen mit UND – und verallgemeinert. Wie viele Einzelaussagen? Tja, vielleicht bis man, wie beim Schäfchenzählen, einschläft. Aus der UND-Verbindung der vielen Einzelaussagen entsteht dann der logische Quantor „ALLE“. Kann man, nur weil man "ALLE" vor den Satz stellt, schon von einer generellen Allaussage sprechen? (Dies vollzog Popper, indem er die Angaben über die protokollierenden Individuen in den "Protokollsätzen" strich und dann von "Basissätzen" sprach.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich geht diese Induktion, die Verallgemeinerung,&amp;nbsp;nur bei einer endlichen, abzählbaren Menge von Individuen, etwa: &lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;„für ALLE Schwäne auf unserem Dorfweiher gilt: &lt;br /&gt;'dieser Schwan' ε weiss“&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4v0SRx4sRI/AAAAAAAAAGE/O-1UD9vM0SY/s1600-h/schwan+weiher.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" kt="true" src="http://3.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4v0SRx4sRI/AAAAAAAAAGE/O-1UD9vM0SY/s320/schwan+weiher.bmp" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Der Quantor ALLE kann dabei durch eine konkrete Zahl ersetzt werden, z.B. „sieben“. Weil die Menge der Tiere, über die wir sprechen, abzählbar ist, können wir dabei immer auf die Situation zurückgehen, in der wir den Prädikator "Schwan" eigeführt, gelehrt oder gelernt haben. "Damals habe ich dir gesagt, das ist ein Schwan, also, schau genau hin, es ist &lt;span style="color: red;"&gt;wahr&lt;/span&gt;, das ist ein Schwan!"&lt;/div&gt;Wir suchen aber nach der Möglichkeit, einen Allgemeinbegriff für eine potentiell unendliche Menge von Individuen zu begründen, für einen "unendliche Kommunikationsgemeinschaft". Wir wollen auch morgen, übermorgen, oder im Urlaub in einem entfernten Land, beim Beobachten eines grossen Wasservogels unserem Kind sagen können: "schau, das ist ein Schwan". Und diese Behauptung soll beanspruchen können, &lt;span style="color: red;"&gt;wahr&lt;/span&gt; zu sein.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4v054ZBWbI/AAAAAAAAAGM/UEoQKVsBcKA/s1600-h/viele+schw%C3%A4ne2.bmp" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" kt="true" src="http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4v054ZBWbI/AAAAAAAAAGM/UEoQKVsBcKA/s320/viele+schw%C3%A4ne2.bmp" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Es geht also um eine Möglichkeit, wahre Aussagen treffen zu können - wie im Alltag, so in der Wissenschaft.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Solange aus dem Gödelschen Unvollständigkeitssatz nicht die notwendige Konsequenz gezogen wird,&amp;nbsp;wenn also&amp;nbsp;die axiomatisch-formalistische Methodologie der Wissenschaften&amp;nbsp;weiter beibehalten wird (wie z.B. in der Volkswirtschaftslehre), dann muss man auf den wissenschaftlich allgemein begründeten Wahrheitsanspruch verzichten. genau dies geschieht z.B. in der Systemtheorie und im 'radikalen Konstruktivismus' - statt von "Wahrheit" spricht man lieber von Machbarkeit, "Viabilität". "Die Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners" betitelte z.B. H. v. Förster sein Buch.&amp;nbsp;Für Sozialtheorien bedeutet dies: die Widerspruchssfreiheit genügt für die Machbarkeit, wenn man nur durchsetzungsfähig ist und auf die "Vollständigkeit", d.h. auf die Berücksichtigung der Interessen&amp;nbsp;ALLER Mitglieder eines sozialen Systems verzichten kann. So wird die Frage der Wahrheit zurückgestutzt auf die Frage, ob eine selbsternannte Elite ihre partikulären Interessen gegen den Rest der Gesellschaft durchsetzen kann.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Wen wunderts, wenn die Wirtschaftspolitik nach Massgabe der politischen Durchsetzbarkeit und Machbarkeit von den dazu die&amp;nbsp;Macht habenden Kreisen bestimmt wird?&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Allgemeinheit im Denken und Argumentieren heisst auch Denken und Argumentieren für die&amp;nbsp;Allgemeinheit.&lt;br /&gt;Wissenschaft geht nicht ohne Ethik, die bereits&amp;nbsp;in die Begriffe der Wissenschaft implementiert ist, eine methodologisch wissenschaftsimmanente Ethik der Verallgemeinerung des Selbst.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5351322396797697631-4224083622631889647?l=ethikonomie.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ethikonomie.blogspot.com/feeds/4224083622631889647/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5351322396797697631&amp;postID=4224083622631889647' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5351322396797697631/posts/default/4224083622631889647'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5351322396797697631/posts/default/4224083622631889647'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ethikonomie.blogspot.com/2010/03/uber-einige-philosophische-probleme-der.html' title='Gödel, Popper und die Empirie'/><author><name>Emile LeFant</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13295162325040332686</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='27' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4lNMWsR59I/AAAAAAAAABQ/tjZmHMMbXMc/S220/self+portrai+klein.bmp'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4vhRqm7EmI/AAAAAAAAAFU/Uj4xLecApeE/s72-c/schwan1.bmp' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5351322396797697631.post-4972678697941538671</id><published>2010-02-24T23:12:00.021+01:00</published><updated>2010-05-05T17:23:03.255+02:00</updated><title type='text'>Freiheit? -  Markt oder nicht Markt, nicht Macht oder Macht, das ist die Frage.</title><content type='html'>&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;Emile LeFant&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="color: #cc0000; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;&lt;b&gt;Freiheit?&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; -&amp;nbsp; Markt oder nicht Markt, Nicht-Macht oder Macht, das ist die Frage.&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="color: #990000; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;Über den Zusammenhang&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;von zwei gegensätzlichen Formen der Ethik&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;und ihrer Institutionalisierung&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt; in zwei gegensätzlichen&amp;nbsp; Begriffen von "Markt"&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="background-color: #cccccc; color: #e06666; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;Abstract&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="background-color: #cccccc; color: #20124d; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="color: #741b47;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;Das Verständnis von "Markt" der österreichisch-neoliberalen Schule steht in kontradiktorischem Gegensatz zu den liberalistischen Konzepten bei Adam Smith, Ordoliberalismus (Freiburger Schule) und der angelsächsischen Neoklassik. Der 'radikale Markt' , auch "Katallaxie" genannt, steuert nicht die Allokation von Gütern und Produktionsfaktoren, sondern die Allokation gesellschaftlicher Macht.&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="color: #741b47;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="background-color: #cccccc; color: #741b47; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;Markt ist, nach dem bisher unhinterfragten allgemeinen Vorverständnis, eine Interaktionstruktur zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage der Güter.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;Die Ermittlung des Gleichgewichtspreises, bei dem der Markt geräumt wird, war die Grundidee der angelsächsischen Theorietraditionen. Ihr Begriff vom Markt ist so angelegt, dass durch den Einzelnen die Preise nicht aussermarktlich steuerbar sind. Der vollkommene Markt ist, im Medium der Güter, ein „herrschaftsfreier Diskurs“. Im Gleichgewichtsmodell des 'vollkommenen Marktes' wird dies darin ausgedrückt, dass die Angebotsmengen jeweils danach kalkuliert werden, was der Markt, unabhängig von Aktionen des Einzelnen, als Preis signalisiert. Die Güterproduktion wird durch den erwartbaren, aber nicht individuell beeinflussbaren Preis stimuliert. (Beispiel „Schweinezyklus“ - hoher Preis in Markt-Zeitpunkt T1 bewirkt hohes Angebot für T2; hohes Angebot in T2 bewirkt geringen Preis in T2, somit geringere Menge in T3; geringes Angebot in T3 bewirkt hohen Preis in T3 etc.)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="background-color: #cccccc; color: #741b47; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="background-color: #cccccc; color: #741b47; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;In den Gleichgewichtsmodellen der Marktformenlehre kommt die ausschliesslich zulässige Steuerung der Angebotsseite durch die Marktpreise darin zum Ausdruck, dass der Markt als eine punktuelle Institution gedacht wird; bildhaft: der Markttag am Marktplatz, wo sich Anbieter und Nachfrager mit symmetrisch ausgeglichener Marktmacht gegenübertreten. Die Marktvorbereitungen finden aussermarktlich, in der nicht einsehbaren Privatsphäre statt. Diese Trennung (Betrieb-Firma; privat-öffentlich) folgt aus der begrifflichen Struktur des Privateigentums: der Unterscheidung von &lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;Gebrauchsrecht&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt; und &lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;Verfügungsrecht&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;.&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="background-color: #cccccc; color: #741b47; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="background-color: #cccccc; color: #741b47; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;Dieses ursprüngliche liberale Modell liegt den Theorien von Adam Smith, der englischen Grenznutzenschule (Neoklassik) als auch dem Ordoliberalismus der Freiburger Schule zugrunde.&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="background-color: #cccccc; color: #741b47; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="background-color: #cccccc; color: #741b47; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;Jedoch wurde diese Anlage des Marktkonzepts als ein herrschaftsfreier Diskurs sowohl durch David Ricardo – gegen Adam Smith – aufgebrochen, als auch durch die Stackelbergsche Modellvariation und durch die österreichische Schule. Diese Theorien der ungleichen Macht ermöglichen die aussermarktliche Beeinflussung der Mengenangebote. Dadurch wird die Marktformenlehre abgelöst durch Strategiespiele der direkten Beeinflussung der Kontrahenten ausserhalb der Marktsphäre (Ricardo griff hilfsweise auf die „naturwissenschaftliche“ Argumentation der Überbevölkerungstheorie zurück). Die Symmetrie der Marktmacht wird zerstört. „Markt“ wird von einer Domäne der herrschaftsneutralen Allokation der Güter und Produktionsfaktoren verwandelt in ein Medium zur Allokation von Macht.&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="background-color: #cccccc; color: #741b47; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="background-color: #cccccc; color: #741b47; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;i&gt;Damit zerstört der neoliberale Marktbegriff (wie auch der Ricardosche Manchesterismus) die Privatsphäre und somit die ethische Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft. Gegen die aufklärerische Ethik von Adam Smith wird eine Strategie der “Machtethik“ etabliert. Statt die herrschaftsfreie Allokation der Güter und Produktionsfaktoren zu leisten, führt die Strategieethik zu einer Allokation der Macht, damit zu einer fortlaufenden Verstärkung anfänglicher Machtverhältnisse -&amp;nbsp; in der endgültigen Konsequenz zu einer Art Neo-Absolutismus.&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;*********&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Freiheit - Freiheit - Freiheit - „das langwährende Rezitieren des Mantras ist eine Stütze, um meditativ im gewünschten Denken zu verweilen“ informiert uns der Weltgeist aus dem Internet. Das Mantra wirkt durch seinen Klang, es soll ja die Gedankeninhalte leeren. Wir dagegen möchten uns mit dem Begriff befassen, dem argumentativen Inhalt dieser Lauthülse.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wie der naive Scholar, der Mephisto gegenübersteht, meinen wir:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„Doch ein Begriff muß bei dem Worte sein“ &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;und wundern uns über des Teufels Antwort:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„Schon gut! Nur muß man sich nicht allzu ängstlich quälen&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Denn eben wo Begriffe fehlen,&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.“&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;Freiheit durch den freien Markt&lt;/b&gt; ist zum Schlüsselbegriff der gesamten gesellschaftlichen und politischen Diskussion geworden. In nahezu allen Bereichen der sozialethischen Ordnungsdiskussion wird auf ihn als die zentrale Instanz des Machbaren, des Gerechten, des funktional Richtigen, des im Namen der Freiheit Unvermeidlichen verwiesen. Verstanden als Mechanismus der Evolution der individuellen Freiheit wird der freie Markt als das entscheidende diskursive Medium auch noch übertragen auf nahezu alle anderen Lebensbereiche – angefangen von Kultur, Kunst, Literatur, Wissenschaft, Schulsysteme etc. über die Struktur der Öffentlichkeit und deren Meinung formenden Medien (Zeitungen, Bücher, Rundfunk und Fernsehen, Internet etc.), über die internen Strukturen der kooperativ-zweckbezogenen Organisationsformen (Wirtschafts- und Produktionsbetriebe) bis hin zur Legitimation - bzw. Delegitimation - der repräsentativen Demokratie und ihren fundamentalen korporativen Institutionen (z.B. Gewerkschaften, Parteien, Berufsverbände etc.). Selbst offensichtlich gesellschaftlich destruktive Tendenzen wie etwa die Verabschiedung des Ideals der Vollbeschäftigung werden vom Marktbegriff scheinbar legitimiert.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Dieses in den letzten 30 Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung dominant gewordene Verständnis der strukturellen Bedeutung des Marktes, seiner generellen Identifizierung mit Freiheit, lässt sich auf den simplen gemeinsamen Nenner bringen: wer sich durchsetzt, hat Recht und sein Verhalten ist - mit ethischem Unterton – fraglos gerechtfertigt. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Während so der freie Markt als eine universell Gesellschaft bildende, formende und dirigierende Institution verstanden wird, drängt sich mit zunehmend unbehaglich werdender kognitiver Dissonanz die Frage auf: &lt;b&gt;was ist der freie Markt überhaupt?&lt;/b&gt; Wie ist diese Instanz selbst strukturell gestaltet? Gibt es überhaupt ein reflektiertes Einvernehmen über diesen universellen Entscheidungs- und Direktionsmechanismus in gesellschaftlich relevanten Fragen?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die nachfolgende Abhandlung stellt dar, dass es über den scheinbar so klaren Marktbegriff einen verborgenen Dissens gibt, der sich bereits durch die gesamte ca 250-jährige Entwicklung der ökonomischen Theorie hinzieht. Es ist, direkt ausgesprochen,&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;die Frage: &lt;b&gt;ist der Markt &lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;- ein&lt;b&gt; Interaktionsmechanismus der Willkür &lt;/b&gt;unter Zuhilfenahme struktureller Macht? &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;oder&lt;/b&gt; ist der Markt ein&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;- &lt;b&gt;Mechanismus zur Neutralisierung struktureller Macht&lt;/b&gt;?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;In dieser Konfrontation der Fragestellung scheint die ethische Fundamentalfrage auf: ist Willkürmacht ethisch zulässig und rechtfertigbar? Oder verstehen wir als die Basis jeglicher Ethik nicht gerade die Neutralisierung willkürlicher Macht und Gewalt? Das allgemeine Vorverständnis neigt ohne Frage der zweiten Auffassung zu. Dennoch werden wir auch die erste Formulierung ernst nehmen, gemäss der Antwort, die der Philosoph Ludwig Wittgenstein seinem Gesprächspartner Rhus Rhees auf dessen Mitteilung des Ausspruchs von Göbbels „Recht ist, was uns gefällt“ gab: „Even that is a kind of ethics.“&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wir werden feststellen, dass es im genannten Sinn zwei unterschiedliche, ja kontradiktorische strukturell-begriffliche Festlegungen von „Markt“ gibt. Und wir werden darlegen, dass sich die Unterschiede nicht aus der Wirtschaftstheorie ergeben, sondern in einer a-priori-Weise, per definitionem, in diese hineingetragen werden. Die Wirtschaftstheorie selbst transformiert dann diese, von ihr unhinterfragten Basisdefinitionen in bloss tautologischer Weise in ihre fachwissenschaftlichen Schlussfolgerungen. Die Legitimität dieser Schlussfolgerungen ist folglich nicht anderes als die Legitimität der Basisdefinitionen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Basisdefinitionen entstammen unterschiedlichen Ansichten über die ethischen Grundlagen. Hier stehen sich die Ethik der Aufklärung und die Ethik der Gegenaufklärung in schärfster Konfrontation gegenüber: als Ethik der Forderung nach Allgemeingültigkeit der Handlungsbegründungen einerseits und als eine Ethik des individualistischen Machtanspruchs. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Es ist zu erinnern, dass die Ökonomie als eine Wissenschaft aus der praktischen Philosophie entstanden ist. Im folgenden werde ich mich ausschliesslich auf diesen Punkt konzentrieren. An dieser Stelle geht es noch nicht um eine Einzelkritik unterschiedlicher Theorien, es geht auch noch nicht um die Darstellung einer Alternative. Es soll hier zuerst nur deutlich gemacht werden, wie die grundlegende, vor-fachwissenschaftliche Entscheidung für eine der genannten Ethiken das gesamte Erkenntnispotential der jeweiligen, daraus entwickelten, ökonomischen Fachtheorie präjudiziert. Allerdings bin ich der Meinung, dass diese Entscheidung vor der Fachwissenschaft keine ausserwissenschaftliche Angelegenheit ist, sondern selbst wissenschaftlich-methodisch begründbar ist – in einer Proto-Ökonomie, in der die Basisbegriffe einer Fachwissenschaft aus der Philosophie heraus bereit gestellt werden. Dies ist jenes Verständnis von Begründung der Wissenschaften, das Paul Lorenzen in seiner „Erlanger Schule“ des dialogischen Konstruktivismus vertrat.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;******&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Adam Smith hatte mit seinem Modell vom Markt klar gestellt, dass dieser eine Institution ist, die alle herkömmlichen Machtverhältnisse neutralisiert. Damit gab er der bürgerlichen Vorstellung von Freiheit einen institutionellen Ankerpunkt. Und er stellte damit seine ökonomische Theorie vom Wohlstand der Nation in Gegensatz zur merkantilistischen Theorie, die, wie der Doktor Quesnai, nur den Kreislauf der Güter betrachtete, dabei aber die aristokratischen Machtverhältnisse in die einzelnen Tauschverhältnisse dieses Kreislaufs einfliessen liess. Diese beiden Archetypen der Ökonomie durchziehen immer noch unsere Realität. Beide Theorien reden vom „Markt“. Was ist der Unterschied?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;Machen wir uns zwei Worte: reziproker Markt und symmetrischer Markt&lt;/b&gt;. Betrachten wir die charakteristischen Vorstellungen über die Struktur der Interaktionen beim Tausch, die diesen Begriffen zu Grunde liegen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Im &lt;b&gt;reziproken Markt&lt;/b&gt; treffen sich jeweils zwei, die aktuell miteinander tauschen. Danach geht jeder seines Weges und sucht sich neue Tauschpartner; jeder ist frei in der Partnerwahl, keiner wird gezwungen, jeder ist frei zu tauschen oder es bleiben zu lassen. Seinen Vorteil sucht er darin, irgend einen Tauschpartner zu finden, der entweder schlechter informiert ist als er selbst, oder sich vielleicht grade in einer prekären Situation befindet, wie der Verdurstende in der Wüste, der in seiner Not für einen Schluck Wasser einen dicken Beutel voller Gold an den Beduinen hergibt. Aber auch diese prekäre Situation ist darauf zurückzuführen, dass der Verdurstende schlecht informiert ist: bei der Planung seiner Route, über die Lage der Brunnen in der Wüste oder irgendetwas anderes, was er - wir reden von Selbstverantwortung - klugerweise hätte wissen sollen .&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Der entscheidende Punkt beim reziproken Markt ist: es sind aktuell keine alternativen Tauschpartner gegenwärtig. Man kann aktuell keine anderen Angebote einholen. Wer klug und egoistisch ist, der sucht sich Tauschpartner und Tauschgelegenheiten, bei denen er, nach seiner eigenen Einwertung, mehr bekommt als er gibt, wobei sein Partner ebenfalls glücklich ist, denn der hat nach dem Tausch ja auch das was er wollte, einen grösseren Nutzen. Das Beispiel gibt schon Adam Smith: vom verdurstenden König in der Wüste, der sein Königreich gegen einen Schluck Wasser hergibt. Jeder muss das für sich selbst wissen und entscheiden, er ist ja nicht gezwungen, er ist frei und selbst verantwortlich, keiner hat eine Pistole gezückt. Das ist der individuelle, subjektive Aspekt des Tauschens beim reziproken Markt.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Das &lt;b&gt;reziproke Schema der Tauschinteraktion &lt;/b&gt;ist, in der strukturellen Betrachtung1:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Adam tauscht mit Bedam; &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Bedam tauscht mit Cedam, &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Cedam tauscht mit Adam.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Der Kreislauf ist geschlossen, er beginnt mit Adam und endet bei Adam. (Die Anzahl der Teilnehmer im Schema kann natürlich beliebig eweitert werden). Führt man über die Tauschverhältnisse eine „nationale Buchhaltung“ (wie es Jean-Baptiste Say andachte), so kann man am Ende des Jahres eine ausgeglichene Bilanz aufmachen, und auch die zugehörige nationale Gewinn- und Verlust-Rechnung wird mit Null aufgehen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Ob es am Ende des Jahres auch für jeden einzelnen Xdam zufrieden stellend war, ist hier weder entscheidend, noch wichtig, noch entscheidbar. Das kann nur jeder mit sich selbst ausmachen. Selbst wenn sich einer im Kämmerchen krumm ärgert, weil er hinterher zur Meinung kam, er habe einen schlechten Deal gemacht - sein Problem, pacta sunt servanda. Kein Richter wird ihm helfen können und wollen (wir reden hier nicht von Betrug usw., sondern von freier Entscheidung, 'rational choice'). Man kann und muss die je eigene Rationalität unterstellen, weil man kein ausser- oder überindividuelles Urteilskriterium hat; jeder fremde urteilende Versuch wäre eine illegitime Bevormundung der für sich selbst entscheidenden Individuen. Das ist das individualistische Prinzip beim reziproken Markt. Daher nennt Ludwig v.Mises diesen Markt „Katallaxie“ - eine erfreulich klärende, aber zu wenig beachtete Unterscheidung gegenüber den umgangsprachlichen Untertönen des Wortes 'Markt'.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Gemäss dem verfügbaren Gerechtigkeitskriterium: jeder weiss am besten, was für ihn selbst gut ist, ist also alles faktisch-gerecht zugegangen, die Verteilung war gerecht, so wie sie eben faktisch ausging. Diese „verteilende Gerechtigkeit“ ist gesamtwirtschaftlich ein Nullsummenspiel, weil sie sich auf ein geschlossenes System bezieht. Das war schon der Fall beim „tableau economique“ des Physiokraten Quesnay, obwohl dieser ja von drei gesellschaftlichen Klassen ausging, denen nach aristokratischem Rechtsverständnis unterschiedliche Anteile am Sozialprodukt zustanden. Die Gerechtigkeitsformel: „keiner soll gewinnen, wenn ein anderer dadurch verliert“ taucht, als ein solches Gerechtigkeitskriterium, in der ökonomischen Theorie als Pareto-Kriterium auf. Unklar und unentscheidbar ist und bleibt dabei, welcher Ausgangszustand gelten soll – aber das ist ja als permanenter Einwand gegen das Pareto-Kriterium bekannt. Soviel ist also schon erkennbar: das reziproke Marktschema stellt ein geschlossenes System dar, und als Gerechtigkeits- oder Moralkriterium gilt darin: was das System stabil hält, ist gut. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Betrachten wir dem gegenüber das zweite,&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;das&lt;b&gt; symmetrische Schema der Tauschinteraktion&lt;/b&gt;: &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Zunächst steht eine zweiseitige Interaktion mit wechselnden Positionen: &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Adam tauscht mit Bedam UND Bedam tauscht mit Adam&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Danach gehen beide Tauschpartner ihrer Wege und suchen sich neue Tauschpartner in transitiver Weise:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&amp;nbsp;Adam tauscht mit Bedam; &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Bedam tauscht mit Cedam; &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Adam tauscht mit Cedam.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Worin besteht der&lt;b&gt; Unterschied des symmetrischen zum reziproken Marktmodell&lt;/b&gt;? Zunächst darin, dass sich die Tauschpartner in eine symmetrische Position zu einander begeben. Sie machen sich für den Augenblick des Tausches miteinander gleich in ihren Rechten, sie nützen nicht die Zufälle einer einseitigen Machtposition in dieser singulären Situation, wie es der Kameltreiber tat gegenüber dem verdurstenden König in der Wüste. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die nachfolgenden Tauschvorgänge, in die Adam und Bedam sich begeben, werden wegen dieser Symmetrie und der daraus folgenden gegenseitigen Vertretbarkeit zwischen beiden auch so darstellbar:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;(Adam ODER Bedam) tauscht mit Cedam&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;(Bedam ODER Adam) tauscht mit Cedam&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;Adam und Bedam könnten sich also gegenseitig vertreten, sich repräsentieren, weil sie sich in ihren gegenseitigen Rechten gleich gestellt haben&lt;/b&gt;. Dieses sich gegenseitig vertreten können ist &lt;b&gt;das wesentliche Unterscheidungskriterium zwischen reziprokem und symmetrischem Markt.&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wie soll das gehen, in einer Welt der Egoisten? - Durch eine institutionalisierte Form des Marktes, die eine derartige Neutralisierung der Machtpositionen bewirkt. Im bildhaften Modell des symmetrischen Marktes wird diese Machtneutralisierung dadurch erzeugt, dass alle Tauschpartner gleichzeitig anwesend sind, damit jeder zu jedem eine symmetrische Position einnehmen kann. Es ist das Bild vom Markttag auf dem Marktplatz. Qua aktual realisierbarer Transitivität weiss jeder von jedem, welche Preise gefordert und bezahlt werden. Am Ende des Tages ist der Markt geräumt, Angebot und Nachfrage sind im Gleichgewicht. Die Tagesbilanz des Gesamtmarktes ist ausgeglichen, und jeder weiss, dass er genau soviel vom Gesamtvolumen des Marktes bekommen hat, wie ihm als Gleichem unter Gleichen zusteht, soviel, wie er nach allgemein nachvollziehbarer Einschätzung mitgebracht hat - ausgleichende Gerechtigkeit. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Noch ein Unterschied zwischen reziprokem und symmetrischem Markt fällt auf: der reziproke Markt ist ein geschlossenes Kreislaufmodell, der symmetrische Markt ist ein offenes transitives Modell: der reziproke Markt endet mit „Cedam tauscht mit Adam“, der symmetrische Markt endet mit „Adam tauscht mit Cedam“ (natürlich können auch hier beliebig viele Teilnehmer zwischen Adam, Bedam und Cedam, und hinter Cedam, eingefügt werden).&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wo ist also der relevante Unterschied zwischen reziprokem und symmetrischem Markt und was bedeutet dieser Unterschied für die ökonomische Theorie und Praxis? Ob wir das Marktgeschehen übers Jahr oder über einen Tag betrachten ist irrelevant. Ob wir von ausgleichender oder verteilender Gerechtigkeit sprechen, scheint vorderhand auch nur eine Sonntagsfrage für den Pastor zu sein.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Der Unterschied besteht darin: &lt;b&gt;der symmetrische Markt neutralisiert im Moment des Tauschens&lt;/b&gt; – oder im Moment der Vertragsverhandlung – &lt;b&gt;alle Machtfülle, über die einer der Vertragspartner gegenüber dem anderen verfügt&lt;/b&gt;. Die einzige Macht, die in diesem Moment ein Rolle spielen darf, ist das Verfügungsrecht über die konkret in der Verhandlung anstehende Sache. Diese Machtneutralisierung bewirkt, dass im Moment des Tauschens bzw. Verhandelns beide gleich „stark“ sind, dass nur das Interesse über den Vertragsgegenstand ihr gegenseitiges Verhalten beeinflusst – Adam will Dieses haben, Bedam will Dieses weggeben. Beide sollen die Möglichkeit haben, den Verhandlungspartner zu wechseln, um woanders eventuell günstigere Bedingungen zu finden. Dazu müssen aktual entsprechend viele alternative Teilnehmer am Markt sein. Weiterhin ist wichtig, dass die Informationen über die gegenseitigen Erwartungen erst auf dem Markt und synchron am Markt ausgetauscht werden, also allen gleichzeitig zur Verfügung stehen. Keiner soll, vormarktlich oder aussermarktlich die Marktvorbereitungen2 eines anderen einseitig beeinflussen können – das wäre eine asymmetrische Machtkonstellation, die die aktuale Gleichheit aller am Markt stören würde. So kann man auch erkennen, dass das symmetrische Marktmodell von einer Synchronizität des Marktgeschehens ausgeht – während das reziproke Marktmodell von einem asynchronen Markt, einem Nacheinander der Tauschakte ausgeht.3 &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wenn diese Voraussetzungen der sozialen Symmetrie institutionell auf dem - metaphorisch gesprochen – Marktplatz am Markttag erfüllt sind, spricht man vom „vollkommenen Markt“. Der vollkommene Markt ist ein herrschaftsfreier Markt.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Dieser &lt;b&gt;herrschaftsfreie, vollkommene Markt &lt;/b&gt;ist die Grundlage der ökonomischen Theorien von &lt;b&gt;Adam Smith&lt;/b&gt;, des &lt;b&gt;Ordoliberalismus&lt;/b&gt; und der &lt;b&gt;angelsächsischen neoklassischen Theorie&lt;/b&gt;. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wenn eine der genannten Voraussetzungen des symmetrischen Marktes nicht erfüllt ist, ist auch keine aktuale Gleichheit der Tauschpartner gegeben. Der Markt ist durch aussermarktliche Macht verzerrt – und diejenigen, die solche Machtansprüche von ausserhalb in den Markt einbringen können, können ihre Macht auf dem Markt gewissermassen „waschen“ – so wie man Schwarzgeld wäscht, indem man damit legale Geschäfte tätigt. Die Machtverhältnisse werden unsichtbar, sobald sie über den Markt gegangen sind.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Was ich im Folgenden deutlich machen will, sind die teilweise undeklarierten und unbemerkten Variationen der Bedingungen des vollkommenen Marktes durch gegenläufige Theorieentwürfe, die den Einfluss von gesellschaftlichen Machtverhältnissen maskieren. Dies soll am Beispiel von David Ricardo gegen die Theorie von Adam Smith und der Obstruktion der neoliberalen, der „österreichischen“ Schule sowohl gegen den Ordoliberalismus der Freiburger Schule als auch gegen die angelsächsische Neoklassik aufgezeigt werden.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Diese Variationen wurden teilweise überhaupt nicht bemerkt, oder es wurde nicht wahrgenommen, an welcher Stelle sie in die Modellierung des Marktmodells eingeschleust wurden und so jeweils den symmetrischen Marktbegriff zerstörten. Die neoklassische Schule geht dabei so weit, dass sie relativ offen den vollkommenen Markt als sogenannte „unrealistische“ Illusion ablehnt und ihn durch einen herrschaftsdurchsetzten Markt als einen vorgeblich „realistischen“ ersetzt. Das Ergebnis ist eine Legitimierung gesellschaftlicher Macht unter dem Etikett der Freiheit des Marktes – insbesondere dann, wenn das Volksvorurteil den Markt, ohne Wahrnehmung der stattgehabten begrifflichen Manipulation, als eine sozialethisch legitimierende Institution ansieht. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;*******&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Sehen wir im Folgenden nach, in welchen Zusammenhängen die Konzeption des ungleichen Marktes gegen die des vollkommenen Marktes ausgespielt wird. Es gibt hier nämlich einen Kampf, der seit über 200 Jahren – in ökonomischer Theorie und politischer Praxis - geführt wird. Begonnen hat er mit dem Widerspruch Adam Smith' gegen die physiokratische Lehre von Quesnais – seine Aufwertung der Arbeit zur einzigen Wertquelle, Arbeit als Eigentumsrechte an Sachen erzeugend, ist ein Angriff auf die aristokratische Behauptung, die verarbeitenden Gewerbe des Dritten Standes seien ökonomisch „steril“, also nicht Wert erzeugend. Diese Korrektur des Marktverständnisses wurde dem entsprechend zunächst als eine Sozialkritik verstanden. Doch Smith blieb nicht unwidersprochen. Und vorderhand ihm zustimmend, wird ihm auch heute noch das Wort verdreht.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die &lt;b&gt;erste Spur einer zurück gerichteten Umdefinition&lt;/b&gt; der Adam Smith'schen Vorgabe für einen symmetrischen Markt entdecken wir schon ganz am Beginn der ökonomischen Theoriegeschichte, bei seinem Adepten David Ricardo. Im Zentrum geht es um den Basismarkt der Ökonomie des Wohlstands, den Arbeitsmarkt und die Frage: soll der Arbeitsmarkt eine symmetrische oder eine reziproke Interaktionsstruktur haben?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Der „Adam und Schmied“ der Ökonomie hatte die Arbeitswerttheorie postuliert. Eigentum entsteht dadurch, dass die nützlichen Dinge, an denen wir ein Eigentum erstreben, durch Arbeit erzeugt werden. Das hatten auch schon andere Aufklärer, wie zum Beispiel der Philosoph John Locke behauptet. Offen bleibt insoweit aber die Frage: Wird dadurch bloss das Recht, andere vom Gebrauch dieser Sache auszuschliessen (jus excludendi), erworben, oder geht die Frage, wie wir eine Sache positiv nutzen (jus disponendi), in die ethische und juristische Fragestellung mit ein? &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Präziser lautet die relevante ethische Fragestellung dabei: entsteht Eigentum durch blosse Entnahme aus der Natur, durch Aneignung herrenloser Sachen, und entsteht das „jus excludendi“ daran durch einseitige, willkürliche Rechtsdeklaration des Aneigners gegenüber dem Rest der Welt – oder wird die Aneignung dadurch legitimiert, dass sie mit Arbeit verbunden ist?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Rousseau hatte seine Klage über den Verlust des paradiesischen Naturzustandes damit untermauert, dass er unter Eigentumsrecht nur jenes jus excludendi verstand, das durch einseitige Rechtsdeklaration etabliert wird. In dem berühmten Einleitungssatz zum zweiten Teil seines Diskurses über die Ungleichheit unter den Menschen von 1755 erklärte er: „Der erste, der ein Stück Land eingezäunt hatte und es sich einfallen ließ zu sagen: Das gehört mir!, und der Leute fand, die einfältig (simples) genug waren, ihm zu glauben, ist der wahre Gründer der bürgerlichen Gesellschaft.“ &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Dieses Verständnis von Eigentum, als nur das jus excludendi betonend, ist die Grundlage des aristokratischen Anspruchs auf den gesamten Fruchtgenuss, der nach der Entschädigung, d.h. der allernötigsten Alimentierung der Landarbeiter übrig bleibt. Die physiokratische Kreislauflehre erklärte dies den Simpeln auf 'naturwissenschaftliche' Weise. „Eigentum ist Diebstahl“ rief ihnen der Anarchist Proudhon daraufhin ins Ohr, um sie aus ihrem einfältigen Schlaf zu wecken.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Adam Smith dagegen argumentierte: es ist die Aneignung durch Arbeit, die das Ausschlussrecht am Eigentum begründet. Wir geben, während wir es der Natur entnehmen, etwas zum Vorfindlichen dazu. Es ist auch nicht, wie bei John Locke, nur bloss das Auflesen, die mehr oder weniger grosse Mühe der je Einzelnen, irgendwelche interessante Sachen aus der Natur zu entnehmen; wir reden also nicht bloss vom Pilze sammeln, Hirsche erjagen oder Bäume fällen. Smith meinte, dass wir Menschen nicht schon, wie die wilden Tiere, mit dem zufrieden sind, was wir auffinden, sondern dass wir immer besser, angenehmer und vielleicht auch mit weniger Arbeit und Mühe leben wollen – wer möchte dem widersprechen? Dabei haben unsere Vorfahren entdeckt, dass die Veränderung, Verbesserung, Verarbeitung des Vorgefundenen durch Arbeitsteilung, Kooperation, uns diesem Ziel immer näher bringt – es ist das, was man im Absolutismus als sterile Tätigkeit nicht honorieren, nur entschädigen wollte, weshalb Abbé Sieyès die Parole der französischen Revolution ausrief: Was ist der Dritte Stand? ALLES!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Arbeitsteilung und Kooperation findet statt im Rahmen des jus disponendi - „der Eigentümer kann mit der Sache tun und lassen was er will“ so steht es seit Napoleons Code Civil in jedem Bürgerlichen Gesetzbuch. Arbeit kann in zweierlei Weise in Einzelschritte aufgeteilt werden: einmal direkt unter den gemeinsam Arbeitenden abgesprochen und geplant, etwa in ihrer Werkstatt. Sobald die Arbeitsteilung aber einen grösseren Differenzierungsgrad erreicht hat, wird sie aufgeteilt in organisatorisch unabhängige Schritte; zum Teil ist dies auch erforderlich dadurch, dass die Voraussetzungen der einzelnen Arbeitsschritte an weit voneinander entfernten Orten zu finden sind, und so die direkte Verabredung nicht funktioniert. Dann werden die fertigen Ergebnisse der jeweiligen Arbeiten miteinander getauscht. Dabei kommt es auf die Tauschrelation an; und Smith stellte fest, dass der Wertmaßstab dabei die Menge, die Zeit der aufgewendeten Arbeit ist: Arbeit tauscht sich in Wert. Diesen Maßstab findet man durch das symmetrische Tauschverhältnis. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wie hält man auseinander, was in einem Vorprodukt bereits an Arbeit steckt und was ihm in einem neuen arbeitsteiligen Schritt hinzugefügt wird? Smith beruft sich auf einen Grundsatz des römischen Rechts bei der Akzession.4 Malt ein Künstler auf ein ihm nicht gehörendes Brett (tabula) ein Bild, dann ist ein nicht trennbares Gesamtwerk entstanden. Wem gehört dies jetzt – dem Schreiner oder dem Maler? Da es nach wie vor eine 'tabula' ist, gehört es üblicherweise dem ursprünglichen Besitzer; der Hinzufüger wird aber entschädigt mit der Wertdifferenz, die seine Arbeit erzeugt hat. (Natürlich können sich die beiden auch darauf einigen, dass die tabula nun dem Maler gehören soll und der Schreiner entschädigt wird – der Wert der Kunst ist bekanntlich Geschmacksache.)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;Die Art und Weise, wie man Eigentum versteht, ob als blosses Ausschlussrecht an einer Sache oder dieses negative Ausschlussrecht im Zweiklang mit dem positiven materiellen Dispositionsrecht, prägt sowohl das Verständnis der ursprünglichen Aneignung als auch das Verständnis des Tauschvorgangs&lt;/b&gt;. Im Tausch wird das Eigentumsrecht auf eine andere Person übertragen, dabei reproduziert sich die Methode, die als Legitimation des ursprünglichen Erwerbs dieses Eigentumsrechts angesehen wird. Wird Eigentum allein durch das Ausschlussrecht begründet, dann gilt die gleiche Willkürlichkeit, der sich die Deklaration des ursprünglich Aneignenden bediente, auch bei der Bestimmung der Tauschrelation, zu der es auf einen anderen übertragen wird. Je simpler sich dieser anstellt, desto besser für den anderen. Dieser Tausch des blossen jus excludendi benötigt die Struktur des reziproken Marktes.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;Wird dagegen die Arbeit, das, was dem in der Natur vorgefundenen hinzugefügt wurde, als Legitimation des Eigentumsanspruches gesehen, dann benötigt man den symmetrischen Marktbegriff&lt;/b&gt;. Nicht nur wer die Macht hat, seinen Anspruch auf das Auschlussrecht zu deklarieren, (und diese Deklaration im eventuell nachfolgenden Tausch zu bekräftigen) ist qua dieser seiner Macht legitimiert, sondern jeder hat Anspruch auf die gesamte Natur – und so kann er seinen Anspruch auf einen Teil davon allein damit legitimieren, dass er im Vorgang der Entnahme, seiner partikulären Aneignung, etwas von sich dazu gefügt hat, Hegel würde sagen: er hat sich entäussert. Die Entnahme aus der Natur ist die Hinzufügung des Eigenen, nur dieses hinzugefügte Eigene ist der - sowohl moralische als auch wirtschaftliche – Wert der entnommenen Sache. Mit dem Argumentationsmuster bei der Akzession: die der Natur entnommene Sache hat zu Beginn der Entnahme den Wert Null; ihren positiven Wert erhält sie durch die Hinzufügung als dem Prozess der Entnahme aus der Natur. Das ist der ins buchhalterische übersetzte naturrechtliche Grundsatz der Aufklärung, dass jedem uneingeschränkter Zugriff auf die gesamte Natur zusteht. Das Wort "Natur" sollte man sich hier nicht allzu bildlich, wie das Umfeld des Sonntagsspaziergangs etwa, vorstellen. "Natur" heisst: das, was wir vorfinden und von diesem vorgefundenen Stadium aus nach eigenem Willen verändern.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Daher ist dieses Hinzugefügte der Masstab des Tauschwerts, des „Schadensausgleichs“ bei der Eigentumsübertragung. Die Deklarierung des Ausschlussrechtes geht einher mit der Ausübung des sachlich-materialen Dispositionsrechtes als Arbeit an der fraglichen Sache. &lt;b&gt;Deshalb benötigt diese Art der Legitimation des Eigentums den symmetrischen Markt.&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wir sehen, dass der Philosophie&lt;b&gt; der Aufklärung&lt;/b&gt; für die Legitimation des Eigentumsanspruches nicht allein die Willkür des Machtanspruches genügt. Ihr &lt;b&gt;liegt schon die rechtliche Gleichheit, die rechtliche Symmetrie der Individuen zu Grunde&lt;/b&gt;. Und bemerkenswert ist auch, dass die „Natur“ einem gleichberechtigten Anspruch aller unterliegt – wobei man sich die Natur nicht bloss bildhaft als Acker, Wald oder neu entdeckte Insel vorstellen sollte.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Generell erkennen wir, dass die Art und Weise der philosophischen Darstellung jenes Prozesses der ursprünglichen Eigentumsbegründung nur die historisierende Darstellung der interaktiven Tauschstruktur ist, also eine Vorwegnahme der jeweils befürworteten Marktstruktur.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Der Wertzuwachs bei Produktivitätsfortschritt&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Weil die Menschen, so argumentiert Adam Smith, auch nachdem sie die Arbeitsteilung einmal erfunden haben, immer weiter besser und mühefreier leben wollen, schreitet die Arbeitsteilung voran, die Arbeit wird produktiver. Zunächst im Lauf der Generationen, dann immer schneller, weil man bemerkt, dass die Werkzeuge und Arbeitsabläufe verbessert werden können. Daher sagt Smith, dass dann, wenn durch Arbeit erzeugter Wert sich später wieder in Arbeit tauschen lässt, der dann aktuelle, neue Produktivitätsgrad der Maßstab für die Tauschrelation ist. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Liegt also zwischen dem ersten und dem zweiten Tauschvorgang ein gewisser Zeitraum, dann können zum zweiten Zeitpunkt die Tauschrelationen andere sein als beim ersten – der Arbeiter bekommt mehr Ware als er damals bekommen hätte – für die gleiche Arbeitsmenge. Der Wert der alten Waren (pro Einheit) ist gesunken, so wie auch der Wert der neuen Waren (der Zeitaufwand zur Herstellung pro Einheit) gesunken ist, und zwar gilt für beide: die Wertminderung steht in umgekehrtem Verhältnis zur Steigerung der Produktivität der Arbeit. &lt;b&gt;Adam Smith&lt;/b&gt; betont also die aktuale Symmetrie beim Tauschvorgang, und er&lt;b&gt; betont das Recht der Arbeiter, am steigenden Wohlstand, der durch die Verbesserung der Produktionsweise entsteht, teilzuhaben&lt;/b&gt;5. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Es ist für Adam Smith nicht so, dass die alten Waren ihren ursprünglichen Wert, die vergleichsweise viele Arbeitszeit, konstant durch die Zeit mittransportieren, und dieser unverändert in aktuelle Tauschverhältnisse eingebracht werden kann, unbeachtet der Tatsache, dass die Produktion der gleichen Waren nunmehr weniger Arbeit erfordert.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Für jemanden, der an der Börse spekuliert, ist das wenig nachvollziehbar. David Ricardo, dessen Buch „Grundsätze der politischen Ökonomie“ der zweite Meilenstein in der Entwicklung der Wirtschaftstheorie ist, war so einer. Napoleons Waterloo war Ricardos Glücksfall gewesen. Seine Spekulation in Kriegsanleihen hatte ihn zu einem der reichsten Männer der damaligen Welt gemacht. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Gleich im ersten Kapitel seiner „Grundsätze“ &lt;b&gt;übt Ricardo herbe und grundsätzliche Kritik an den Gleichheitsansprüchen&lt;/b&gt; seines Vorgängers und Lehrmeisters: &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„Adam Smith, der die ursprüngliche Quelle des Tauschwertes so genau bestimmte ... daß alle Dinge je nach der für sie verwendeten Arbeit mehr oder weniger wertvoll sind, hat selbst noch einen anderen Maßstab aufgestellt... An einigen Stellen spricht er ... von der Quantität, die sie auf dem Markt kommandieren kann: so als ob dies zwei gleichwertige Begriffe wären und als ob deswegen, weil jemandes Arbeit doppelt ergiebig geworden ist und er daher die zweifache Quantität einer Ware erzeugen kann, er notwendigerweise das Doppelte der früheren Menge dafür einzutauschen imstande ist. Wenn dies tatsächlich richtig wäre, wenn das Entgelt des Arbeiters immer dem entspräche, was er produziert, würden die auf eine Ware verwendete Menge Arbeit und die Quantität Arbeit, mit der diese Ware gekauft werden kann, gleich sein....Jedoch sie sind nicht gleich (Hervorhebung vom Autor)...Es kann daher nicht richtig sein, mit Adam Smith zu sagen....'daß nur die Arbeit niemals ihren eigenen Wert ändert und daher allein der letzte und wirkliche Maßstab ist, an dem der Wert aller Waren jederzeit und allerorts gemessen und verglichen werden kann'. Aber es ist richtig zu sagen, wie Adam Smith vorher festgestellt hat, 'daß das Verhältnis zwischen den zur Erlangung verschiedener Gegenstände erforderlichen Arbeitsmengen die einzige Grundlage zu sein scheint, aus der irgendeine Regel für den wechselseitigen Austausch abgeleitet werden kann' oder mit anderen Worten, daß es die verhältnismässige Menge der durch Arbeit erzeugten Waren ist, welche ihren gegenwärtigen oder früheren relativen Wert bestimmt, nicht aber die relativen Mengen an Waren, die dem Arbeiter im Austausch für seine Arbeit gegeben werden.“6&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Ricardo macht also den Unterschied zwischen Ertrag der Arbeit und Preis der Arbeit (Lohnkosten) - Marx' Unterschied zwischen Arbeit und Arbeitskraft. Das ist aber die Trennung jener Symmetrie auf dem Arbeitsmarkt, die Smith etablieren wollte, durch die der Arbeiter am steigenden Wohlstand teilhaben sollte. Statt dessen werden die aus der symmetrischen Relation herausisolierten Tauschvorgänge vereinzelt in die asymmetrische reziproke Relation eingegliedert. Mit welcher Begründung? Durch blosse Behauptung: „Jedoch sie sind nicht gleich“.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Warum? Ricardo behauptet, dass die Arbeit als Ware (Marx nennt sie Arbeitskraft) nicht nach ihrer Leistung, sondern immer nach ihren je aktuellen Reproduktionskosten bezahlt wird - und der Arbeiter wird in diesem Jahr mit derselben Menge Nahrungsmittel satt wie im vorigen, auch wenn deren Produktion inzwischen weniger Aufwand erfordert. Infolge dieser Behauptung steht das Mehrprodukt aus der Steigerung der Produktivität der Arbeit allein der Kapitalseite zu. Aus heutiger Sicht und Kenntnis der Nahrungsproduktion ist es dann eine hilfsweise, eine den Gegensatz zu Smith rechtfertigende Argumentation Ricardos, dass eine Ausweitung der Lebensmittelproduktion auf weniger ertragreiche Gelände notwendig sei, weil sich die Plebs so 'triebhaft' und 'unvernünftig' vermehren. Die Ausweitung der Lebensmittelproduktion sei nur mit höheren Kosten, also auch mit höherem Arbeitsaufwand möglich, dies verteuere die Nahrungsmittel und damit die Reproduktionskosten der Arbeit. Den Profit davon aber haben jene Landlords, die auf den Ländereien mit hoher Bodenbonität sitzen, auf denen sich mit geringerem Arbeitsaufwand produzieren lässt - das ist die ricardosche „Theorie der Differentialrente“. Die gesamten Produktivitätsgewinne wandern, dieserart über die Eigentumsverhältnisse am unterschiedlich guten Boden vermittelt, zu den Landeignern bzw., allgemeiner gesprochen, zu den Kapitaleignern.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Gesamtwirtschaftlich stünde, so Ricardo, ein bestimmter, begrenzter „Lohnfonds“ zur Verfügung, aus dem die gesamte arbeitende Bevölkerung zu alimentieren sei. Die Beschränkung dieses Lohnfonds ergab sich argumentativ vor allem aus der seinerzeit im Schwange befindlichen Überbevölkerungstheorie des Pastors Malthus: angeblich wächst die Bevölkerung in geometrischem Verhältnis 1,2,4,8,16;... die Nahrungsmittelproduktion aber nur im arithmetischen Verhältnis 1,2,3,4,... Daraus erschliesst sich das „eherne Lohngesetz“: der Lohn der Arbeit bleibt naturgesetzlich beim Existenzminimum. Der naturgesetzliche Bevölkerungszwachs lässt eine symmetrische Beziehung auf dem Arbeitsmarkt unmöglich erscheinen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Ebenso sei, nach Ricardos Ansicht, das Lohnverhältnis zwischen einfacher und komplizierter Arbeit, etwa zwischen ungelerntem Tagelöhner und langjährig ausgebildetem Optiker, ein festgefügtes Verhältnis, so wie es sich in langer Tradition eingespielt hat. Produktivitätsfortschritte wirken sich daher nicht auf eine Differenzierung der Löhne aus, auch nicht, wenn die effektivere Produktion durch bessere Berufsausbildung eines Arbeiters möglich wird. Dafür sorgt schon die Konkurrenz zwischen den sich in geometrischer Reihe vermehrenden Arbeitern. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Der Bezug auf die angeblich 'naturwissenschaftliche' Argumentation der malthusianischen Überbevölkerungstheorie stützt die Behauptung, dass sich die Randbedingungen für den Arbeitsmarkt permanent verschlechtern und dass sich daraus 'naturhaft' dessen Asymmetrie ergäbe. Die Lohnhöhe, der aushandelbare Preis für die Arbeit, ergibt sich dann immer je nach der aktuellen, sich ständig verschlechternden Situation am Arbeitsmarkt. Die argumentativen Versatzstücke, die für das &lt;b&gt;"eherne Lohngesetz"&lt;/b&gt; angeführt werden, sind: Differentialrente, Lohnfonds, ungünstiges Verhältnis der Bevölkerungsvermehrung zur Nahrungsmittelvermehrung. Es sind Versatzstücke einer kreislauforientierten, reziproken Argumentation, hinter der die Willkürtheorie der Eigentumslegitimation, die „ursprüngliche Aneignung“, steht. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Es ist nicht schwer, hier eine Duplizität mit der zeitgenössischen Diskussion über Vollbeschäftigung, Niedriglohnsektoren und Rentensysteme zu erkennen. Die Vorlagen der heutigen Kombilohn-Debatte kann man ebenfalls schon bei Ricardo nachlesen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Ferdinand Lasalle glaubte an das eherne Lohngesetz, weshalb er für die staatliche Festsetzung der Löhne plädierte. Aber Lasalle hatte ja auch geglaubt, im Duell der bessere Schütze zu sein – ein für ihn tödlicher Irrtum.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die&lt;b&gt; zweite Spur einer Rückwendung vom symmetrischen zum reziproken Markt&lt;/b&gt; finden wir gut 100 Jahre später, im Verlauf einer&lt;b&gt; illegitimen Einvernahme des Ordoliberalismus durch den Neoliberalismus mit Hilfe einer Vernebelung der Begriffe&lt;/b&gt;.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Walter Eucken, der Gründervater des „Ordoliberalismus“ brachte dessen Zielrichtung in seinem Vorwort für den ersten Band des Jahrbuchs „ORDO“ auf einen präzisen Nenner:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;"Ob wenig oder mehr Staatstätigkeit – diese Frage geht am wesentlichen vorbei. Es handelt sich nicht um ein quantitatives, sondern um ein qualitatives Problem. Der Staat soll weder den Wirtschaftsprozess zu steuern versuchen, noch die Wirtschaft sich selbst überlassen: Staatliche Planung der Formen – ja; staatliche Planung und Lenkung des Wirtschaftsprozesses – nein. Den Unterschied von Form und Prozess erkennen und danach handeln, das ist wesentlich. Nur so kann das Ziel erreicht werden, dass nicht eine kleine Minderheit, sondern alle Bürger über den Preismechanismus die Wirtschaft lenken können. Die einzige Wirtschaftsordnung, in der dies möglich ist, ist die des 'vollständigen Wettbewerbs'. Sie ist nur realisierbar, wenn allen Marktteilnehmern die Möglichkeit genommen wird, die Spielregeln des Marktes zu verändern. Der Staat muss deshalb durch einen entsprechenden Rechtsrahmen die Marktform – d.h. die Spielregeln, in denen gewirtschaftet wird, – vorgeben."&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Damit bekommt die „Marktformenlehre“ zum zweiten Mal eine entscheidende methodologische Rolle für die ökonomische Theorie, aber auch für die politische und ökonomische Praxis. Genauer: die Marktformenlehre wird zur ethischen Instanz einer demokratischen kapitalistischen Wirtschaft. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Marktform der vollständigen Konkurrenz hat die Metapher des Marktplatzes, bei gleichzeitiger Anwesenheit aller Anbieter und Nachfrager. Erst hier und jetzt stellt sich heraus, wieviel Waren auf dem Tisch liegen und wieviel Geld die Leute in der Tasche haben – und zwar für alle gleichzeitig.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Es ist dies das Bild des symmetrischen Marktes. Anders als die Gleichgewichtstheoretiker hält Eucken sich nicht mit komplexen mathematischen Modellkonstruktionen auf. Eucken nennt ein klares, einfaches und pragmatisches Kriterium für den vollkommenen Markt: die einzelnen Wirtschaftssubjekte nehmen für ihre Entscheidungen den, in zweiseitigen symmetrischen Verhandlungen erzielbaren Preis als ein Datum, das sie nicht individuell, planmässig beeinflussen können – ihre allein mögliche Anpassung an diese Gegenbenheiten des Marktes ist die Mengenanpassung ihrer Nachfrage oder ihres Angebotes. Ausgeglichen sind Angebot und nachfrage, wenn die erzielten Preise den Markt geräumt haben – alles ist verkauft. Die individuelle, partikuläre Beeinflussung der Angebots- bzw. Nachfragemenge der Tauschgegner ist in diesem Modell nicht möglich, bzw. soll sie durch die Marktregeln verhindert werden. Die Beeinflussung der gegnerischen Nachfrage- oder Angebotsmenge wäre, um im Bild vom Markttag auf dem Marktplatz zu bleiben, eine Einflussnahme vor und ausserhalb der Marktveranstaltung&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Ordnungsaufgabe des Staates besteht ordoliberal darin, den Markt durch rechtliche und institutionelle Massnahmen so zu strukturieren, dass die vollständige Konkurrenz nicht durchbrochen wird. Der Markt als eine Instanz, die der Einzelne nicht manipulieren kann, ist die Garantie der liberalen Freiheit, die jedem seinen Beitrag zum Marktgeschehen als den selbst erschaffenen Erfolg zuschreiben will. Das Interesse der Ordo-Liberalen lag darin, die Vermachtung der Wirtschaft aufzuhalten. Der vollkommene Markt soll ein herrschaftsfreier Markt sein.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Nicht nur die direkten Erfahrungen von Planungs-, faschistischer Führerwirtschaft und Kriegswirtschaft aus der Kriegs-, Nachkriegszeit und Wirtschaftskrise der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts machten dieses Gebot unmittelbar plausibel. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Im Jahr 1934 hatte Heinrich von Stackelberg „Marktform und Gleichgewicht“ veröffentlicht. Darin untersucht und analysiert er, wie bei existierenden Oligopolen eine zielgerichtete Beeinflussung der Angebotsmengen des Konkurrenten zu speziellen eigenen Preisvorteilen am Markt genützt werden kann. Dazu zerbricht er die Grundsätze des symmetrischen Marktes und unterstellt ein bloss reziprokes Marktmodell, auf dem die Interaktion der Marktagenten, ihre gegenseitige Beeinflussung bzw. Interaktion prozesshaft, als ein Nacheinander in der Zeit, abläuft. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Ausgangspunkt war eine neue Betrachtung des Modells der Preisfindung auf einem „oligopolistischen Markt“, d.h. auf einem Markt, auf dem es nur wenige Anbieter gibt und somit keine vollständige Konkurrenz unter diesen. Die Nachfrager können nicht beliebig ausweichen. Der französische Mathematiker Cournot hatte schon 1838 ein Gleichgewichtsmodell für diesen Fall konstruiert. (Zwei Mineralwasserproduzenten verkaufen das gleiche Wasser aus der gleichen Quelle und beherrschen zusammen diesen Teilmarkt. Wie verteilen sich die Erträge zwischen ihnen?) Typisch für die ökonomische Gleichgewichtsanalyse ist die Annahme, dass der Markt und Vorbereitung der Marktaktivität getrennt sind als öffentliche und private Sphäre. Die Preisbildung erfolgt nur in der öffentlichen Sphäre.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;Die Abänderung der theoretischen Vorgaben, mit denen Stackelberg diese Überlegungen neu aufnimmt, sind Änderungen im Verständnis der Interaktionsform des Marktes&lt;/b&gt;. Dies wird kaum beachtet – aber allein aus ihr ergibt sich die angebliche 'neue' Schlussfolgerung für die Theorie der Preisbildung. &lt;b&gt;Nahezu unbemerkt wird dadurch das gesamte liberale Verständnis des kapitalistischen Wirtschaftens in ihren Gegensatz verdreht! &lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Stackelbergs Umkonstruktion des Marktmodells geht in zwei Schritten vor: &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1. zunächst schränkt er, wie auch schon Cournot vor ihm, die Betrachtung ein auf den oligopolistischen Markt. Damit schon ist die erste Schranke gegenüber dem vollkommenen Markt beseitigt: der oligopolistische Markt ist dadurch gekennzeichnet, dass das Oligopol eine Verschiebung der volkswirtschaftlichen Markterlöse insgesamt (allgemein: das Sozialprodukt) in Richtung seiner eigenen Branche bewirkt. Diese Beurteilung kann zwar nur im Vergleich des oligopolistischen mit dem vollkommenen Markt erfolgen – ohne Maßstab keine Messung. Diese Einschränkung trifft auch auf die Cournotsche Betrachtung zu.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Für Cournot war aber immer noch die Frage, ob sich innerhalb dieses, durch das Oligopol vom Gesamtmarkt abgetrennten Branchenmarktes, zwischen den Oligopolisten ein dem vollkommenen Markt analoges Gleichheitsverhältnis entwickelt. Dann würden beide zu gleichen Grenzkosten produzieren und, da der Markt den Preis bestimmt, beide auch die gleichen Erlöse erwirtschaften. Das wird durch den „Cournotschen Punkt“ der mathematischen Modellbetrachtung bestätigt. Dieses Ergebnis ist darauf zurückzuführen, dass beide Konkurrenten erst auf dem Markt (am 'Markttag auf dem Marktplatz') miteinender konkurrieren. Der Gleichgewichtsanalyse liegt die scharfe Trennung von Produktionssphäre und Marktsphäre, von Vorbereitung des Marktauftritts und dem synchronen Marktauftritt aller, von Privatsphäre und öffentlicher Sphäre zu Grunde.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;2. &lt;b&gt;Stackelberg dagegen verschiebt die Interaktion der Konkurrenten von der öffentlichen Marktsphäre in die, den Marktauftritt vorbereitende, private Produktionssphäre&lt;/b&gt;. Nun liegt der „Wettbewerb“ darin, dass sich die Konkurrenten gegenseitig beobachten, während sie ihren Marktauftritt vorbereiten. Die Information über die Absichten des Konkurrenten fliessen in die eigene Planung, Gestaltung und Produktion der (danach) auf den Markt zu bringenden Mengen ein mit dem Ziel, dort für sich selbst eine nach Grenzkosten optimale Menge anzubieten und zu verkaufen. Diese Ziele werden nun jedoch in Abhängigkeit der beim Konkurrenten beobachteten vormarktlichen Aktivitäten festgesetzt. Es geht um die Verteilung des Gesamterlöses auf diesem oligopolistischen Branchenmarkt zwischen den beiden Konkurrenten, die ihn zusammen komplett beherrrschen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Konträr zu den bis dahin gängigen theoretischen Modellierungen unterstellte Stackelberg, dass durch die Aktion eines Dyopolisten („Stackelberg-Führer“) dessen Gegner („Stackelberg-Folger“) zu Mengenanpassungen provoziert werden kann. (Beim Dyopol sind nur zwei Anbieter vorhanden; es ist ein vereinfachender Sonderfall des Oligopols). Stackelberg setzt eine zeitlich asymmetrische Informationslage über die jeweiligen vormarktlichen Aktionen der Konkurrenten voraus (Adam tut X, was Bedam beobachtet und worauf er mit Y reagiert, worauf wieder Adam mit Z reagiert usw.). &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Das heisst, &lt;b&gt;die wirtschaftlich relevante Interaktion findet nach Stackelberg in einem aussermarktlichen Bereich statt; diese aussermarktliche Asymmetrie wird dann formell auf dem „Markt“ positiv legitimiert&lt;/b&gt;. Das „Schwarzgeld“ der Marktmacht wird gewaschen zu „weissem Geld“.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Dagegen war Cournots Analyse oligopolistischer Marktverhältnisse, wie die gesamte Marktformenanalyse bis in die 1930er Jahre, davon ausgegangen, dass der individuelle Marktagent die Angebotsmengen des Konkurrenten nicht direkt und vormarktlich beeinflussen kann – Stackelberg aber veränderte genau diese Voraussetzung, und so übersteigt natürlich im „Stackelberg-Gleichgewicht“ der Gewinn des „Stackelberg-Führers“ den Gewinn gegenüber dem Gewinn im „Cournotschen Punkt“. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Unter den genannten Voraussetzungen des ursprünglichen wirtschaftsliberalen Denkens, dass es keinem Marktteilnehmer möglich sein soll, das Verhalten der anderen direkt zu steuern, ergibt Counots Analyse, dass sie beide jene Mengen ausbringen, die sie bei identischen Grenzkosten erzeugen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;So bewirken die symmetrischen Marktprinzipien, auch im Oligopol, die gleiche Kostenstruktur und ermöglichen somit ein Kritrium zur Beurteilung der Allokation der Güter.&lt;/b&gt; Unter der Voraussetzung der symmetrischen Betrachtungsweise erst erhält man ein Kriterium, durch das eine 'optimale Allokation' bestimmbar wird. Ohne ein solches Kriterium ist die Rede von einer „optimalen Allokation“ der Güter und Produktionsfaktoren sinnleer. Aus der Allokation (Verteilung) der Güter und Produktionsfaktoren wird eine Allokation der Marktmacht.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Stackelbergs Modifikation der mathematischen Modellkomponenten des „Cournotschen Punkt“ ist also nicht etwa eine neue, oder erweiterte, oder verbesserte Erkenntnis bisher unbekannter ökonomischer Zusammenhänge, sondern allein die rechnerisch-tautologische Umsetzung einer abgeänderten ordnungspolitischen Voraussetzung. Und diese veränderte vorausgesetzte Annahme gilt der Marktstruktur: es ist die Unterstellung, dass der 'first mover' durch aussermarktliche strategische Aktion die Marktsymmetrie in seinem partikularen Interesse aufbrechen kann. Es ist die Voraussetzung der Asymmetrie des reziproken Marktes, der Katallaxie, des nicht herrschaftsfreien, sondern des machtinfizierten Marktes.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Mit Hilfe solcher asymmetrischen Strategien können Sondergewinne erwirtschaftet, gegnerische Kostenstrukturen einseitig beeinflusst und Marktverzerrungen zum eigenen Vorteil (für die Erzielung einer „Monopolrente“) evoziert werden. Der 'Stackelberg-Führer' dominiert die Aktionen des Konkurrenten durch eigene Aktion, er macht sich und seine Entscheidungen einseitig unabhängig von den Marktdaten. Mit den erzielten Sondergewinnen kann die eigene strategische Marktmacht weiter ausgebaut werden.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;In der Konsequenz führt eine Wirtschaft, die dem strategischen Laissez-faire ohne Neutralisierung von Marktmacht überlassen ist, zu einer Steuerung und Lenkung der Volkswirtschaft durch Interessengruppen, d.h. zu einer fortlaufenden Verstärkung einer anfänglichen Ungleichheit am Markt – das Ende der ordoliberalen Idee. Der „freie“ Wettbewerb im Sinn einer Strategie der einseitigen Einflussnahme ist das Ende des Wettbewerbs in Freiheit und formeller Gleicheit. Dies aber ist die Vorstellung des "freien Wettbewerbs", die dem neoliberalen Wirtschaftsmodell unterliegt.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Stackelbergsche Modfikation des Marktmodells ist bei genauer Betrachtung die Aufhebung der Institution „Markt“ als einer Institution, die eine, im Tauschvorgang bzw. in der Verhandlung des Tauschvertrags aktuale Gleichheit der Verhandlungsmacht gewährt. Ursache ist die Aufhebung der Trennung zwischen öffentlicher Marktsphäre und privater Sphäre der Vorbereitung des Martauftritts und die Verlagerung der gesellschaftlichen Interaktion in die vormarktliche Sphäre.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Mit der Abkehr vom vollkommenen Markt, als dem idealtypischen Grundmodell der ökonomischen Theorie, rückt ins Zentrum der wirtschaftstheoretischen Argumentation die einzelwirtschaftliche, strategisch organisierte Optimierung der Informationsgewinnung – denn es sind einseitige, asymmetrische Informationsvorsprünge, die die Beeinflussung der gegnerischen wirtschaftlichen Aktivitäten ermöglichen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;Dem freien Markt wird, neoliberal, generell die Funktion der Informationsgewinung und der Umsetzung von Information zugesprochen, während, ordoliberal, die synchrone und symmetrische Information – oder das symmetrische Informationsdefizit7 – Voraussetzung seines Funktionierens ist.&lt;/b&gt; Die aus militärischen Strategieplanungen erwachsene Spieltheorie übernimmt in der Folgezeit in den theoretischen Argumentationen der Wirtschaftswissenschaften die Funktion der Gleichgewichtsanalyse, strategisches Denken, dem das gesellschaftliche Modell des Krieges aller gegen alle zugrunde liegt – und nicht mehr das gesellschaftliche Modell des herrschaftsfreien Diskurses am Markt.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Frage ist nun, ob es sich bei der Stackelbergschen Strategievariante der wirtschaftlichen Interaktion überhaupt noch um „Markt“ handelt, oder ob „Markt“ generell nur als „vollkommener Markt“ verstehbar ist. Setzt man das Strategiespiel mit dem Markt gleich, dann könnte man auch eine offene Feldschlacht als „Marktkonkurrenz“ beschreiben: geht es dabei doch darum, im „freien Spiel der Kräfte“ die Information herauszufinden, wie stark der Gegner ist. Wie seit General von Clausewitz bekannt, ist im Krieg der entscheidende Faktor von Strategie und Taktik die Information über die geplanten Aktivitäten des Gegners.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Der Ordoliberalismus wollte jede solche Entwicklung zu Machtballungen unterbinden; das ist die dem Staat zugedachte wirtschaftsliberale Aufgabe: die Entstehung von partikularer Marktmacht zu verhindern durch entsprechende Moderation des ökonomisch-rechtlichen Rahmens der privaten ökonomischen Aktivitäten. Die Bewahrung der allgemeinen bürgerlichen Freiheit unter Abwesenheit von partikulärer Marktmacht sollte durch die Etablierung und institutionelle Absicherung der symmetrischen Tauschverhältnisse im vollkommenen Markt gewährleistet werden.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die neoliberale Bewegung dagegen, die bereits 1938 erste Formierungsbemühungen erkennen liess (beim Colloque Walter Littmann in Paris), verfolgte auf dem Hintergrund der „österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre“ gerade die dem Ordoliberalismus gegenteiligen Ansichten. Verwirrender Weise benützten beide Schulen gleiche Begrifflichkeiten, die jedoch in zentralen Termini einen kontradiktorischen Gehalt haben. &lt;b&gt;So sind die beiden grundlegenden und über die gesamte theoretische Schlussfolgerungskette entscheidenden Termini „Grenznutzen“ und „Markt“ blosse Homonyme&lt;/b&gt;. Aus dieser anfänglichen, selten bemerkten begrifflichen Differenz – und ausschliesslich aus ihr - ergibt sich später die Gegnerschaft von Monetarismus und Keynesianismus.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Ordoliberalen wurden zunächst in die neoliberale Formierungsbewegung der Mont-Pélerin-Gesellschaft (gegründet auf Initiative F.A. v.Hajeks 1947) integriert; doch schon bald (1961/62) brach der Dissens auf. Wilhelm Röpke, der von Genf aus die soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards stark beeinflusst hatte, legte seine Präsidentschaft nieder und kapitulierte gegenüber den „Österreichern“ Friedrich v.Hajek und Bruno Leoni. Von nun an prägte die „österreichische Schule der Volkswirtschaftslehre“ den Neoliberalismus. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die &lt;b&gt;dritte Spur der Abwendung vom symmetrischen Markt:&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Nach dieser internen Frontbegradigung wurde der nächste Gegner der österreichischen Schule ins Visier genommen: der Keynesianismus. Lord Keynes war so freundlich gewesen,&lt;b&gt; F.A. von Hajek &lt;/b&gt;nach Cambridge einzuladen, lies ihn in seiner ausgebauten Scheune wohnen und verschaffte ihm auch eine Position an der London School of Economics.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;In denselben Punkten wie gegenüber dem Ordoliberalismus steht die Österreichische Schule auch gegenüber der angelsächsischen Neoklassik in konträrer Position: bei den theoretischen Grundlagentermini der Grenznutzentheorie, durch die der freie, der vollkommene Markt als eine Gerechtigkeit und Freiheit erzeugende Institution definiert wird.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die keynesianische Lehre ist das Endglied in der Entwicklung der angelsächsischen neoklassischen Lehre. Deren Anfangsglied – historisch als auch methodisch - ist die Marktformenlehre von Stanley Jevons, die den Grenznutzenbegriff von Heinrich Gossen einschliesst d.h. die Lehre vom vollkommenen, vom herrschaftsfreien Markt. Die angelsächsiche Neoklassik ist darin ein Nachkomme der englischen Aufklärer.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Schauen wir zunächst, wie dieser &lt;b&gt;vollkommene Markt begrifflich konstruiert&lt;/b&gt; ist:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Stanley Jevons' „&lt;b&gt;Gesetz von der Unterschiedlosigkeit der Preise“ beschreibt einen vollkommenen Markt&lt;/b&gt;, auf dem keinerlei räumliche, zeitliche, persönliche und sachliche Unterschiede8 zwischen den relativen Positionen der Marktteilnehmer bestehen, also eine aktuale soziale Gleichheit im Tauschdiskurs besteht. Es ist das Bild vom Markttag auf dem Marktplatz. Die Preise, die bezahlt oder erzielt werden, sind für gleiche Waren tendenziell gleich – egal, an welchem – bildhaft gesprochen – Marktstand sie ausgehandelt wurden.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Aus den Kriterien, die den vollkommenen Markt formal beschreiben, ergibt sich eigentlich schon die einheitliche Information der Marktteilnehmer, die damit als eine vollkommene Information9 bezeichnet werden kann. Es handelt sich um ein argumentatives Modell, anhand dessen die Tendenz zum Gleichgewichtspreis, bei dem der Markt geräumt wird, alle Waren ausverkauft sind, aufgezeigt werden kann. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die &lt;b&gt;beiden Gossenschen Gesetze&lt;/b&gt; formulieren ergänzend zu der Jevons'schen objektiven Marktstruktur jene Eigenschaften bzw. Kompetenzen, die die Subjekte autonom entscheidungsfähig machen, also die subjektive Seite, die sie kompetent macht, als Teilnehmer eines vollkommenen Marktes aufzutreten. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Es handelt sich um das &lt;b&gt;erste Gossensche Gesetz:&lt;/b&gt; der Nutzen eines Gutes vermindert sich mit jedem zusätzlich genossenen Teil (abnehmender Grenznutzen). &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;(Beispiel: nach einer langen Wanderung sitze ich am Gasthaustisch. Ich habe drei leckere Schinkenbrote vor mir. Die erste Scheibe esse ich mit Heisshunger, die zweite mit gutem Appetit, bei der dritten lege ich nach der Hälfte das Besteck beiseite, ich bin satt, der Rest hat keinen Nutzen mehr für mich - also werde ich auch keinen weiteren Schinkenteller nachbestellen)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Das &lt;b&gt;zweite Gossensche Gesetz &lt;/b&gt;besagt, dass das Individuum verschiedene Güter nach Massgabe subjektiv gleicher Nutzeneinheiten unterteilt und sie so vergleichbar macht (Homogeniät der Güter) – sowohl für seine eigene Genussoptimierung, als auch für die Kommensurabilität mit den Nutzenschätzungen seiner Tauschpartner. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;(Beispiel: ich möchte in der Bäckerei drei Brezeln kaufen. „Brezeln sind aus“ sagt die Verkäuferin. „Geben Sie mir stattdessen zwei Mohnbrötchen“ sage ich. Damit habe ich Mohnbrötchen mit Brezeln, einmal was ihre Funktion für meinen Appetit anbelangt, vergleichbar gemacht; ich habe sie auch quantitativ im Verhältnis 2:3 vergleichbar, kommensurabel gemacht. Ich hätte auch in die nächste Bäckerei gehen können, und dort Brezeln kaufen, auch wenn mir etwa von früher bekannt ist, dass diese nicht so rösch sind . Dann hätte ich die röschen Brezeln des ersten Bäckers mit den laschen des zweiten Bäckers kommensurabel gemacht.) &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Das zweite Gossensche Gesetz ist die Unterstellung, dass jedes bürgerliche Individuum selbstkompetent ist zur Bestimmung seiner Wünsche und für die Fähigkeit, diese mit denen anderer vergleichbar zu machen. Es bringt dadurch seine Kompetenz mit in den Markt, sich in eine symmetrische Beziehung zu anderen Individuen zu stellen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Umstände, die Jevons' Marktregeln beschreiben, kennzeichnen dazu das objektive Arrangement von Symmetrie und Transitivität in dem sozialen Diskurs- oder Interaktionsfeld „Markt“. Dieses objektive Markt-Arrangement erst bewirkt, dass wir jedem Marktteilnehmer seinen Egoismus belassen können; er muss sich keiner ethisch-moralischen „Läuterung“ unterziehen. Er muss sich nur kommunikativ verständlich machen können, also seine Wünsche und Äusserungen allgemeinverständlich formulieren und klassifizieren können10. Der vollkommene Markt funktioniert als Gerechtigkeitsinstanz, als Machtneutralisierung auch ohne moralisches Engagement in Form einer „Selbstlosigkeit“ von Gutmenschen. &lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Auf der subjektiven Seite gehen beide Marktstrukturen – die reziproke als auch die symmetrische - von denselben Motiven aus: ein Jeder will das Maximum für sich selbst. Die reziproke Marktstruktur lehnt dabei aber ab, dass die Wünsche vergleichbar gemacht werden – das zweite Gossensche Gesetz soll nicht gelten. So bleibt der Nutzen einer Sache nur dem selbst einsichtig, der sie haben will – ein Grundsatz des sog. „methodischen Individualismus“. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Vergleichbarkeit der Wünsche, die intersubjektive Nachvollziehbarkeit der individuellen Nutzenschätzung, die durch das 2. Gossensche Gesetz unterstellt wird, ist daher ausschliesslich Merkmal des symmetrischen Tauschverhältnisses.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Der Weg zu Keynes: makroökonomische Folgerungen aus dem vollkommenen Marktmodell&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die weitere Entwicklung und Ausdifferenzierung der angelsächsischen Theorie ergab schliesslich die Möglichkeit, dass sich eine „Konsumentenrente“ erkennen lässt (Alfred Marshall). &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Konsumentenrente ist ein „überraschender“, nicht einseitig plan- und evozierbarer Vorteil des Käufers am vollkommenen Markt. Sie entsteht dadurch, dass einerseits, eben aufgrund des symmetrischen Marktes, die Produktionskosten (= der negative Nutzen) gegeben sind, andererseits der Käufer einen höheren subjektiven Nutzen erzielt, als er erwartete. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Diese Kalkulation kann aber nur dann aufgestellt werden, wenn man: 1) zwischen dem subjektiven Nutzen und damit dem „Reservierungspreis“, den der einzelne Nachfrager zu zahlen bereit gewesen wäre und 2) dem objektiven Gleichgewichtspreis unterscheiden kann. Da jedoch der Gleichgewichtspreis nur mit der Argumentation über einen vollkommenen Markt festgestellt werden kann, kann auch dessen Differenz zum Reservierungspreis, die Konsumentenrente, nur auf dem Hintergrund der institutionellen Existenz einer Marktsymmetrie festgestellt werden.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Konsumentenrente gibt Spielraum für sozialstaatliche Umverteilungen, den Gewinn der einen, ohne dass – nach der Pareto-Formel – ein anderer einen Schaden erleidet. Unter diesem Kriterium ist die wohlfahrtstaatliche Argumentation auch mit einem reziproken Markt zu vereinbaren. Mit dieser staatlich organisierten Neuallokation der gesamtwirtschaftlichen Konsumentenrente kann das Niveau der gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt, die Summe aller Einzelnutzen, gesteigert werden (Pigou). Umgekehrt kann, ebenso pareto-neutral, eine Produzentenrente, die aus monopolistischer Marktmacht gezogen wurde, abgeschöpft werden und der Schaden, den diese durch Minderung der gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt anrichtet, ausgeglichen werden. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Diese wohlfahrtstaatliche Argumentationsweise kann von der neoliberal- monetaristischen Schule überhaupt nicht nachvollzogen werden – schlicht und einfach nur deswegen, weil von ihr das faktische Tauschverhältnis nicht 'objektiv' beurteilt werden kann, sondern so, wie es eben sich ergíbt, als unkritisierbares und unbeurteilbares Verhältnis akzeptiert werden muss. Es gibt für die neoliberale Theorie keine Konsumentenrente.&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wir sehen hier die enorme Bedeutung für das gesamte wirtschaftstheoretische, wirtschaftspolitische und sozialethische Argumentieren, die sich aus den grundlegenden Begrifflichkeiten der Wirtschaftswissenschaft ergibt.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Dadurch, dass die Worte „Grenznutzen“ und „Markt“ sowohl in der angelsächsichen Neoklassik als auch von der österreichischen Schule benützt werden, geht das Bewusstsein davon unter, dass sie nur Homonyme sind, aber völlig unterschiedliche, ja kontradiktorische Inhalte bezeichnen. Diese Begriffsverwirrung lässt die gesamte Diskussion zwischen den Anhängern dieser beiden Schulen, dem Keynesianismus und dem Neoliberalismus, irrational werden. &lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„Grenznutzen“ ist österreichisch, also nach gängiger Formulierung: neoliberal-monetaristisch, ausschliesslich durch das 1. Gossensche Gesetz bestimmt; das 2. Gossensche Gesetz, die Homogenität, die intra- und interpersonale Vergleichbarkeit der Güter, wird nicht anerkannt. Einzig aus diesem Dissens in den Grundbegriffen können die makroökonomischen Argumentationen für eine pareto-neutrale Umverteilung mit gesamtwirtschaftlicher Nutzenmehrung durch die neoliberale Theorie nicht nachvollzogen werden. Dieser Dissens hat seine Ursache darin, dass die neoliberale Theorie den herrschaftsbestimmten, nicht den herrschaftsfreien, vollkommenen Markt als Grundbegriff wählt. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Mit dem Verzicht auf das Grundmodell des vollkommenen, des herrschaftsfreien Marktes wird die jeweilige realisierte Tauschrelation als faktische zugleich die ideale Tauschrelation. „Faut de mieux il faut coucher avec sa femme“. Kein einzelner Tauschvorgang kann mit einem anderen einzelnen Tauschvorgang verglichen, als gleich oder ungleich beurteilt werden. Jeder Tauschvorgang steht vereinzelt für sich. Damit kann auch keine Marktmacht identifiziert werden, und die Rede von Macht- oder Herrschaftsfreiheit des Tausch- und Verhandlungsvorgangs wird sinnlos. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Jede Argumentaton aus einer begrifflichen Differenzierung zwischen faktischem Preis und einem objektiven Preis, nenne man diesen nach Belieben 'natürlichen', 'gerechten' oder 'Gleichgewichtspreis', wird unmöglich. Sie kann – auf dem unreflektierten Hintergrund der österreichischen Definitionen – als nur ideologische, partikuläre Bereicherungsargumentation verleumdet werden. Jede Einkommensverteilung, die nicht auf einen isolierten Tauschvorgang zwischen zwei Individuen zurück geht, erscheint, neoliberal, als ein Verstoss gegen die einzige anerkannte, weil einzig vorhandene Instanz, die eine Tauschrelation als ökonomisch richtig feststellen kann – der faktisch vorgenommene Tausch zum faktisch bezahlten Preis unter faktisch gegebenen Marktmachtverhältnissen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Umgekehrt nimmt der neoliberal de-institutionalisierte Markt jede Möglichkeit, eine gesamtwirtschaftlich objektive Allokation der Güter zu beurteilen. Die neoliberale Behauptung, der deregulierte Markt stelle die optimale Güterallokation sicher, ist eine, mangels jeden Kriteriums, ganz grundsätzlich nicht belegbare Behauptung, reine und völlig inhaltsleere Tautologie, und muss damit als ideologische Behauptung bezeichnet werden. Sie macht sogar blind gegen die an Schlichtheit nicht zu überbietende Beobachtung, dass eine hohe Unterbeschäftigung den möglichen gesamtgesellschaftlichen Nutzen mindert.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Da an dieser Stelle die Homonymie von „Grenznutzen“ und „Markt“ den unterschiedlichen Inhalt der ökonomischen Grundbegriffe in den gegenerischen Schulen verdeckt, bleibt statt Argumentation blosse Polemik. Die österreichische bzw. neoliberale Schule lässt von den genannten Begriffsbestimmungen des vollkommenen Marktes überhaupt keine gelten; sie spottet über das „Nirvana Prinzip“ (Demsetz) der vollkommenen und ubiquitären Information am Markt – weil sie diese nicht als regulatives Prinzip eines symmetrisch organisierten Marktdiskurses verstehen kann. Sie kann dieses Verständnis aus methodologischen Gründen nicht aufbringen, ihr terminologische Apparat kann es nicht erfassen – ihr gilt das empirische Faktum des singulären Tauschvorgangs als normativ.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wenn man 'österreichisch' bzw. neoliberal vom ungeregelten Markt spricht, dann spricht man, wie Ludwig v. Mieses und F.A.v.Hajek, von einer &lt;b&gt;„Katallaxie“&lt;/b&gt;, vom ausserhalb jeder allgemein verbindlichen Interaktionsstrukturen stattfindenden, rein faktischen Verhandlungsverhalten der Marktteilnehmer. „Eine Katallaxie ist so die besondere Art spontaner Ordnung, die vom Markt dadurch hervorgebracht wird, daß Leute innerhalb der Regeln des Eigentums-, Schadensersatz- und Vertragsrechts handeln.“ (Hajek). Was hier „spontane Ordnung“ heisst, ist die strategische Spontaneität der isolierten Interaktion – ausserhalb eines durch das Arrangement vollkommenen Marktes.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Als Tabu der einsetzbaren Marktmacht gilt neoliberal allein die direkte Gewalt und die Verletzung allgemeiner gesetzlicher Regeln; diese unterliegen dem Monopol des Staates. Wirtschaftliche Macht und Einflusspotential ist legitim einsetzbar zur Beeinflussung des gegnerischen Tausch- und Verhandlungsverhaltens. (Die Kartellgesetzgebung ändert an dieser Feststellung überhaupt nichts; man hat ja keine Vergleichsmöglichkeiten, die über Branchen hinweggehen. Man kann nur völlig offensichtliche Monopolstellungen erkennen, die sich innerhalb einer Branche zeigen.) Dagegen führt die angelsächsische Definition der ökonomischen Grundbegriffe die Theorie dahin, Machtpotentiale am Markt durch systemische Strukturen zu neutralisieren, weil für sie deren Nutzung als illegitim gilt. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die neoliberal geforderte Deregulierung des Marktes ist tatsächlich die Zerstörung des angelsächsisch-neoklassischen Markt- und Wirtschaftsmodells. Die Idealvorstellung einer Macht neutralisierenden Institution, der herrschaftsfreie Markt, wird ersetzt durch das austro-neoklassische Marktmodell der „Katallaxie“ als de-facto-Tausch. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Eine vor-theoretische Entscheidung: Marktmacht oder herrschaftsfreier Markt&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Keinerlei Argumentation pro und kontra einer unterschiedlichen Effizienz der beiden Wirtschaftsmodelle kann auch aus eventuellen Ergebnissen ökonomischer Empirie abgeleitet werden. Es ist nicht möglich, in ökonomischer Terminologie, d.h. aus einem der beiden Modelle heraus, 'für' oder 'gegen' das jeweils andere zu argumentieren – das neoliberale Modell gibt keine Kriterien an die Hand und anerkennt nicht die Kriterien gesamtgesellschaftlicher Wohlfahrt, die angelsächsisch bzw. keynesianisch anwendbar sind, und das angelsächsische Modell würde sich selbst aufgeben, wenn es für die Aufhebung des Marktes als Ordnung der Freiheit ohne partikuläre Macht argumentieren würde. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Argumentation, die jeweils für oder gegen neoliberal respektive angelsächsisch geführt werden kann, ist und bleibt eine proto-theoretische Argumentation, eine vor-ökonomische Entscheidung über die in einer Gesellschaft gelten sollende Ethik: Macht oder Moral als Regulationskriterium der interpersonalen Beziehungen – das ist die Entscheidung, welche die ihr entsprechende Gesellschaft überhaupt konstitutiert.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Es ist dann die Frage, ob aus der jeweiligen Ethik heraus eine eindeutige Entscheidung erarbeitet werden kann. Ein Einwand jedoch ist selbstevident: gegen den Anspruch, herrschaftliche Macht ausüben zu wollen, lässt sich nicht argumentieren, sondern bestenfalls, und dann auch recht hilflos, apellieren. Herrschaft lebt in und durch die Tat, nicht im herrschaftsfreien Dialog.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;**********&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die zwei Ethiken &lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die alternative ethische, proto-theoretische Entscheidung weist uns darauf hin, dass beide Theorietraditionen in unterschiedlichen philosophisch-ethischen Traditionen verankert sind. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Bisher ist klar geworden, dass Ethik als eine Ordnung zwischenmenschlicher Interaktion am Markt unvermeidliche Grundlage der ökonomischen Theorie ist. Anders formuliert: die ökonomische Theorie ist angewandte Ethik, in die Institutionen des Marktes transformiert. Und es ist zu entscheiden, ob es sich dabei um eine Machtethik oder um eine Gleichheitsethik handeln soll. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Alle möglichen Erkenntnisleistungen der auf dieser oder jener Vorentscheidung aufgebauten ökonomischen Wissenschaft sind argumentative Konsequenzen dieser Vorentscheidung, sie sind deren tautologisch-technokratische Variationen. Jegliche ökonomische Argumentation, sei sie theoretisch-abstrakt oder politisch-praktisch, ist von dieser Vorentscheidung determiniert. Die Vorentscheidung zu Gunsten der Machtethik wird sich in einer tendenziellen Verstärkung der ökonomischen und gesellschaftlichen Machtstrukturen erweisen, die Entscheidung zu Gunsten der Gleichheitsethik in einer ökonomisch-sozialen Gleichberechtigung. In beiden Fällen wird sich die ökonomische Theorie selbst bestätigen – soweit die machtbasierte Variante sich nicht selbst zerstört, indem in einem finalen Stadium der Tendenz zur Machtverstärkung die interpersonale Macht ubiquitär geworden und ein freier Markt verschwunden ist.11&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Ist diese proto-theoretische Entscheidung für die Macht- oder die Gleichheitsethik also eine beliebig-dezisionistische, eine unbegründbare, willkürlich bleibende Entscheidung? &lt;b&gt;Worum genau dreht sich diese vortheoretische Entscheidung?&lt;/b&gt; Oder gibt es zwingende methodologische und philosophische Gründe für die eine oder die andere?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wie wir eingangs dieser Betrachtungen schon gesehen haben, können wir dazu zwei diskursive Regulierungen unterscheiden: einmal die reziproke Diskursordnung, zum anderen die symmetrische Diskursordnung.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Mit dem Rückgriff auf die formale Relationentheorie und die dort angebotenen zwei Möglichkeiten der Bildung einer sozialen Äquivalenzrelation (hier: Gleichheit im Tauschverhandeln) haben wir ein sicheres methodisches Analyse- und Konstruktionsinstrument zur Verfügung. Ein festes methodisches Fundament ist Vorausetzung, um die ethischen Elemente der sozialen Beziehungen für eine klare und distinkte Argumentation darzustellen. Der Einbau der praktisch-philosophischen Elemente in die Sozialwissenschaft ist bisher noch nicht in der erforderlichen methodologischen Stringenz gelungen. Das hat dazu geführt, dass statt der nötigen Klarheit und Deutlichkeit der ethischen Grundentscheidungen ein verwachsenes Dickicht von gegenseitigen Ideologievorwürfen die Diskussion verdirbt und eine klaren, verbindlichen, allgemein gültigen, nachvollziehbaren methodischen Aufbau der Fachterminologie unmöglich macht.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die beiden grundlegenden Ethiken sind, in der Rekonstruktion als Diskursstrukturen: -die aufklärerische Ethik der individuellen Selbstverallgemeinerung einerseits&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;und&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;-die systemische Ethik der individualistischen Selbsteinordnung.&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die &lt;b&gt;symmetrische Diskursordnung&lt;/b&gt; lässt sich ohne grössere Interpretationsleistungen verstehen als jenes Verfahren der moralischen Entscheidungsfindung, das &lt;b&gt;Adam Smith&lt;/b&gt; in seiner&lt;b&gt; „Theory of Moral Sentiments“&lt;/b&gt; entwarf. Unsere soziale Symmetrie ist dort die „Sympathy“, das subjektive Vermögen, sich in die Position des Anderen zu versetzen und die strittige Angelegenheit mit dessen Augen, aus dessen Interessenlage heraus zu betrachten und zu beurteilen. Wird das Ergebnis dieses symmetrischen Diskurses einem Dritten – unserem Cedam – vorgelegt, und ist dieser ebenfalls zur „Sympathy“ befähigt, so ist dessen Urteil darüber verallgemeinerungsfähig, es kann als „vernünftig“ und „gerecht“ gelten.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Da zwischen den beiden ersten Kontrahenten Adam und Bedam eine Symmetrie erzeugt wurde, ist die Reihenfolge, in der sie ihre Meinung dem Dritten vortragen, irrelevant. &lt;b&gt;Die Symmetrie hat die Bedeutung der sozialen Rangordnung, der Ordnung der Macht, negiert.&lt;/b&gt; Unser „Cedam“ wird dadurch zum &lt;b&gt;„unbeteiligten Dritten“&lt;/b&gt; des Adam Smith, zu einem neutralen Schiedsrichter. Man kann, so Smith, von jedem zur Vernunft Befähigten erwarten, dass er dem neutralen Urteil des Schiedsrichters zustimmt. Es ist dies der aufklärerische Vernunftbegriff, wie er auch bei Kant12 zu finden – aber schwieriger zu erschliessen – ist. &lt;b&gt;Grundlage der Ethik der Aufklärung, gleichgültig welcher Provenienz, ist das Verallgemeinerungsgebot, die Formel der Verallgemeinerung, also nichts anderes als die Verbannung partikulärer Macht aus den Beziehungen zwischen freien Bürgern&lt;/b&gt;. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Es ist ein Vernunftbegriff für eine offene Gesellschaft der Gleichberechtigung. Er baut auf die Fähigkeit des Individuums, selbst Gesellschaft zu konstitutieren, aus eigener Initiative in verallgemeinerungsfähige Beziehungen zu anderen Individuen zu treten, ohne dabei auf bestehende materiale Systemstrukturen sich beziehen zu müssen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die &lt;b&gt;Ethik des reziproken Systemdenkens dagegen &lt;/b&gt;geht historisch zurück auf die &lt;b&gt;gegenaufklärerische systemische „Ethik des Ganzen“&lt;/b&gt;, wie sie seinerzeit in ausdrücklicher Opposition zum kantischen kategorischen Imperativ von Bernard Bolzano formuliert wurde, sich so in der Tradition der „österreichischen Philosophie“13 über Franz Brentano fortsetzte und von dort über Carl Menger in die österreichische Schule der Volkswirtschaftslehre Eingang fand. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Bernard Bolzanos ethischer Imperativ lautet:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;“Handle immer so, wie es das allgemeine Beste, oder das Wohl des Ganzen erfordert.”14 Eine weitere Formulierung ist: „Wähle von allen dir möglichen Handlungen immer diejenige, die, alle Folgen erwogen, das Wohl des Ganzen, gleichviel in welchen Theilen, am meisten befördert.“15 Das ist nichts anderes als das Pareto-Prinzip. Ich selbst bin Teil des Ganzen; befördere ich mein Wohl, ohne das eines anderen zu beschädigen, habe ich das Wohl des Ganzen gefördert. Man kann Bolzanos Prinzip auch mit der „Goldenen Regel“ übersetzen: Was du nicht willst, dass man dir tu, das füge keinem andern zu. Oder: was keinem schadet, ist erlaubt, unter den gegebenen und anzuerkennenden Umständen – das Moralprinzip des „methodischen Individualismus“ in nuce.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Kant weist darauf hin, dass die Goldene Regel kein universelles Moralprinzip ist, das die eigene Handlung verallgemeinerungsfähig macht: sonst könnte damit der Mörder gegen seinen Richter argumentieren.16&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Bolzanos Moralprinzip ist das Prinzip des praktischen und „methodischen Individualismus“. Die Handlung ist individuell gewählt, sie wird ausgewählt aus einem, hier und jetzt, empirisch vorgegebenen Repertoire möglicher Handlungen; das Moralkriterium dabei ist: der Bestand und widerspruchsfreie Erhalt eines faktisch gegebenen sozialen Systems, in das sie sich konfliktfrei einzupassen hat. Die Handlung im Zeitraum T2 hängt ab von dem im Zeitraum T1 gegebenen Handlungsrepertoire; dieses ist nicht hinterfragbar. Das System und das Repertoire möglicher Handlungen ist gegeben; als Akteur tritt allein das Individuum mit einer (Aus-) Wahlhandlung ins Blickfeld.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Systemkritik aus methodisch-individualistischer Perspektive ist derart nach dem Bolzano-Prinzip nicht möglich. Allenfalls ist eine gesamtheitliche Kritik denkbar, die die Funktionalität des Systems als Ganzes betrifft, die als technokratische Kritik auftritt und per „Sachzwang“ argumentiert – doch diese kann nicht aus den in das System eingebundenen, per definitionem selbstsüchtig denkenden Individuen kommen, dazu benötigt man den Standpunkt 'über den Dingen' – den Blickwinkel einer Systemelite mit Sonderrechten in Hinblick auf die Re-Formierung der inneren Ordnung des Systems. Diese Elite tritt in Aktion im Falle einer Krise des Systems – die Krise legitimiert die Elite.17 Die Nähe zum autoritären Staatsverständnis eine Carl Schmitt liegt auf der Hand. Carl Schmitt, der sich nach dem Ermächtigungsgesetz auf die Seite des Nationalsozialismus schlug, hatte den Begriff des staatlichen Handelns durch den Grundsatz der Macht definiert: Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand verfügt.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wenn in der Finanzkrise einzelne Bankinstitute „too big to fail“ sind und als „systemrelevant“ mit Einsatz enormer öffentlicher Mittel unterstüzt werden, dann ist diese Abweichung von der „reinen“ Lehre der Selbstverantwortung mit dem Risiko des geschäftlichen Scheiterns erst durch den Verweis auf den sozialethischen Grundsatz nach Art des Bolzanoschen Moralprinzips, also den Bestandserhalt, die Funktionalität „des Ganzen“ zu rechtfertigen. Es ist eine konsequentialistische Ethik, in der das Ziel – der Bestandserhalt des „Ganzen“ - die Mittel heiligt - auch das Mittel der Umverteilung nach "oben". &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Für die ökonomische Theorie ist es zentral und entscheidend, welches Marktmodell – und damit verbunden welche Struktur der diskursiven sozialen Gleichheit – den Ausgangspunkt der theoretischen Argumentation bildet, also die „Grundbegriffe“ der Theorie. Sprechen wir vom vollkommenen Markt, der eine aktuale soziale Symmetrie der Tauschpartner erzeugt und damit deren sonstige hintergründige Macht neutralisiert? Oder sprechen wir von der reziproken Gleichheit, welche die soziale Symmetrie aufbricht und dem Initiator am ungeregelten Markt eine asymmetrische Einflussposition ermöglicht?&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Methodisch und &lt;b&gt;sozialphilosophisch betrachtet, geht es um den Begriff der sozialen Gleichberechtigung, der Gleichheit im herrschaftsfreien Diskurs&lt;/b&gt;. Die eingangs angeführten Diskursregeln zur Definition des symmetrischen Marktes sind Diskursregeln zur Erzeugung einer aktualen sozialen Gleichheit im Tausch, eines herrschaftsfreien Tauschdiskurses, die wir durch einfachen Rückgriff auf die logische Relationentheorie gewinnen. Wie am Beispiel des oligopolistischen Marktmodells von Stackelberg gesehen, wird diese herrschaftsfreie, soziale Gleichheit aber durchbrochen, indem sie mit einseitiger Marktmacht „angereichert“ wird. Das reziproke Marktmodell kann diese Verzerrungen nicht korrigieren, es nimmt sie auf und transformiert sie weiter. Diese sachlich gravierende Abänderung der Voraussetzungen dieses ungleichen Marktverhaltens bleibt in den Gleichungsformalismen des 'Modellplatonismus' unauffällig – insbesondere bleibt die Tatsache unauffällig, dass es sich dabei um eine Abwendung von den bürgerlich-liberalen Grundideen handelt. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Der 'katallaktische' Markt der Machtrealisierung wird unter diesen Verzerrungen strukturell reduziert auf die bloss formelle Freiheit der Tauschpartner, in der gegebenen, pratikulären Situation dem Vertragspreis individuell abzulehnen oder ihm zuzustimmen – und damit die vom einzigen Gegenüber, vom Vertragsgegner, in dessen asymmetrischen Eigeninteresse verzerrte Angebotsituation zu akzeptieren, also sich auf eine ungleiche Situation einzulassen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Wir können diese Situation für soziale Verhältnisse generalisieren: im klassischen, symmetrischen Marktmodell geht es um die Angleichung von gegebenen Gütermengen und zu verhandelnden Preisen. Für die Marktformenlehre geht es darum, dass die Marktteilnehmer in den Markt eintreten, ohne zu wissen, welche Mengen angeboten oder nachgefragt werden; dadurch werden sie 'gezwungen' dort, sozial gleichberechtigt und gleichwertig, die Markträumungspreise herauszufinden, auszuhandeln. Diesen Gleichberechtigung erzeugenden „Schleier des Nichtwissens“ lüftet ihnen erst der Markt, und zwar, idealerweise, allen gleichzeitig bzw. symmetrisch. Ein einseitiger Informationsvorsprung dagegen bedeutet eine Marktverzerrung, eine Machtposition, eine Möglichkeit der manipulierenden Einflussnahme auf die Entscheidungsfreiheit des Vertragsgegners. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Der zerrissene Schleier des Nichtwissens, die einseitige Verfügbarkeit von einseitiger Information über die Marktvorbereitungen den Konkurrenten wird zum Unterscheidungskriterium zwischen vollkommenem Markt und faktischem Markt, d.h. gleichberechtigter Marktteilnahme einerseits und reziproker Marktmacht durch partikulären Informationsvorsprung andererseits. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Jene Variation des Marktmodells auf Beeinflussung der Mengenkalkulation des Gegners, die v.Stackelberg vornimmt, ist zu generalisieren auf die Problematik: haben einzelne Marktteilnehmer vormarktliche Informationen über die Absichten der Übrigen? Man kann die Bezeichnung „Menge“ im Marktmodell verallgemeinern auf alle Arten von Gütern und Leistungen, mit deren Erbringung sich die Individuen auf ihren Marktauftritt vorbereiten. Diese Vorbereitung des Marktauftritt ist, generell gesprochen, die Privatsphäre. Man tritt aus eigenem Entschluss über die Schwelle des eigenen Hauses in den öffentlichen Raum – das ist die bildhafte Voraussetzung für die Autonomie des Individuums. In der Betriebswirtschaftslehre spiegelt sich diese funktionale Trennung in der Unterscheidung von Betrieb (als die sozialen Innenverhältnisse) und Firma (die das Unternehmen für die Aussenverhältnisse repräsentiert).&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Wahrung der Autonomie in der Privatsphäre ist das Zentrum für eine jegliche gesellschaftliche Rechtsgleichheit. Ihre Zerstörung, der informatorische Eingriff zerstört das bürgerliche Individuum, macht es zum manipulierbaren Objekt.&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Diesem Weg folgend sind zwei gesellschaftliche Tendenzen zu erkennen, die der katallaktische Markt als gesellschaftliches Ordnungskriterium begünstigt, wenn nicht erzwingt: &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1)eine&lt;b&gt; ökonomische Tendenz&lt;/b&gt;: die zunehmende und sich beschleunigende Kapitalkonzentration. Diese ist durchaus mit der Systematik von Karl Marx zu analysieren, einschliesslich dem Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate. Zwar wird dessen Periodendauer, in einer Zeit des Zentralbankgeldes durch den Leverage-Effekt im Finanzsektor „gestreckt“, dafür dann aber zunächst in eine Vermögensinflation übergehen, die sich in einem Schneeballsystem abgeleiteter Wertpapiere versteckt – die Folgen in einer Insolvenzkrise werden vermutlich entsprechend heftiger ausfallen als zu Ricardos und Marxens Zeiten mit ihren etwa siebenjährigen Frequenzen. Der neoliberale Weg ist eine Rückkehr zu den Marktregeln von Ricardo, die neoliberalen Vorstellungen zur Verteilung des Sozialprodukts sind ein inverser Marxismus.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;2)Eine &lt;b&gt;sozialstrukturelle Tendenz&lt;/b&gt;: die Auflösung, Aufsplitterung des Privateigentums der Mittelschichten in viele einzelne „property rights“ führen zunehmend zu einer partikulären normativen Lenkung und Steuerung des Verhaltens der Einzelnen.Jeremy Rifkin bringt unzählige Beispiele für diese „Enteignung“ in allen Lebensbereichen.18 Die umfassende Lebensgestaltung, die materielle und personale Fähigkeit, in Selbstverantwortung die eigene Biografie zu entwerfen und und zu verwirklichen, geht verloren und weicht der Lizenzierung, der zeitlich, räumlich und persönlich eingeschränkten und widerrufbaren Erlaubnis zur Nutzung fremder Eigentumsrechte. Was tendenziell bleibt, ist Compliance für die jeweilige und häufig gewechselte „Unternehmensethik“, eine Art privater Gesetzgebung, die in absolutistischer Manier die abhängig Beschäftigten umfassend verpflichtet und entpersönlicht. Zum „abhängig Beschäftigten“ wird beispielsweise nun auch der Klein- und Mittelständische Unternehmer, der zwar sein nominelles Kapital einsetzt, dessen positiv-materiale Verfügungsrechte aber an den Franchisegeber abgibt, zu dessen Mündel er sich per Franchisevertrag macht. Rifkin führt eine Masse an anderen Beispielen solcher „Vernetzungen“ auf.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Für die emanzipative Strukturierung der Informationsgesellschaft wird zur entscheidenden Aufgabe der nachindustriellen Ökonomie: wie kann der allgemeine und gleichberechtigte Zugang zu Informationen über Andere reguliert werden, damit wieder eine Situation der aktualen sozialen Gleichheit im Diskurs entsteht? Wie kann der Zugang anderer zu Informationen über mich von mir kontrolliert werden? Wie kann ich die Manipulation meines Selbst verhindern?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die anmaßende Aufkündigung der Privatsphäre, wie sie von den „big players“ der Informationstechnologie bereits als unausweichliches Faktum hingestellt wird, kommt der Beerdigung der Aufklärung, dem Ende des individuellen Freiheitsanspruchs gleich. Der Google-Geschäftsführer Eric Schmidt sagte kürzlich zum Thema Privatsphäre im Internet: Wer nicht will, dass bekannt wird, was er tut, solle es besser gleich lassen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Es wird die Frage sichtbar: ist die Gesellschaft noch in der Lage, eine egalitäre Freiheit zu organisieren oder geht sie den Weg rückwärts in einen modernen Absolutismus? "Was haben wir denn von der Zerstörung der Aristokratie der Adeligen gewonnen, wenn sie nachher wieder von einer Aristokratie der Reichen ersetzt wird?", fragte Marat und antwortete selbst: "Muss man es noch sagen? Kein Mensch ist wirklich Bürger, wenn er nicht Eigentümer ist." Eigentümer sein heisst hier: Herr in der eigenen Privatsphäre sein.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Der Wiederaufnahme der Mühen der Aufklärung steht die Aufgabe bevor, eine Ordnung des Wirtschaftens zu entwerfen, welche die symmetrische diskursive Beziehung zwischen selbsterwählten Diskurspartnern gewährleistet. Das heisst, wir müssen uns kümmern um eine Makroökonomie, in deren Rahmen die Allokation der Güter und Produktionsfaktoren wieder - nachprüfbar - an die Stelle der Allokation von Macht tritt. Das ist machbar. Allokation von Macht führt unausweichlich zur Konzentration, Verstärkung und Verabsolutierung von Macht: "Der Zweck der Macht ist die Macht" sagte George Orwell.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die Volkswirtschaftslehre wird angesichts dieser Situation wieder zur Ethik, wie sie von Adam Smith in seiner Zeit verstanden und entworfen war, zugleich zu einem Ausgangs- und Bezugspunkt der emanzipatorischen Soziologie. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Anmerkungen:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;1 Ich benütze hier die Regeln zur Herstellung einer „Gleichheit“ aus der Relationentheorie, deren Anwendung in der mokroökonomischen Theorie üblich ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;2 Üblicherweise werden in der, notwendig vereinfachenden, Modellsprache die „Marktvorbereitungen“ als die Angebotsmengen formuliert. Das ist eine verkürzte Sprachformel; ausser Mengen kann man darunter auch die Qualitäten, die Produktarten und andere konkurrenzrelevante Variationen und Informationen subsummieren.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;3 Dieser Aspekt wird später interessant, wenn die Gleichgewichtsanalyse von der Spieltheorie abgelöst wird.&lt;br /&gt;4 So auch § 950 BGB5Natürlich nimmt er Rücksicht auf die Rechte der Landlords und schreibt diesen den grösseren Teil des Zuwachses zu. Smith lebt und schreibt in seiner Zeit und lebt selbst von einem Stipendium seines Lords. Aber er wird nicht müde, immer wieder das Recht der Arbeiter zum verbesserten Leben gegenüber dem „Urzustand“ zu betonen.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;6 David Ricardo, Grundsätze der politischen Ökonomie (erschienen 1817) Berlin 1979, S. 12ff&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;7 Die ethische Komponente erschliesst sich, wenn man hier an John Rawls erinnert, der den „Urzustand“ einer freien und gerechten Gesellschaft gerade durch das Nichtwissen (&lt;i&gt;veil of ignorance&lt;/i&gt;) über die Konsequenzen von gemeinsamen Entscheidungen für den Einzelnen bestimmte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;8 Es sei noch einmal an John Rawls Gerechtigkeitstheorie erinnert, dessen metaphorischer gesellschaftlicher Urzustand von allen sozialen Besonderheiten des sozialen Status absieht, wie z.B. Vermögen, geistige und physische Fähigkeiten, Vorstellung vom Guten, Hautfarbe, Rasse, Geschlecht etc.. &lt;br /&gt;9 „vollkommene Information“ ist keineswegs zu verstehen als eine metaphysisch - onotologische Vollkommenheit, als absolute, quasi göttliche Vollständigkeit – sondern allein als eine gleichmässige, gleichartig vollständige – oder unvollständige – Information aller Marktteilnehmer. Diese ist auch mit einem allgemeinen „Vorhang der Unwissenheit“ (Rawls) beschreibbar.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;10 Das ist die Grundlage des „herrschaftsfreien Diskurs“ bei Jürgen Habermas11Diese Tendenz ist a priori real. Denn die reziproke Kreislaufschematik ist entstanden aus der Harmonisierung der transitiven mit der negativ-transitiven Diskursschematik; beide zusammen definieren die ursprüngliche 'natürliche' Gleichheit und Freiheit. Die Harmonisierung in der Kreislaufschematik aber ergibt ein vermeintlich selbstreferentielles System, das aus grundsätzlichen, logisch-methodischen Gründen (Unvollständigkeitssatz von Gödel) nicht stabil sein kann. Dann benötigt das System einen korrigierenden Eingriff von aussen, der nicht durch das System selbst legitimiert ist – die Stunde der selbsternannten, autokratischen Elite.. Diese Argumentation muss an anderer Stelle geführt werden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;12 Wenn Kant sagt,dass „der bloße Begriff eines kategorischen Imperativs auch die Formel desselben an die Hand gebe“ (Grundlegung der Metaphysik der Sitten, Akademie-Ausgabe Kant Werke IV, S. 420, 18-20) – voilà: Adam Smith gibt uns die Formel.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;13 Diese Namensgebung stammt von Rudolf Haller (Graz) mit Bezug auf Otto Neurath, es ist die sog. Haller-Neurath-These einer eigenständigen Tradition der österreichischen Philosophie nach dem Ende der christlichen Metaphysik&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;14&amp;nbsp; Bernard Bolzano, Lehrbuch der Religionswissenschaft. 3 Teile in 4 Bänden. Sulzbach 1834; IV S. 216, siehe auch S. 218 und S. 22115 ebd; I S. 236&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;16 Ein Argument, das z.B. Schopenhauer übersehen hat, wenn er den kategorischen Imperativ als goldene Regel übersetzt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;17 Und die Krise kann benützt werden. Das ist der systemische Urgrund für die „Schock-Strategie“, wie sie von Naomi Klein beschrieben wird: Die Schock-Strategie: Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus; S. Fischer, Frankfurt am Main 2007&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;18 Vgl. Jeremy Rifkin: Access. Das Verschwinden des Eigentums. Warum wir weniger besitzen und mehr ausgeben werden. Frankfurt/New York 3. erweiterte Auflage 2007 &lt;/span&gt;&lt;input name="security_token" type="hidden" value="AOuZoY6vGrfR8MJ2zHVzZy6q3lWzZw9mjw:1267050519141" /&gt;&lt;input name="postID" type="hidden" value="8691172014692334366" /&gt; &lt;input name="blogID" type="hidden" value="5351322396797697631" /&gt; &lt;br /&gt;&lt;div class="errorbox-good"&gt;&lt;input name="securityToken" type="hidden" value="erlVRqPG570aSVyJvCSSLc5mH1Q:1267050519317" /&gt; &lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"&gt;Februar 2010&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5351322396797697631-4972678697941538671?l=ethikonomie.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ethikonomie.blogspot.com/feeds/4972678697941538671/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5351322396797697631&amp;postID=4972678697941538671' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5351322396797697631/posts/default/4972678697941538671'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5351322396797697631/posts/default/4972678697941538671'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ethikonomie.blogspot.com/2010/02/emile-lefant-freiheit-markt-oder-nicht.html' title='Freiheit? -  Markt oder nicht Markt, nicht Macht oder Macht, das ist die Frage.'/><author><name>Emile LeFant</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13295162325040332686</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='27' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_nmkL6igp0bg/S4lNMWsR59I/AAAAAAAAABQ/tjZmHMMbXMc/S220/self+portrai+klein.bmp'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
